SICH SELBST KLÄREN KAPITEL 1 : DIE ERSTEN SCHRITTE

Anstatt mit einer Menge Theorie beginnen wir mit einigen praktischen Übungen.

Diese sind sehr einfach, aber Sie sollten sie gut lernen, weil sie auf dem ganzen Weg bis nach oben nützlich sind. Und sie können manchmal Rettungsringe sein, wenn Sie in Schwierigkeiten sind, denn sie können Ihnen helfen, geistiges Benebeltsein und Überwältigung loszuwerden.

Dies sind "Prozesse", d.h. Aktionen, die man bis zu einem bestimmten Ergebnis wiederholt.

Später gibt es mehr Theorie zum Thema "Prozesse", aber eine der Grundlagen ist, daß man Ergebnisse viel schneller erreicht, indem man etwas immer wieder tut, anstatt sich einfach nur anzustrengen. Sie schlagen einen Nagel ein, indem Sie ihn wieder und wieder hämmern, anstatt einfach nur daraufzudrücken.

Das erwünschte Ergebnis mag nicht bei der ersten Prozeßanweisung auftreten. Sie müssen die Anweisung immer und immer wieder geben, damit sie sozusagen "warm wird", und dann stoßen Sie hindurch und etwas geschieht. Es könnte etwas Triviales sein oder etwas Fantastisches, aber Sie haben irgendein Ergebnis erzielt.

Die Prozesse in diesem Buch sind als #.# numeriert, wobei die erste Nummer die Nummer des Kapitels ist, damit man dieses leicht wiederfindet. Mit anderen Worten, 1.1 wäre der erste Prozeß in diesem Kapitel. Später werden mehrere Nummernstufen ( 5.1.1 ) benutzt, um Prozesse in Gruppen zusammenzufassen, und Buchstaben kennzeichnen Anweisungen, die miteinander abgewechselt werden.

Einige der Prozesse in diesem und anderen Kapiteln sind fortgeschrittene Einmann-Versionen von Dingen, die in Scientology verwendet werden oder einmal wurden. Andere sind unverändert, und beruhen entweder aus Hubbards frühen Theorien oder auf meinen eigenen Bemühungen, das Werk weiterzuentwickeln.

1.1 Der Aufmerksamkeits-Prozeß

Dies ist kinderleicht. Und doch ist es eine wirksame Technik, geistige Nebel und Blockaden zu durchbrechen, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit auf kontrollierte Art nach außen lenken. Es verbessert auch die Wahrnehmung. Viele Variationen sind möglich.

In seiner einfachsten Form lautet ist Anweisung :

1.1) SCHAUEN SIE SICH UM UND NEHMEN SIE DINGE WAHR, WOBEI SIE GENAUE PUNKTE AUSFINDIG MACHEN UND ZÜGIG VON EINEM PUNKT ZUM NÄCHSTEN GEHEN

Natürlich machen das die Leute oft, wenn sie an einem neuen oder interessanten Ort sind. Aber die meiste Zeit lassen sie ihre Wahrnehmungen automatisch ablaufen und neigen dazu, zu introvertieren ; als Ergebnis davon werden ihre Wahrnehmungen abgestumpft.

Falls Sie das zu einer Zeit üben, wenn es einfach ist, dann steht es Ihnen zur Verfügung, wenn Sie stark introvertiert sind. Dann kann dies von großer Hilfe sein, um sich wieder aufzurappeln.

Auch ist dies für Sie ein Sicherheitsnetz, wenn Sie an sich selbst Prozesse durchführen. Wenn Sie in Schwierigkeiten kommen, kann es die geistige Ladung beruhigen, die Sie aufgerührt haben könnten.

Dies ist äußerst nützlich, um die geistigen Auswirkungen von Drogen zu durchbrechen. Wenn Sie zum Beispiel zu viel getrunken haben, hilft es Ihnen, nüchtern zu werden. Aber in diesem Fall werden Sie feststellen, daß Sie den Prozeß immer wieder wiederholen müssen, solange die Chemikalien in Ihrem Körper sind.

Wichtig hierbei ist, genaue Punkte ausfindig zu machen, anstatt nur vage herumzublicken. Falls Sie in einem Gebäude sind, beachten Sie besonders die Zimmerecken ( meist 8 ).

Auch wenn Sie wach und aufmerksam sind und es Ihnen gut geht, dürfte diese Übung Ihre Wahrnehmungen etwas verbessern. Das Zimmer wird etwas heller, Sie fühlen sich etwas besser orientiert und etwas klarer im Kopf. Wenn Sie diese Verbesserung erreicht haben, sollten Sie sich bestätigen, daß die Übung zu ihrem Ende gekommen ist.

Falls Sie die Übung machen, wenn Sie müde oder benebelt sind, kann die Wirkung dramatisch sein. Sie sind beispielsweise halb eingeschlafen und müssen sich zwingen, wachzuwerden. Also beginnen Sie, genaue Punkte im Zimmer ausfindig zu machen, und plötzlich werden Sie völlig wach. Oder Sie fühlen sich schlecht und beginnen, sich umzusehen und Dinge genau wahrzunehmen, und auf einmal kommen Sie wieder zu sich und fühlen frische Kraft.

Dies ist wichtig, weil es Ihnen demonstriert, daß Sie Kontrolle über Ihren Geisteszustand ausüben können.

Sie sollten das oft verwenden, bis es für Sie selbstverständlich wird, es zu machen, wann immer Sie sich benebelt fühlen. So stellen Sie sicher, daß Sie es benutzen, wenn Sie halb bewußtlos oder sogar im Schlaf sind und sich nicht an den Prozeß oder übliche Dinge erinnern ; und doch tun Sie es, weil es wirklich zu einem Bestandteil Ihres Handelns geworden ist.

Gelegentlich hatte ich Träume, in denen meine Wahrnehmungen sehr unklar waren. Schließlich war diese Technik so sehr ein Bestandteil von mir, daß ich sie in solchen Fällen benutzte, obwohl ich mir nicht bewußt wahr, daß ich träumte. Manchmal hatte das eine unerwartete Wirkung, daß der Traum wie eine Blase platzte und ich ganz überrascht merkte, daß ich zur Decke starrte.

Um diese Sache richtig zu lernen, müssen Sie es machen, und nicht nur darüber lesen. Sie sollten es also jetzt einfach machen, auch wenn es sehr trivial erscheint. Schauen Sie einfach im Zimmer umher und machen Sie genaue Punkte ausfindig, bis Ihre Wahrnehmungen etwas heller werden. Es ist nicht schwierig, wenn Sie sich bereits gut und wach fühlen.

Um darin wirklich gut zu werden, machen Sie es einige Tage lang viele Male, wenn Sie auf der Arbeit oder zuhause mal nichts zu tun haben, beim Einkaufen, beim Spazierengehen oder beim Reisen.

Wenn es Ihnen gut geht, ist dies sehr schnell und einfach. Aber es wird Sie überraschen, wie viel Willenskraft es Sie kostet, wenn Sie sich müde fühlen. Lernen Sie es jetzt, bevor Sie es in einer gefährlichen oder kritischen Lage brauchen.

In der orthodoxen Scientology wird es manchmal als "ortsbezogener" Prozeß ( engl. "locational" ) bezeichnet, weil er dem Wesen hilft, seinen Ort zu finden und sich zu orientieren.

1.2 Spirituelle Version

Dies ist der erte Schritt, um ohne Körper zu agieren, um Dinge von einem Gesichtspunkt außerhalb des Körpers einzunehmen, und in Richtung auf das, was in der Parapsychologie als Fernsicht bezeichnet wird.

Tatsächlich ist es derselbe Prozeß wie unter 1.1, aber Sie machen ihn mit geschlossenen Augen.

Beginnen Sie damit, den normalen Aufmerksamkeitsprozeß hinsichtlich des Zimmers durchzuführen, während Sie bequem sitzen. Sobald Ihre Wahrnehmungen heller werden, schließen Sie Ihre Augen und führen Sie es nochmals durch ; stellen Sie sich dabei vor, wie das Zimmer aussieht.

(tm)ffnen Sie nicht ständig Ihre Augen, um umherzuschauen und Ihre Wahrnehmungen zu korrigieren. Werten Sie Ihre Fähigkeiten nicht ab, nur weil Sie nicht jedesmal wirkliche Dinge sehen. Anfangs mischen sich viele Einbildungen mit den tatsächlichen Wahrnehmungen. Manchmal erhalten Sie auch "tatsächliche" Wahrnehmungen, die sich von dem unterscheiden, was der Körper sieht ; so könnten Sie zum Beispiel schemenhaft darauf stoßen, wie das Zimmer einmal ausgesehen hat.

Doch wenn Sie diesen Prozeß weiterhin anwenden, werden gelegentlich echte Wahrnehmungen sichtbar werden.

Strengen Sie sich hierbei nicht zu sehr an, wenn Sie noch nicht weit mit Ihren Prozessen vorangekommen sind. Machen Sie es gelegentlich, und betrachten Sie es nicht als übermäßig wichtig.

Dies ist eigentlich einer der "unendlichen" Prozesse ganz oben auf der Skala. Sich einfach umschauen und Dinge wahrnehmen, was auch immer im Weg ist. Man könnte zum Beispiel nichts als Nebel sehen ; aber man macht genaue Punkte im Nebel ausfindig, und danach nimmt man Dinge wahr, die im Nebel sein könnten, und dann beginnt man, tatsächliche Dinge zu sehen, die hinter dem Nebel sind.

1.3 Wie man den Aufmerksamkeitsprozeß auf den Körper anwendet

Dies ist hilfreich, um Heilung zu beschleunigen, Schmerzen zu verringern, und Ihre Kontrolle über den Körper ganz allgemein zu verbessern.

Es ist ein unkompliziertes Verfahren, Punkte innerhald des eigenen Körpers ausfindig zu machen. Schließen Sie einfach Ihre Augen und berühren Sie Punkte im Körper mit Ihren Gedanken ; versuchen Sie, die Bereiche anzusehen, aber nehmen Sie es nicht wichtig, ob Sie visuelle Wahrnehmung erhalten. Es ist ausreichend, die Bereiche ein wenig zu fühlen, aber versuchen Sie, sich dahin zu verbessern, daß Sie ein wenig vom Innern des Körpers erkennen.

Dies funktioniert am besten, wenn Sie sich abwechselnd die rechte und die linke Seite des Körpers vornehmen und die Nervenbahnen vom Gehirn zu den Gliedmaßen hinunter- und hinaufgehen. Wenn Sie versuchen, Probleme mit dem Kopf, dem Rücken oder dem Magen zu beheben, dann sollten Sie eine Variante verwenden, bei der Sie auch abwechselnd Punkte im Kopf und im Magen ausfindig machen ( der Solarplexus ist wie ein kleines Gehirn ), weil sie an beiden Enden eines bedeutenden Nervenkanals liegen.

Nehmen Sie zur Kenntnis, daß Sie nicht Ihr Gehirn sind. Das Gehirn hat kein Bewußtsein und ist auch nicht sich selbst bewußt ; das sind Eigenschaften, die Sie als ein geistiges Wesen haben, das denken kann. Doch ist das Gehirn eine große Schalttafel und ein wenig wie ein Computer oder Taschenrechner, den der Geist verwendet.

Sie arbeiten normalerweise so, daß Sie Ihr Gehirn kontrollieren ( so wie man Befehle in einen Computer eingibt ), und daß Ihr Gehirn für Sie den Körper kontrolliert. Aber Sie sind imstande, direkt in den Körper zu langen und ihn zu kontrollieren. Diese Fähigkeit wird durch diesen Prozeß verbessert. Es ist so, als wenn man den Autopilot übergeht und selbst das Flugzeug fliegt. Ein weiser Mann stellt stets sicher, daß er in Zeiten von Schwierigkeiten und Gefahr den Autopilot übergehen kann.

Sie können auch Ihren Körper mit Ihrem Finger oder einem Stift berühren, so daß Sie Ihre Aufmerksamkeit besser darauf richten können ; dann schauen Sie ( mit geschlossenen Augen ) von innen auf den Punkt. ( Auch hier wieder abwechselnd auf beiden Seiten des Körpers. )

Bei Schmerz oder einer Verletzung arbeiten Sie für mehrere Anweisungen im schmerzenden Bereich, und dann bewegen Sie sich von dort nach außen zu den Gliedmaßen ( Finger, Zehen, usw. ), was auch einige Anweisungen in Anspruch nimmt ; vermeiden Sie nicht die schmerzende Stelle, und halten Sie sich auch nicht an ihr fest.

Wenn man einem Schmerz nicht ausweicht, ihn akzeptiert und ihn bestätigt, dann nimmt er oft etwas ab. Und wenn man sich geistig in den Bereich hineinbewegt, so ermutigt das den Körper, heilende Kräfte dorthin zu leiten statt sich vor dem Schmerz zurückzuziehen.

Jetzt machen Sie eine einfache Übung : machen Sie Punkte in Ihrem Körper ausfindig, abwechselnd auf der linken und rechten Seite. Beginnen Sie oben am Kopf, und arbeiten Sie sich an den Nervenkanälen entlang bis zu den Händen und Fingern, einschließlich der Fingerspitzen. Dann beginnen Sie wieder an der Oberseite des Kopfes und gehen am Rückgrat und an den Beinen hinunter bis zu den Zehen. Dann arbeiten Sie sich vom Kopf an der Vorderseite des Körpers hinunter bis zum Bereich der Geschlechtsteile. Dann bearbeiten Sie alle anderen Bereiche, die Sie interessieren. Machen Sie damit weiter, bis der Körper sich gut anfühlt.

1.4 Mehr über die Theorie, die dahinter steckt

Stellen wir uns vor, daß der Geist eine gewisse Menge Aufmerksamkeit auf etwas richten kann. Aber die "Aufmerksamkeit" wird von Bereichen des Schmerzes, der Gefahr, von Problemen und anderen Schwierigkeiten angezogen und wird fixiert.

Wenn das geistige Wesen verfällt, wird mehr und mehr seines potentiellen Bewußtseins und seiner Aufmerksamkeit auf Bereiche fixiert, die er sich nicht ansehen will, und schrittweise legt er diese Bereiche still, ohne daß er wirklich seine Aufmerksamkeit davon zurückzieht. Stattdessen werden seine Aufmerksamkeitseinheiten "eingekapselt" oder "verschüttet", und es hat weniger freie Aufmerksamkeit und Bewußtsein zur Verfügung.

Wenn Sie es üben, Ihre Aufmerksamkeit genau zu kontrollieren und auf etwas zu richten, dann holen Sie schrittweise Ihre "Aufmerksamkeitseinheiten" aus diesen feststeckenden Bereichen hervor und erlangen wieder Kontrolle darüber. Dies verstärkt Ihre Wahrnehmungen und Ihr Bewußtsein und befreit Ihre Fähigkeit zu denken.

Dies ist etwas stark vereinfacht, weil man auch neue Aufmerksamkeit erschaffen kann, wenn man genug Interesse für etwas aufbringt. Denken Sie daran, wieviel besser Sie sich fühlen, wenn Sie sich etwas wirklich Interessantes anschauen.

Die Menge freier Aufmerksamkeit, die sich unter Ihrer Kontrolle befindet, ist für Ihre Fähigkeit zu denken, wahrzunehmen und erfolgreich zu handeln sehr wichtig.

1.5 Wie man den Aufmerksamkeitsprozeß benutzt, um etwas zu lernen

Wenn Sie ein Fachgebiet erlernen, bei dem es um Werkzeuge, Ausrüstung oder Einrichtungen irgendeiner Art geht, können Sie eine Abwandlung dieses Aufmerksamkeitsprozesses zusätzlich zu den üblichen Lernmethoden verwenden.

Machen Sie einige Punkte auf dem Werkzeug oder Gerät ausfindig, indem Sie es mit Ihren Augen anschauen. Dann finden Sie geistig einige Punkte innerhalb des Gerätes ( dazu müssen Sie nicht Ihre Augen schließen ). Dann finden Sie noch ein paar Punkte außerhalb mit Ihren Augen, dann einige Punkte darin, usw.

Beachten Sie, daß dies kein Ersatz dafür ist, die Bedienung einer Maschine zu erlernen, bevor man sie zu benutzen beginnt. Aber es hilft Ihnen, sich mit der Maschine vertraut zu machen, während Sie sie lernen, und es verbessert Ihre Wahrnehmung und Aufgewecktheit bezüglich des Gerätes.

Dies könnte auch beim Sport helfen. Wenn Sie dies ein wenig mit einem Basketball und einem Korb durchführen, könnte das Ihre Fähigkeit zu zielen verbessern.

1.6 Fortgeschrittenere Variationen

Sie können Dinge wahrnehmen, die Sie mögen.

Sie können Dinge wahrnehmen, bei denen man sicher ist, wenn man sie ansieht.

Viele andere Variationen sind möglich.

Alle diese können gegenstandsbezogen mit den Augen des Körpers durchgeführt werden, oder geistig mit geschlossenen Augen.

Und sie müssen sich nicht darauf beschränken, dies in Körpernähe zu tun. Sie können beispielsweise Ihre Augen schließen und sich vorstellen, daß Sie auf eine Stadt oder eine Landschaft hinabsehen und Dinge wahrnehmen, oder Dinge finden, bei denen man sicher ist, wenn man sie ansieht. In einem späteren Kapitel werden wir noch mehr davon machen.

Sie können mit auch größeren Räumen anstelle von Punkten arbeiten und Dinge durchdringen. Aber größere Rauminhalte werden für einen leicht unwirklich, so daß Sie sich darauf konzentrieren sollten, mit Punkten zu arbeiten. Wenn Sie dies mit größeren Räumen probieren und diese für Sie unwirklich werden oder sich keine Ergebnisse einstellen, dann beginnen Sie wieder damit, genaue Punkte ausfindig zu machen.

Wenn Sie weiter vorankommen, werden Sie ganz natürlich dazu neigen, größere Rauminhalte zu durchdringen, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas richten. Wenn Sie üben, Ihre Aufmerksamkeit auf spezielle Punkte zu richten, können Sie die Punkte so groß machen, wie es Ihnen angenehm ist. Aber der Schlüssel für diese Übungen ist, die Punkte intensiv und scharf wahrzunehmen.

1.7 Was wird aus Blinden ?

Für einen Blinden ist der erste oben genannte Schritt nicht durchführbar. Aber der Zweck des ersten Schrittes besteht darin, Punkte im physikalischen Universum auf eine Weise ausfindig zu machen, die Orientierung und Gewißheit herbeiführt.

Ein Blinder müßte eine gleichwertige Aktion durchführen. Das wäre vermutlich, genaue Punkte eines Gegenstandes zu fühlen, bis er sich körperlich Gewißheit verschafft hätte. Dann würde er den Gegenstand loslassen und den zweiten Schritt durchführen.

Mit anderen Worten : zuerst macht er Punkte körperlich ausfindig, und dann geistig. Das Ausfindigmachen muß nicht wirklich auf visuellem Weg geschehen. Es wird als visuell beschrieben, weil das für die meisten Leute das Einfachste ist ; aber es gibt oft viele Wege, um dasselbe Ergebnis zu erzielen.

Leute mit ernsthaften Behinderungen, die dieses Buch durchführen, werden ab und zu auf einen Prozeß stoßen, der wegen ihrer Behinderung nicht praktikabel ist. In solchen Fällen sollte der Prozeß angepaßt werden ( wie im obigen Beispiel ), um auf dasselbe Ziel hinzuarbeiten, wobei eine Variation benutzt wird, so daß sie trotz ihrer Behinderung zum Ziel kommen.

Nur weil jemand eine körperliche Behinderung hat, muß er geistig nicht unfähig sein. In manchen Fällen wird so jemand bei den fortgeschrittenen Übungen besser vorankommen, weil er einen größeren Anreiz hat, die Begrenzungen des Körpers zu überschreiten.

1.8 Zusammenfassung

Die gesamte Gruppe der Aufmerksamkeitsprozesse ist äußerst nützlich, um sich selbst zu orientieren, den eigenen geistigen Raum auszudehnen und sich selbst zu stabilisieren, wenn man durcheinander ist.

Dies sind nicht nur Prozesse für Neulinge. Sie gelten für den gesamten Weg nach oben. Die Wahrnehmungen werden dabei klarer und umfassender, wenn Sie weiter vorankommen.

Auf dieser Stufe zielen wir nicht auf die vollkommene Beherrschung ab. Lernen Sie die Techniken, haben Sie ein bißchen Spaß damit, beherrschen Sie sie gut genug, um sie in einer Notsituation verwenden zu können, und gehen Sie weiter zum nächsten Kapitel. Wenn Sie weiter vorankommen, kehren Sie ab und zu zu diesem Kapitel zurück, und dehnen Sie Ihre Wahrnehmungen jedesmal ein klein wenig weiter aus.

SICH SELBST KLÄREN KAPITEL 2 : NACH ETWAS LANGEN UND SICH ZURÜCKZIEHEN

Nun gehen wir dazu über, nach Dingen zu langen und uns davon zurückzuziehen, statt sie einfach nur anzuschauen.

Doch zunächst scheint es an der Zeit, einige weitere Grundlagen der Prozesse vorzustellen.

Eines der größten Probleme bei einem Prozeß ist, zu wissen, wie lange man ihn fortsetzen soll.

Wenn Sie einen Prozeß nicht lange genug durchführen, dann entgehen Ihnen nicht nur die Gewinne, die Sie sonst erlangt hätten ; auch Ihre Aufmerksamkeit könnte in einer halb erledigten Sache steckenbleiben. Und ein Prozeß kann Dinge aufrühren, die Sie noch anschauen sollten, und wenn Sie diese mittendrin fallenlassen, bleiben Sie mit etwas Aufgerührtem, aber Unerledigtem zurück, was unangenehm sein kann.

Wenn Sie andererseits einen Prozeß zu lange fortsetzen, können Sie in das hineingeraten, was Scientology als "Überlaufen" bezeichnet.

Stellen wir uns vor, Sie seien gerade dabei, mit einem Prozeß auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten. Plötzlich ist der Prozeß beendet und das Ziel ist nicht mehr da. Dann versuchen Sie, den Prozeß weiter fortzusetzen, und verschiedene unerwünschte Dinge können passieren.

Zunächst besteht eine Neigung, daß Sie sich selbst und Ihren Gewinn abwerten könnten ; das schwächt Sie und kann es erschweren, den Prozeß durchzuführen. Zweitens neigt man dazu, das, was bereinigt worden war, erneut zu erschaffen, damit man die Prozeßanweisung erneut ausführen kann. Drittens arbeiten Sie nun auf ein nicht mehr vorhandenes Ziel hin, so daß Sie möglicherweise auf andere Dinge stoßen und sie aufrühren ; diese sind aber nicht das genaue Ziel, und können daher nicht so gut mit dem Prozeß behandelt werden.

Das Endergebnis hiervon ist, daß der Prozeß schwieriger durchzuführen ist und daß Sie sich müde und schwer fühlen, weil Sie Dinge aufrühren, die sich nicht entladen.

Um ein Überlaufen zu beheben, erkennen Sie, daß überlaufen wurde, und bestätigen Sie das ; machen Sie den Moment ausfindig, als der Prozeß wirklich abgeschlossen war und fühlen Sie, wie Sie sich zu jener Zeit fühlten. Man erkennt den Grund für die nachfolgende Verwirrung, Schwierigkeit, Unfähigkeit oder Abwertung, in die man hineingeraten war : man hatte den Punkt verpaßt, als der Prozeß beendet war.

Wenn ein Prozeß unterlaufen wurde, macht man natürlich damit weiter, bis er abgeschlossen ist.

Übungen, die sich mit dem physikalischen Universum beschäftigen, sind nicht sehr kritisch bezüglich der Erscheinungen Überlaufen / Unterlaufen. In der Kallisthenik ist es üblich, bis nach dem Punkt weiterzumachen, an dem man einen "Gewinn" dabei hatte, die Übung zu machen und sich gut dabei fühlte.

Aber wenn Sie zum Beispiel eine Stunde lang üben müßten und jede einzelne Übung bis zu einem Punkt machen, an dem Sie sich wirlich gut und stark und glücklich damit fühlen, und genau dann zu einer anderen Übung übergehen, so würden Sie feststellen, daß Sie mehr Energie haben und Ihre Kraft schneller zunimmt, als wenn Sie die gleiche Zeit mit einem festen Schema trainieren, wie oft Sie jede Übung zu wiederholen haben.

Übungen im physikalischen Universum sind zu einem gewissen Maß unbegrenzt, und Sie können sie wieder und wieder durchführen. Aber wenn Sie die selbe Sache immer wieder wie in einer Tretmühle wiederholen, dann kommt dieser Faktor ins Spiel : etwas zu lange weitermachen, sich selbst abwerten und geistige Masse ansammeln, anstatt sie loszuwerden. Daher wechseln Sie die Übungen ab und machen ein paar andere, bevor Sie mit einer weitermachen, bei der Sie einen "Gewinn" hatten. Dies ist die schnellste Art voranzukommen.

Am besten sollten Sie mit den Erscheinungen des Überlaufens / Unterlaufens experimentieren und jetzt darüber lernen, während Sie mit gegenstandsbezogenen Übungen zu tun haben, die kein großes Risiko für solche Fehler in sich tragen.

Später machen wir subjektive Prozesse, wo der Effekt des Überlaufens und Unterlaufens viel ausgeprägter ist und mehr Ärger bereiten kann.

Es ist also jetzt die Zeit zu lernen, wann Sie einen Prozeß beendet haben und wie Sie den Moment des Abschlusses wiederherstellen, falls Sie erkennen, daß Sie zu lange weitergemacht hatten.

Unser erster Prozeß besteht einfach darin, etwas wiederholt zu berühren und loszulassen. Um die Erscheinungen zu beobachten und etwas darüber zu lernen, werden wir diesen Prozeß absichtlich überlaufen, denn das ist hierbei sehr einfach und die Auswirkungen sind sehr harmlos.

Suchen Sie sich einen Gegenstand aus, den Sie erreichen können. Wenn Sie dies an einem Computer lesen, dann wäre die Tastatur geeignet. Wählen Sie einen genauen Punkt auf diesem Gegenstand. Strecken Sie Ihre Hand aus und berühren Sie sehr genau diesen Punkt. Fühlen Sie ihn für einen Moment und lassen Sie ihn dann los, indem Sie Ihre Hand wegbewegen. Führen Sie dies klar und genau durch.

Wiederholen Sie das einige Male. Wenn Sie den Punkt nicht verändern oder es komplizierter machen, dann werden die meisten Leute dieses Prozeß mit einer geringen Zahl von Wiederholungen abschließen.

Sie werden sich nur wenig überwinden müssen, um mit dem Prozeß zu beginnen, und Sie brauchen nur etwas Entschlossenheit, um einige Male damit weiterzumachen. Ihr erster Gedanke könnte sein : "Nun, ich habe es angefaßt. Tolle Sache, ich fasse doch ständig etwas an". Und es könnte einen kleinen Widerstand geben, es immer wieder zu wiederholen. Das wird wahrscheinlich recht milde und schwach ausgeprägt sein, denn wir beschäftigen uns dabei nicht mit etwas, mit dem viel geistige Belastung verbunden ist. Aber Sie machen dies besser jetzt und lernen darüber, wenn Sie nicht in ernsten geistigen Problemen stecken.

Nach einigen ( oder vielen ) Wiederholungen kommt ein Augenblick, an dem der Punkt, den Sie berühren, plötzlich realer wird und sich für Sie besser anfühlt. Der Gegenstand wird etwas strahlender aussehen und Sie werden sich darüber ein wenig besser fühlen.

In diesem Augenblick ist der Prozeß abgeschlossen.

Nun führen Sie noch ein oder zwei Dutzend Wiederholungen durch. Es wird eine Zeitlang gut gehen und dann vielleicht etwas langweilig werden. Und wenn Sie dann weiter machen, werden Sie feststellen, daß es etwas schwerer ist, und Sie haben das angenehme Gefühl bezüglich des Gegenstandes nicht mehr.

Erinnern Sie sich nun genau an den Moment, als der Prozeß abgeschlossen war. Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich bezüglich des Gegenstands fühlten und wie er zu der Zeit aussah. Nun sollte der Gegenstand wieder angenehmer aussehen und Sie sollten diesbezüglich ein besseres Gefühl haben.

Der Moment, als Sie sich gut fühlten, wird als "Befreiungspunkt" oder "Moment der Befreiung" bezeichnet. Hier haben wir es nicht mit einer bedeutenden Menge geistiger Ladung zu tun. Aber bei den Prozessen, die wir durchführen werden, fällt im Moment der Befreiung die Ladung weg oder löst sich auf, und das ist recht deutlich wahrnehmbar. Wenn Sie einen bedeutenden Befreiungspunkt überlaufen, sind die Auswirkungen davon recht klar spürbar. Sobald Sie das bei einem Prozeß erkennen, stellen Sie den Moment der Befreiung wieder her wie oben angegeben.

Im Allgemeinen soll man einen Prozeß so lange fortsetzen, wie er etwas bewirkt. Prozesse können eine Veränderung bewirken und diese sollen auch alle stattfinden. Und solange Sie zurückweichen, Schwierigkeiten damit haben oder der Prozeß etwas aufrührt, wollen Sie damit weitermachen, denn der Prozeß ist dabei, etwas zu beeinflussen. Wenn Sie weiter machen, werden Sie da durch kommen, was auch immer es ist. Ziehen Sie sich also nicht zurück, weil es schwierig wird. Das ist nie der richtige Moment, um aufzuhören. Hören Sie dann auf, wenn plötzlich alles leicht wird.

Also führen Sie diese Prozesse mit einiger Entschlossenheit durch und ziehen Sie sich nicht zurück, wenn es hart wird. Aber Sie können getäuscht werden, weil es wieder hart wird, wenn Sie nach dem Befreiungspunkt weitermachen ( überlaufen ) ; und dann arbeitet Ihre Entschlossenheit zum Weitermachen tatsächlich gegen Sie.

Achten Sie also auf diese Erscheinung. Der Prozeß ist hart, wird plötzlich einfach, und dann wieder hart. Dann ist es an der Zeit, ihn zu beenden und den Befreiungspunkt wiederherzustellen, den Sie übergangen hatten.

Aber körper- und gegenstandsbezogene Prozesse haben da nicht so ein hohes Risiko wie die subjektiven Techniken, die wir später verwenden werden. Sie können die ersteren "überlaufen" und - weil das physikalische Universum da ist und Sie in die richtige Richtung weitergehen läßt - damit fortfahren, durch die Erscheinung des Überlaufens hindurchstoßen und schließlich zu einem weiteren "Befreiungspunkt" kommen.

Bei physikalischen Prozessen können Sie viele Befreiungspunkte erreichen, wenn Sie jedesmal ein wenig weitermachen. Aber der größte Gewinn ist bei dem ersten Befreiungspunkt, und es dauert länger, die nächsten Punkte zu erreichen und wird nicht so große Gewinne hervorbringen. Ihr schnellster Weg ist also stets, rechtzeitig aufzuhören und zu einem Prozeß später zurückzukehren, als ihn beim ersten Durchgang endlos auszuwalzen.

Nun wollen wir diesen Prozeß des Langens und sich Zurückziehens anwenden. Er ist recht nützlich und wertvoll.

2.1 Nach einem Gegenstand langen und sich davon zurückziehen

Nehmen Sie einen Gegenstand. Suchen Sie sich einen genauen Punkt auf dem Gegenstand aus. Berühren Sie ihn und lassen Sie ihn los, bis Sie sich über diesen Punkt gut fühlen. Dann suchen Sie sich einen anderen Punkt auf dem Gegenstand aus und machen Sie dasselbe. Führen Sie das mit verschiedenen Punkten solange durch, bis der ganze Gegenstand sich besser anfühlt.

Dann suchen Sie sich beliebige Punkte auf dem Gegenstand aus, berühren sie und lassen Sie los, bis Sie wirklich das Gefühl haben, daß Sie den Gegenstand haben und ihn umschließen können und einige Fähigkeit verspüren, damit umzugehen und ihn zu kontrollieren. Dieser zweite Schritt kann auch alleine ohne den ersten Schritt durchgeführt werden.

Machen Sie das ab und zu, insbesondere an Gegenständen, die Sie benutzen oder mit denen Sie zu arbeiten haben. Falls Sie Auto fahren, probieren Sie es an Ihrem Auto.

Hier eine spezielle sehr hilfreiche Variation davon : führen Sie es an vielen Gegenständen im Zimmer durch und auch an Punkten an den Wänden, bis das Zimmer plötzlich sehr wirklich wird und Sie sich über das Zimmer als Ganzes gut fühlen.

Sie können dies auch benutzen, um sich selbst aus einem müden oder niedergeschlagenen Zustand zu befreien ( wie die Prozesse in Kapitel 1 ).

Machen Sie dies oft. Es extrovertiert Sie und verbessert Ihre Kommunikation mit dem physikalischen Universum. Es ist sehr wichtig, um ein Gleichgewicht zu den subjektiven Prozessen herzustellen, mit denen wir uns später befassen. Ohne Prozesse wie diesen hier können die subjektiven Techniken zu sehr introvertieren.

Dies wird Ihre Fähigkeit verbessern, Dinge zu haben und sie zu kontrollieren.

2.2 Geistig nach etwas langen und sich davon zurückziehen

Dieser Prozeß hat auch eine "geistige" Version, wobei Sie geistig nach etwas langen, etwa so wie man einen Strahl aussendet, es berühren und sich geistig davon zurückziehen.

Sie sollten die gegenstandsbezogene Version öfter verwenden als die geistige.

Wenn Sie diesen Prozeß das erste Mal durchführen, beginnen Sie mit dem gegenstandsbezogenen Langen und sich Zurückziehen ; wenn das abgeschlossen ist, gehen Sie zu der geistigen Version über, die Sie am selben Gegenstand durchführen.

Dies macht man üblicherweise mit offenen Augen, wobei Sie mit den Augen des Körpers auf den gegenstand schauen und dann geistig nach ihm langen. Aber man kann das auch mit geschlossenen Augen machen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt zuerst die gegenstandsbezogene Version durchführen.

Wenn Sie dieses Langen und Zurückziehen mit geschlossenen Augen durchführen, so wird es Ihre nicht-körperlichen Wahrnehmungen verbessern.

Nach und nach werden Sie feststellen, daß Sie Gegenstände geistig fühlen und sogar durchdringen und feststellen können, was in ihnen vor sich geht.

Aber erwarten Sie hier keine Wunder ; der Weg ist lang. Aber Sie als Geist sind imstande, das Universum um Sie herum zu durchdringen und wahrzunehmen und zu kontrollieren. Und dies ist ein einführender Schritt in diese Richtung.

2.3 Der Kontaktbeistand oder "Touch Back"

Dies wird in Scientology offiziell als "Kontaktbeistand" bezeichnet. Es ist sehr einfach und nützlich und kann leicht alleine ausgeführt werden. Wenn man sich verletzt hat, dann neigt man dazu, vor dem Ort zurückzuweichen ; und da der Körper dem Verstand gehorcht, werden auch der Kreislauf und die Heilungskräfte behindert, weil man sich zurückzieht.

Wenn Sie einfach die Aktion nachvollziehen, die Sie verletzt hatte, dann machen Sie es langsam und auf sichere Weise mit den selben Gegenständen am selben Ort, und zwar einige Male. Das wird die Neigung beseitigen, sich geistig zurückzuziehen. Natürlich kühlen Sie eine heiße Oberfläche ab, oder schützen sich vor etwas Scharfem, usw.

Stellen wir uns vor, Sie hätten sich gerade den Zeh gestoßen. Meist tut der Zeh eine kleine Zeit lang weh, oft überraschend lang, wenn man bedenkt, daß es keinen ernsten Schaden gibt ; und es gibt auch eine starke Neigung, den selben Zeh kurz darauf erneut zu stoßen.

Um dem entgegenzuwirken, bewegen Sie Ihren Fuß langsam und berühren ein paar Mal sanft die genaue Stelle, gegen die Sie gestoßen waren. Plötzlich fühlen Sie einen kurzzeitigen scharfen Schmerz, wenn das Erlebnis sichtbar wird und entladen wird, und danach ist der Schmerz wirklich weg. Und Sie stoßen sich nicht immer denselben Zeh.

Oder Sie haben sich den Finger an einer heißen Oberfläche verbrannt. Sie kühlen nun die Oberfläche ab ( schalten Sie den Ofen aus, reiben Sie ihn mit einem nassen Lappen ab, bis er kühl ist, usw. ). Dann wiederholen Sie ein paar Mal langsam die Bewegung, durch die Sie sich verbrannt hatten. Dies kann oft die ärgerlichen Schmerzen einer kleineren Verbrennung erleichtern, und es kann sogar verhindern, daß sich eine Blase bildet ( dafür gibt es keine Garantie, aber es scheint zu helfen, und es ist gratis ).

Natürlich ergreifen Sie zunächst alle erforderlichen Maßnahmen der ersten Hilfe. Führen Sie den Kontaktbeistand nicht mit einem scharfen Messer durch, während Sie den ganzen Teppich vollbluten. Und erwarten Sie keine Wunder. Doch es hilft wirklich. Probieren Sie es aus, und Sie werden es merken.

In der modernen Scientology wird dieser Prozeß auch als "Touch Back" ( engl. "lange zurück" ) bezeichnet, weil man wieder zurück an die Stelle langt, an der man verletzt worden war.

2.4 Die Übung mit der Wand

In der orthodoxen Scientology gibt es eine Reihe von Prozessen für "Kontrolle, Kommunikation und Habenkönnen" oder CCHs. Dieser Prozeß ist als CCH2 bekannt.

Er ist lächerlich einfach und hat überraschende Auswirkungen.

Beginnen Sie damit, daß Sie zwei Wände aussuchen, zwischen denen ein freier Weg zum Hin- und Hergehen ist.

Die Anweisungen sind :

2.4a) Sie schauen auf die Wand.

2.4b) Sie gehen hinüber zu der Wand.

2.4c) Sie berühren die Wand.

2.4d) Sie drehen sich um.

Dies wird immer und immer wieder wiederholt, wobei man zwischen beiden Wänden hin- und hergeht.

Die Aktionen sollten sehr präzise sein, wobei Sie genau jede einzelne erledigen und erkennen, daß Sie sie ausgeführt haben. Jedes Mal sollten Sie sich so verhalten, als sei es das erste Mal, anstatt die Aktion automatisch zu wiederholen.

Ich meine es ernst, wenn ich Ihnen sage : stehen Sie wirklich auf und tun Sie es. Die Reaktionen können überraschend sein in Vergleich zu dem, was Sie sich theoretisch vorgestellt haben.

Wenn man etwas immer wieder genau wiederholt, dann können alle möglichen alten verschütteten Dinge hervorkommen, wie hypnotische Kontrolle, oder daß man in der Armee in Reihen marschieren mußte. Was aufgewühlt wurde, könnte nicht aus dem jetzigen Leben stammen, und man mag sich daran nicht direkt erinnern können. Und doch können Sie dessen Last verringern, indem Sie den Prozeß fortsetzen, bis Sie erfolgreich durch die Auswirkungen hindurchbrechen und einfach und bequem die Aktion ausführen können.

Dieser Prozeß könnte beim ersten Mal nicht wirklich tief "anbeißen". Sie gehen vielleicht nur ein paar Mal die Anweisungen durch und fühlen sich auf einmal gut darüber, den Körper zu kontrollieren und ihn hin- und herzubewegen. Wenn das geschieht, akzeptieren Sie den "Gewinn" und beenden Sie den Prozeß. Aber kommen Sie später auf ihn zurück und versuchen Sie ihn erneut.

Dieser Prozeß hat auch eine "geistige" Version ; dabei legen Sie sich hin, schließen Ihre Augen und bewegen sich als Geist zwischen den beiden Wänden hin und her. Aber das ist für die meisten Neulinge zu schwer. Dieser Prozeß rührt in einem gewissen Maß vergangene Hypnose usw. auf ; wenn man ihn im Liegen ausführt, ohne den Körper hin- und herzubewegen ( was einen zwingt, wachzubleiben ), dann ist es fast sicher, daß man einschläft, wenn irgendwelche hypnotischen Dinge vom Prozeß erfaßt werden. Ein Neuling könnte diese Version wohl besser erst beim zweiten Durchgang durch das Buch durchführen.

2.5 Genaue Kontrolle

Sie können auch üben, einen Gegenstand genau zu bewegen oder zu kontrollieren.

Wählen Sie einen Gegenstand, den Sie leicht bewegen können. Suchen Sie sich zwei Punkte aus. Bewegen Sie den Gegenstand genau zwischen den zwei Punkten hin und her. Achten Sie dabei darauf, ihn mit gleichförmiger Geschwindigkeit zu bewegen und auf dem genauen Punkt ohne Zögern zum Stillstand zu bringen. Lassen Sie den Gegenstand dann jedesmal los, und fassen Sie ihn wieder an.

Genau zu machende Übungen lösen manchmal Reaktionen aus, und Sie sollten solange weitermachen, bis Sie einen Durchbruch erleben und die Reaktion verschwindet.

Bei Maschinen, etwa einem Auto, kontrollieren Sie sie genau und immer wieder auf eine geeignete Art. Zum Beispiel wenn man fahren lernt, hilft es, zu üben, das Auto immer wieder an genau festgelegten Punkten zu stoppen.

Wenn Sie Klavierspielen lernen, könnten Sie zwei Noten auswählen, die auf der Tastatur weit voneinander entfernt liegen. Sie könnten sich zwischen ihnen genau hin- und herbewegen, wobei Sie jedesmal die gleiche Geschwindigkeit und Kraft verwenden. Oder benutzen Sie es, wenn Sie lernen, Schreibmaschine zu schreiben.

Dies ist nicht dafür gedacht, die üblichen Lernaktivitäten beim Erwerben einer Fähigkeit zu ersetzen, aber es kann den Prozeß beschleunigen und Sie zu gesteigerten Leistungen führen.

Sie können dies noch etwas weiter fortspinnen, indem Sie es mit geschlossenen Augen tun, sofern die Aktion auf diese Weise sicher durchgeführt werden kann ( fahren Sie Ihr Auto nicht mit geschlossenen Augen ! ).

Dies ist einer der wichtigsten Tricks der asiatischen Meister, wenn sie etwas lernen. Man sieht das an allem, von Kung-Fu bis hin zu Tischtennis.