Sich selbst Klären : Ein Handbuch zur Selbst-Erleuchtung, von "Der Pilot"
SICH SELBST KLÄREN KAPITEL 3: GEDANKEN, EMOTIONEN UND EINSTELLUNGEN
Sie sind der Herr über Ihre Gedanken, Emotionen und Einstellungen.
Oft lassen wir zu, daß andere hierüber Kontrolle ausüben. Das kann sehr interessant sein und ist ein Bestandteil des Lebens. Aber Sie haben stets die Macht, die Kontrolle hierüber wieder zu übernehmen und zu denken und zu fühlen, was immer Sie wollen - unabhängig, was das Leben, die Gesellschaft oder die physikalischen Gesetze Ihnen vorschreiben.
Für Ihren geistigen Fortschritt ist es erforderlich, daß Sie Herr über Ihren Verstand werden. In diesem Kapitel unternehmen wir einige einführende Schritte in diese Richtung.
Jetzt sollten Sie auch damit beginnen, die Prozesse, die Sie durchführen, in einem Notizbuch schriftlich festzuhalten. Notieren Sie jeden Prozeß und alles Interessante, was sich ereignet hat, sowie alles, auf das Sie später noch einmal zurückgreifen möchten.
Diese Notizen sind in mehrfacher Hinsicht nützlich. Falls Sie beispielsweise steckenbleiben und es Ihnen nicht so gut geht, können Sie nachschlagen und schauen, was geschehen war. Manchmal, wenn Sie in Schwierigkeiten sind, liegt es in Wirklichkeit an dem letzten Schritt, von dem Sie annahmen, daß er in Ordnung war ; dort war dann doch etwas schiefgelaufen.
Oder vielleicht entscheiden Sie sich irgendwann dafür, Hilfe oder Rat von einem professionellen Berater in Anspruch zu nehmen. In so einem Fall sind die Aufzeichnungen von sehr großem Wert. Durch sie weiß der Profi, was Sie durchgeführt haben und wie es geklappt hat.
Manchmal hilft das Aufschreiben auch, Gedanken loszuwerden und zu Papier zu bringen. Dies kann Ihnen helfen, zu extrovertieren. Das ist von größerer Bedeutung, wenn Sie sich mit subjektiven Prozessen beschäftigen.
Und wenn Sie erfahrener werden, möchten Sie vielleicht manchmal etwas nachschlagen, das Sie früher behandelt hatten.
Gewöhnen Sie sich also jetzt an, Ihre Fortschritte in einem Notizbuch aufzuzeichnen. Wenn Sie hiermit weitermachen, werden Sie einige Bücher füllen.
Ich möchte Sie erneut daran erinnern, daß beim Durchführen eines Prozesses eine Reaktion auftreten kann. Die Lösung dafür besteht darin, daß man mit dem Prozeß weitermacht, bis die ausgelöste Reaktion verschwunden ist. Wenn man zum Beispiel eine Übung macht, die mit Furcht zu tun hat, kann man für ein paar Minuten tatsächlich ängstlich werden. Wenn das geschieht, setzen Sie den Prozeß mit eiserner Entschlossenheit fort, bis die Furcht verschwindet. Durch den Prozeß kam etwas an die Oberfläche, und Sie müssen es vollständig herauskommen lassen und es nicht stoppen, wenn es erst halb hervorkam.
3.1 Einstellungen
Wählen Sie einen harmlosen Gegenstand im Zimmer aus, den Sie weder lieben noch hassen.
Schauen Sie ihn an und fühlen Sie verschiedene positive Dinge über ihn. Entscheiden Sie, daß Sie ihn lieben, daß er schön ist, wunderbar, hilfreich usw. Fühlen Sie Freude, daß er dort ist. Tun Sie dies für einige Minuten, und machen Sie Ihre Gefühle und Einstellungen so positiv wie möglich.
Dann verkehren Sie dies ins Gegenteil und fühlen Sie diesbezüglich verschiedene negative Gefühle. Beschließen Sie, daß Sie den Gegenstand hassen, daß er böse ist, häßlich und schädlich. Tun Sie auch dies für mehrere Minuten.
Dann machen Sie wieder das Gegenteil und fühlen Sie diesbezüglich verschiedene positive Gefühle.
Hierbei könnten Sie unterschiedliche Reaktionen gehabt haben. Vielleicht hatten Sie anfangs einige Schwierigkeiten, Ihre Meinung ins Gegenteil zu verändern. Setzen Sie den Prozeß fort, bis alle Reaktionen aufgehört haben und Sie Ihre Meinung über den Gegenstand leicht ändern können.
Dann wählen Sie einen anderen harmlosen Gegenstand aus und wiederholen den Prozeß. Setzen Sie dies fort, bis Sie wirklich das Gefühl haben, daß Sie Ihre Einstellung bezüglich Dingen kontrollieren können. Sie sollten bei positiven Gefühlen aufhören und nicht bei negativen.
3.2 Assoziationen
Wählen Sie einen großen Gegenstand im Zimmer aus, etwa ein Möbelstück. Denken Sie an einen Gegenstand, der nicht anwesend ist, und bei dem es unsinnig wäre, ihn mit dem Möbelstück in Verbindung zu bringen. Sie könnten z. B. einen Bücherschrank im Zimmer auswählen und für die unsinnige Assoziation einen Gullideckel nehmen.
Schauen Sie sich den Gegenstand an und denken Sie sofort an das unsinnige Ding, das Sie damit in Verbindung gebracht haben, so als wäre es eine automatische Assoziation. Mit anderen Worten, Sie schauen den Bücherschrank an und denken sofort "Gullideckel" . Wenn möglich, stellen Sie sich ein Bild des Gullideckels vor, das auftaucht, wenn Sie den Bücherschrank anschauen.
Machen Sie das einige Male, wobei Sie auf den Gegenstand schauen und die Assoziation stattfinden lassen ; danach schauen Sie weg und lassen den Gedanken oder das Bild verschwinden.
Sobald Sie darüber Kontrolle haben, gehen Sie zur nächsten Stufe über : Sie lassen die Assoziation jedes zweite Mal auftreten, wenn Sie den Gegenstand anschauen. Bei den anderen Malen schauen Sie einfach nur auf den Gegenstand, denken Sie daran und nehmen Sie Einzelheiten davon wahr, ohne die unsinnige Assoziation zu machen.
Wenn Sie das gut können, wählen Sie einen anderen Gegenstand aus und eine andere unsinnige Assoziation, und wiederholen das Obige.
Wenn Sie das durchführen, gewinnen Sie etwas Kontrolle über unbewußte automatisch ablaufende Assoziationen.
Setzen Sie dies fort, bis Sie eine gute Kontrolle darüber haben.
Wenn Sie dies gut beherrschen, sollten Sie tatsächlich imstande sein, nicht an einen Elefanten zu denken, wenn jemand zu Ihnen sagt : "Versuchen Sie, nicht an einen Elefanten zu denken !"
3.3 Emotionen
Wählen Sie einen Gegenstand aus. Stellen Sie sich vor, daß der Gegenstand Ihnen leid tut. Dann stellen Sie sich vor, daß Sie dem Gegenstand leid tun, Wechseln Sie einige Male zwischen beidem. Dann wählen Sie einen anderen Gegenstand aus und machen dasselbe.
Setzen Sie dies fort, bis Sie eine gewisse Kontrolle über Traurigkeit und Mitgefühl haben.
Dann führen Sie dasselbe bezüglich Furcht durch. Wählen Sie einen Gegenstand aus und stellen Sie sich vor, daß Sie vor ihm Angst haben. Dann stellen Sie sich vor, daß der Gegenstand vor Ihnen Angst hat, usw.
Als nächstes führen Sie dies bezüglich Wut durch. Sie sind auf den Gegenstand wütend, er ist auf Sie wütend.
Dann Langeweile und schließlich Begeisterung ( Sie sind begeistert bezüglich des Gegenstandes und sind froh, daß er da ist ).
Das sollte Ihnen einige Kontrolle über Ihre Emotionen geben.
Beachten Sie, daß Sie zu dieser Zeit nicht versuchen, die vollständige Kontrolle zu erlangen, sondern etwas Kontrolle wiederherzustellen.
3.4 Automatiken
Im Verstand läuft vieles automatisch ab.
Dies ist die allgemeine Regel, um Kontrolle über etwas Automatisches zu bekommen : Übertreiben Sie es und machen Sie mehr davon, bis es unter Ihre Kontrolle kommt, oder machen Sie wechselweise mehr oder weniger davon. Falls Sie stottern, könnten Sie sich mehr als normal stottern lassen, und danach weniger ; führen Sie das mit abwechselnden Sätzen durch, bis Sie etwas Kontrolle darüber haben.
An dieser Stelle interessieren wir uns dafür, einige Kontrolle über die Dinge zu bekommen, die im Verstand automatisch ablaufen.
Schließen Sie Ihre Augen. Stellen Sie fest, was Sie sehen. Manche Leute haben geistige Bilder oder sehen Bilder von etwas, das zuvor da war. Manchmal sind Flecken von "Energie" zu sehen. Manchmal ist nur Schwärze sichtbar, doch die kann unterschiedlich "intensiv" sein.
Was immer Sie mit geschlossenen Augen "sehen", machen Sie eine geistige Kopie davon. Diese sollte genau so aussehen, aber seitlich von Ihnen. Es könnte ein Bildschirm mit einer Kopie des Bildes sein, oder sogar eine 3-dimensionale Kopie des Raumes, den Sie sehen. Machen Sie die Kopie, so gut Sie eben können, sei es wirklich oder hauchdünn oder auch nur die Idee, daß Sie eine Kopie projizieren.
Machen Sie nun noch mehr Kopien. Plazieren Sie sie links und rechts von sich. Plazieren Sie sie über Ihrem Kopf und darunter. Plazieren Sie welche hinter sich. Machen Sie weiter Kopien, bis sich etwas auflöst oder Entspannung eintritt.
Nun öffnen Sie Ihre Augen. Schauen Sie sich Dinge im Raum an, die Sie mögen, bis Sie sich wohl fühlen.
Schließen Sie wieder Ihre Augen. Nehmen Sie wahr, was Sie sehen, und machen Sie eine geistige Kopie davon. Dieses Mal verändern Sie die Farben in der Kopie. Wenn etwas weiß ist, machen Sie es blau. Wenn etwas grau ist, machen Sie es orange, usw. Ändern Sie weiter die Farben, bis sich etwas auflöst oder Entspannung eintritt.
Öffnen Sie Ihre Augen, schauen Sie sich um und nehmen Sie Dinge im Raum wahr.
Dann führen Sie dies ein drittes Mal durch, wobei Sie ein paar Kopien machen und verschiedene Farben in die Kopien einsetzen.
Experimentieren Sie ein wenig mit diesen drei Techniken - machen Sie mehrere Kopien oder verändern Sie die Farben oder kombinieren Sie beides. Finden Sie heraus, bei welcher Sie sich am besten fühlen, und führen Sie sie noch ein paar Mal durch.
Alle drei Verfahren können benutzt werden, um ein feststehendes geistiges Bild oder auomatisches und zwanghaftes Erschaffen geistiger Bilder zu beseitigen. Das kann sehr nützlich sein, wenn Sie beim Herumspielen mit Ihrem Verstand in Schwierigkeiten kommen. Das ist ein weiteres Sicherheitsnetz für Sie.
Lernen Sie diese Übung gut, denn sie hilft Ihnen, wenn Ihnen Bild oder eine Sorge nicht aus den Gedanken geht.
Wenn Sie sich zum Beispiel Sorgen über etwas machen, das geschehen wird, und Sie nicht aufhören können, daran zu denken, dann stellen Sie es sich bildlich vor ; machen Sie viele Kopien des Bildes, variieren Sie seine Farben und ändern Sie es ab, bis Sie Kontrolle darüber haben.
Beachten Sie, daß man Dinge durch unnötige Sorgen anlocken kann. Und wenn Sie sich über etwas wirklich Vorhandenes Sorgen machen, dann wird hierdurch Ihre Fähigkeit steigen, der Sache ins Auge zu sehen und damit umzugehen.
3.5 Mehr Automatiken
Wählen Sie einen angenehmen Gegenstand im Zimmer. Setzen Sie sich hin und schauen Sie ihn sich an ; dies sollte auf bequeme Weise stattfinden.
Wenn Ihnen irgendwelche Gedanken durch den Kopf gehen, wählen Sie einen aus und "kopieren" Sie ihn, indem Sie ihn immer wieder und wieder denken und ihn abwechselnd "lauter" und "leiser" machen, bis Sie Kontrolle darüber haben und ihn nicht mehr denken müssen. Dann wählen Sie einen anderen Gedanken und tun dasselbe, bis Ihre Gedanken "zur Ruhe kommen".
Wenn irgendetwas anderes Ihre Aufmerksamkeit von dem Gegenstand ablenkt, so kopieren Sie es viele Male und verändern seine Eingenschaften ( Farbe, Lautstärke, oder jede Variation an Stärke oder Qualität ) bis die Ablenkung verschwindet.
Arbeiten Sie daran, alles zu beruhigen, so daß Sie einfach nur bequem dasitzen und schauen können.
3.6 Konfrontieren
Nun üben wir das Konfrontieren.
Dies besteht darin, daß Sie einfach da sitzen und etwas anschauen. Ihre Aufmerksamkeit ist auf der Sache, die Sie anschauen. Auf Ihrem Körper oder Ihrem Verstand ist keine Aufmerksamkeit, und dort findet keine Aktivität statt. Dies übt Ihre Fähigkeit, eine Position im Raum zu halten und ohne Ablenkung da zu sein.
In der orthodoxen Scientology nennt man das Trainingsroutine Null oder TR0, und sie machen das immer mit einer anderen Person ( beide Leute üben, indem sie sich gegenüber sitzen und sich anschauen ). In den tibetanischen Schriften ist das als "von Angesicht zu Angesicht sitzen" bekannt und kann entweder mit einer anderen Person oder mit einem Gegenstand durchgeführt werden. Wichtig ist, daß Sie Ihre Aufmerksamkeit aus sich heraus und von sich selbst weg richten.
Hier geht es nicht darum, sich an alle Ablenkungen zu wenden ( wie beim vorigen Schritt ), sondern stattdessen einfach Ihre Aufmerksamkeit vollständig auf etwas oder jemand anderes zu richten und alle Ablenkungen zu ignorieren, bis sie sich nicht mehr bemerkbar machen.
Es ist einerlei, was geschieht ; Sie haben die Fähigkeit, Ihre Aufmerksamkeit dort zu halten, wo Sie sie haben wollen.
Manchmal muß man mit etwas weitermachen oder etwas erledigen und sich darauf konzentrieren und fortfahren, selbst wenn andere Dinge gleichzeitig geschehen und einen ablenken. Daher ist dies eine sehr nützliche Fähigkeit.
Wenn Sie jemand anders haben, mit dem Sie arbeiten können, dann können Sie dies zu zweit machen, indem Sie sich gegenüber sitzen. Andernfalls wählen Sie einen großen und angenehmen Gegenstand im Zimmer aus und richten Ihre Aufmerksamkeit darauf.
Zielen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit vollständig auf die Person oder den Gegenstand. Lassen Sie Ihren Körper und Ihren Verstand ruhig und entspannt. Halten Sie Ihren Körper nicht mit Anstrengung ruhig, und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht darauf. Falls Ihr Körper reagiert, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit immer weiter nach außen und lassen Sie Ihren Körper ruhig sitzen, bis er sich entspannt. Das gilt auch für geistige Bilder oder Gedanken. Kämpfen Sie nicht mit Ihren Gedanken, um sie zu beruhigen, und führen Sie keine Prozesse durch, um sie loszuwerden. Richten Sie einfach Ihre Aufmerksamkeit immer weiter nach außen, bis die Gedanken verschwinden.
Das erwünschte Ergebnis besteht darin, daß man ruhig und ohne Anstrengung dasitzen kann und seine Aufmerksamkeit bequem auf das gerichtet hält, was man anschaut. Das zu erreichen kann in manchen Fällen Stunden dauern. Sobald alles ruhig ist, bleiben Sie so mindestens 5 oder 10 Minuten lang, falls noch etwas auftreten sollte. Sie sollten praktisch stundenlang so sitzen können, sobald Sie die Übung bewältigt haben, aber es geht hier nicht um einen Ausdauer-Wettbewerb.
Diese und andere verwandte Übungen sind üblicherweise in den verschiedenen Kommunikationskursen der Scientology enthalten. Obwohl dort manchmal der Fehler gemacht wird, die Aufmerksamkeit des Übenden auf seinen Körper zu lenken, können diese Kurse nützlich und hilfreich sein, wenn man die Gelegenheit dazu hat.
Aber diese Konfrontierübung ist die grundlegendste und wichtigste. Wenn Sie sie gut beherrschen, werden Sie es mit dem Rest des Buches viel einfacher haben.
Beachten Sie, daß das Ziel nicht ist, generell nicht mehr zu denken. Es geht darum, nicht mehr zu denken, wann immer Sie das wollen, und stattdessen auf etwas zu schauen.
Dies ist eine ausgezeichnete Fähigkeit für das Leben. Wenn alle Ihre Gedanken verwirrt sind und Sie hektisch werden und sich im Kreise drehen, dann beruhigen Sie Ihre Gedanken mit dieser Konfrontierübung und schauen einfach auf das, was da ist. Dann können Sie weitermachen, über die Situation auf sinnvolle Art nachdenken und zu einem Ergebnis kommen, anstatt endlos herumzugrübeln.
3.7 Ecken halten
Machen Sie dies, während Sie in einem Stuhl sitzen.
Schließen Sie Ihre Augen.
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die zwei oberen Ecken des Zimmers.
Halten Sie Ihre Aufmerksamkeit dort und ignorieren Sie alle Ablenkungen, so wie in der oben genannten Konfrontierübung.
Sobald Sie für einige Minuten bequem dasitzen können, öffnen Sie Ihre Augen. Schauen Sie sich um und nehmen Sie Dinge wahr, die Ihnen real erscheinen.
Dann schließen Sie wieder Ihre Augen und wiederholen diese Übung, wobei Sie Ihre Aufmerksamkeit auf alle 4 rückwärtigen Zimmerecken gleichzeitig richten.
Schauen Sie sich dann wieder um und nehmen Sie Dinge wahr, die Ihnen real erscheinen.
Dann machen Sie dies mit allen 8 Zimmerecken. Falls Ihnen das zu schwierig erscheint, nehmen Sie zunächst 6 und dann 8. Sie sollten einen Punkt erreichen, an dem Sie dasitzen und bequem 8 Punkte halten können.
Beenden Sie die Übung, indem Sie Dinge wahrnehmen, die Ihnen real erscheinen.
3.8 Andere Leute
Gehen Sie nach draußen an einen belebten Ort. Wenn möglich, machen Sie dies tagsüber an einem schönen Tag. Wenn Sie von der Zivilisation weit entfernt sind, machen Sie das Beste daraus : gehen Sie an einen Ort, an dem sich viele Lebensformen befinden.
Jeder Schritt wird viele Male wiederholt, bis Sie sich gut darüber fühlen ; dann gehen Sie zum nächsten Schritt.
Nehmen Sie verschiedene Leute wahr. Schauen Sie sich jeden einzeln an und beschließen Sie, daß jeder so sein kann, wie er ist. Lassen Sie alle Ideen und Betrachtungen weg und akzeptieren Sie einfach, was die Leute sind.
Als nächstes nehmen Sie Leute wahr und beschließen, daß sie Sie ganz tief in ihrem Innern mögen, unabhängig davon, was sie nach außen zeigen. Und beschließen Sie, daß Sie sie ganz tief in Ihrem Innern gern haben, egal was sie nach außen zeigen. Tun Sie dies ohne jede Rücksicht auf Vernunft und Logik. Tun Sie dies einfach durch Entscheidung und Absicht und ignorieren Sie alle sichtbaren Gründe, warum es nicht so sein könnte.
Dann nehmen Sie Leute wahr und sehen Sie als gottesähnliche grenzenlose Geister und betrachten Sie ihre Körper, Einstellungen und Erscheinungen als vorübergehende Projektionen, die sie dort zeitweilig präsentieren.
Nun schauen Sie sich Leute an und bestätigen Sie sie gedanklich dafür, daß sie da sind.
Setzen Sie dies solange fort, bis Sie sich wirklich gut über Leute fühlen und sie akzeptieren können, wie sie sind.
SICH SELBST KLÄREN KAPITEL 4: SUBJEKTIVE PROZESSE
Bis hierher haben wir vorwiegend mit Techniken gearbeitet, die Ihre Aufmerksamkeit nach außen richten. Selbst wenn wir uns mit "subjektiven" Dingen wie Emotionen befaßt haben, so benutzten wir den Trick, diese in äußerliche Gegenstände zu projizieren.
Man muß sich auch direkt mit subjektiven Dingen befassen. Dadurch kann aber die eigene Aufmerksamkeit nach innen gerichtet werden und nicht nach außen. Das ist unproblematisch, wenn man mit einem erfahrenen Fachmann arbeitet. Aber Sie müssen einige Dinge beachten, wenn Sie auf sich allein gestellt Erfolg haben wollen.
Zuallererst ist es für Sie nicht gut, herumzurätseln und zu grübeln. Sie müssen dasjenige betonen, dessen Sie sich gewiß sind und offensichtliche Antworten geben, denn dadurch entsteht ein Vorankommen und ein Ausmaß an Gewißheit, das Sie durch die härteren Momente gelangen läßt.
Nehmen wir als Beispiel einen harmlosen Prozeß. Die Prozeßanweisung sei "Denken Sie an Obst". Sie schreiben die Antworten auf, damit diese aus Ihnen heraus kommen und Sie nicht zu sehr introvertiert werden. Sie denken kurz nach und Ihnen fällt eine offensichtliche Antwort ein, etwa "ein Apfel". Sie schreiben das auf. Sie überlegen etwas mehr und plötzlich fällt Ihnen ganz viel ein. Es wird mühelos, und Sie fühlen sich gut darüber, an Obst zu denken. Dann beherrschen Sie das Thema und sind damit fertig.
Dies ist natürlich ein Beispiel ohne jede geistige Ladung, so daß es sofort beherrscht wird. Wenn es geistige Ladung gäbe, würden Schwierigkeiten und Widerstand dagegen auftreten, wenigstens bei den ersten paar Anweisungen. Sie müssen lernen, dies durchzustehen, weil die Ladung und die geistigen Barrieren sich auflösen, wenn Sie dies auch weiterhin durchziehen.
Aber Sie können vom Wege abkommen, wenn Sie ausführlich über etwas nachgrübeln, das noch nicht einmal die Frage beantwortet. Sie fragen sich, ob Rhabarber Obst ist oder ein Gemüse. Dann überlegen Sie, ob Sie Rhabarberkuchen mögen und sind sich nicht sicher darüber. Dann denken Sie über das Kuchenbacken im allgemeinen nach. Schon sind Sie weit von der Frage entfernt. Und wenn die Frage geistige "Ladung" enthält, dann besteht die Neigung, ihr auszuweichen und eher an etwas anderes zu denken, als die Ladung anzugehen und aufzulösen.
Wenn Sie einen Prozeß durchführen, müssen Sie sich darauf konzentrieren, zu sagen "es ist ein ...", statt sich zu lange mit "was ist es ?" aufzuhalten. Der Einfachheit halber nennen wir dies ES-IST-EIN und WAS-IST-ES. Bei einem Prozeß müssen Sie stets mehr ES-IST-EIN als WAS-IST-ES durchführen. Sonst können Sie unter zuviel Ungewißheit untergehen.
Sie sollten nicht in der Ungewißheit unbekannter Dinge herumirren. Bauen Sie sich eine immer größer werdende Basis dessen, was Sie konfrontieren können und dessen Sie sich sicher sind.
Die Prozeßfrage sorgt bereits für eine Ungewißheit. Sie können etwas mehr hinzufügen, aber nicht zu viel. Sie könnten sich kurz fragen, ob Rhabarber eine Obstsorte ist ( WAS-IST-ES ). Aber dann entscheiden Sie sich dafür oder dagegen oder einfach, daß Sie es nicht wissen ; Sie könnten es später klären, wenn Ihnen danach ist. Wenn Sie mit Gewißheit sagen, daß Sie es nicht wissen, so ist das eine klare Aussage, die Sie voranbringen wird.
Manchmal finden Sie später heraus, daß Sie sich geirrt haben ( Sie entschieden, daß Rhabarber eine Obstsorte ist, was nicht zutrifft ), doch wenn Sie viel Richtiges tun, dann können Sie gelegentliche Fehler tolerieren. Es geht nicht darum, einen Kampf um absolute Wahrheit und Perfektion zu führen, sondern einfach bessere und bessere Grundlagen zu schaffen, auf denen Sie weiter auf Ihrem Weg nach oben aufbauen können.
Zum Zwecke des Übens nehmen Sie Ihr Notizbuch zur Hand und führen Sie den Prozeß "Denke an ein Obst" an sich selbst durch. Schreiben Sie die Antworten auf. Das wird wohl keine große Erkenntnis oder neues Bewußtsein hervorbringen, aber Sie sammeln etwas praktische Erfahrung, bevor Sie einen echten Prozeß durchführen. Machen Sie dies so lange, bis Sie sich gut darüber fühlen.
4.1 Erinnern und Vergessen
Jetzt wollen wir einen wirklichen Prozeß ausprobieren.
4.1a) Denken Sie an etwas, von dem es Ihnen nichts ausmachen würde, sich daran zu erinnern.
4.1b) Denken Sie an etwas, von dem es Ihnen nichts ausmachen würde, es zu vergessen.
Diese Anweisungen werden abwechselnd gegeben. Schreiben Sie sie oben auf eine Seite Ihres Notizbuches. Notieren Sie auch die Nummern ( damit Sie beim späteren Nachschlagen herausfinden können, wo Sie den Prozeß gefunden hatten ). Dann schreiben Sie A oder B auf die Seite, wenn Sie sich selbst die Frage stellen, und notieren eine kurze Zusammenfassung der Antwort.
Zuerst kann es schwierig und langwierig sein, Anworten zu finden. Dann haben Sie ein paar einfache Antworten, wenn Sie gemerkt haben, wie Sie den Prozeß durchführen müssen. Aber dann wird es wieder schwierig, wenn Ihnen die einfachen Antworten ausgehen und tiefer schauen müssen. Sie graben etwas tiefer, und plötzlich gibt etwas nach ; Sie fühlen, daß sich Ihr Gedächtnis verbessert hat oder Sie haben etwas darüber herausgefunden, warum Sie dazu neigen, Dinge zu vergessen. In diesem Moment hören Sie auf.
4.2 Übereinstimmen und Nicht-Übereinstimmen
Sie sollten frei sein, zu wählen, womit Sie übereinstimmen und womit nicht. Sie brauchen die Freiheit, Ihre Meinung ändern zu können.
4.2a) Finden Sie etwas, mit dem Sie nicht übereinstimmen.
4.2b) Finden Sie etwas, mit dem Sie übereinstimmen.
4.3 Wichtigkeiten
Sie müssen imstande sein, Dingen größere oder kleinere Wichtigkeit zuzuweisen. Es ist Ihre freie Auswahl, und Sie können Ihre Meinung ändern.
4.3a) Beschließen Sie, daß etwas wichtig ist.
4.3b) Beschließen Sie, daß etwas unwichtig ist.
4.4 Affinität
4.4a) Denken Sie an etwas, daß Ihnen gefallen könnte.
4.4b) Denken Sie an etwas, daß jemand anders oder anderen gefallen könnte.
4.5 Denken
Denken Sie einfach abwechselnd an die nachfolgenden Dinge. Es muß nicht richtig oder falsch oder wichtig oder alltäglich oder sonst etwas sein. Denken Sie nur ursächlich irgendetwas über die Dinge, wobei Sie sie nacheinander immer wieder abwechseln. Es geht einfach darum, sich zu bestätigen, daß Sie selbst die Kontrolle über das haben, was Sie denken.
4.5a) Denken Sie an Materie.
4.5b) Denken Sie an Energie.
4.5c) Denken Sie an Raum.
4.5d) Denken Sie an Zeit.
SICH SELBST KLÄREN KAPITEL 5: LERNEN
Um dieses Buch durchzuarbeiten, müssen Sie natürlich eine gewisse Fähigkeit zu lernen und zu studieren haben. Wenn Ihre Fähigkeiten in diesem Bereich gesteigert werden können, dann werden Sie leichter damit zurecht kommen.
5.1 Mißverstandene Wörter
Wenn Sie über die Bedeutung von Wörtern verwirrt sind, werden Sie über das Gesagte verwirrt werden und es nicht gut verstehen können. Das ist ganz einfach.
Besorgen Sie sich ein paar gute Wörterbücher und lernen Sie, sie zu benutzen, falls Sie dies nicht bereits getan haben.
Sie müssen hierbei nicht fanatisch werden. Es ist möglich, Wörter durch den Zusammenhang zu verstehen. Ein Kapitel, das einen neuen Begriff vorstellt, ist bereits für sich eine Definition.
Aber sobald Sie verwirrt werden, gehen Sie sofort zurück und schauen nach, ob Sie - direkt bevor die Verwirrung begann - ein Wort nicht richtig verstanden haben.
Mißverstandene Wörter können dazu führen, daß Sie sich benebelt und müde fühlen. Wenn Sie sich plötzlich ohne Ursache so fühlen, dann sollten Sie zuallererst nach Mißverständnissen Ausschau halten.
Beachten Sie, daß mißverstandene Wörter nicht die einzigen Ursachen für Müdigkeit und Verwirrung sind. Aber man kann sie sehr leicht ausfindig machen und beseitigen ; daher sollten Sie sich zuerst darum kümmern, wenn Sie in Schwierigkeiten geraten.
Verwirrung kommt meist von einem mißverstandenen Wort und nicht von einem Wort, das einfach gar nicht verstanden wurde. Solange Sie ein Wort erkennen können, daß Sie nicht verstehen, können Sie es überlesen, um nach einer nachfolgenden Erklärung Ausschau zu halten oder den Zusammenhang besser zu erkennen ; das bewirkt keine große Verwirrung. Sobald Sie dem Wort eine unpassende Bedeutung zuweisen ( weil Sie vielleicht eine andere Bedeutung des Wortes kennen ), kommen Sie wirklich in Schwierigkeiten.
Man kann auch ein Symbol mißverstehen, indem man denkt, es würde eine Bedeutung haben, während es etwas anderes bedeutet.
Sie können sogar einen Gegenstand mißverstehen, indem Sie denken, es sei eine Sache, während es eine andere ist. Das entsteht meist durch Tricks oder Scherze, aber es kann manchmal geschehen, wenn man sich in einer Umgebung sehr wenig auskennt.
5.2 Man muß schauen, wie die Dinge zueinander passen
Es ist nicht ausreichend, nur die Wörter zu kennen. Man muß auch die Gedanken verstehen, die mitgeteilt werden und darauf achten, wie die Zusammenhänge sind.
Das erfordert, daß man Dinge in Erwägung zieht, ausprobiert, mit den Ideen herumspielt usw.
Sie müssen wirklich die Dinge durchdenken, die Konsequenzen überprüfen und überlegen, was es in der Praxis bedeuten könnte.
Das kann man oft in der eigenen Vorstellungskraft durchführen, aber manchmal braucht man etwas mehr, um es zu erfassen.
Das kann mit Hilfe von Gegenständen oder Knetmasse erfolgen, die die Dinge darstellen. Man kann sogar Etiketten daran anbringen und die Teile bewegen, bis man mit den Augen erkennen kann, wie die Dinge zusammenhängen.
Ein Beispiel : Die beste Art, um einem Kind die Brüche beizubringen, ist daß man wirklich etwas nimmt - etwa einen Pappteller - und ihn in Bruchstücke zerschneidet. So macht man die Prinzipien sichtbar, wie man Drittel und Viertel addiert usw.
Oder Sie können etwas ausarbeiten, indem Sie es aufzeichnen.
Die grundlegende Idee ist die : wenn es nicht möglich ist, die Sache auf rein geistigem Weg zu begreifen, dann benutzen Sie das physikalische Universum als Hilfsmittel.
5.3 Wenn man zu schnell voran geht
Sie können sich selbst zu schnell vorantreiben und zu viele neue Gedanken überfliegen, ohne sie angemessen durchzuarbeiten. Dadurch bekommt man das Gefühl, sich zu drehen. Man hat sich einfach zu viel vorgenommen, ohne auf einem geeigneten Fundament schrittweise aufzubauen.
Die Lösung besteht darin, zurückzugehen und sich gründlich mit den Dingen zu beschäftigen, die Sie überflogen hatten, bis Sie sich wohler fühlen.
Sonst gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Gehen Sie so schnell voran, wie Sie bequem tun können. Stellen Sie nur sicher, daß Sie nicht abstürzen.
5.4 Interesse
Es ist immer einfacher, etwas zu studieren, das Sie gern haben und das Sie interessiert.
Eine der wichtigsten Dinge beim Unterrichten von Schulkindern besteht darin, ihr Interesse zu wecken.
Wenn ein Erwachsener etwas aus eigener Entscheidung lernt, ist diese Voraussetzung oft schon erfüllt. Aber manchmal muß man sich durch etwas Uninteressantes hindurcharbeiten, z. B. um eine Vorbedingung für ein Gebiet zu erfüllen, das man gerne lernen möchte.
In diesem Fall sollte man versuchen, etwas zu finden, was man an der Sache mag, die man lernt.
Und natürlich ist Ihre Entschlossenheit, etwas zu lernen, von großem Wert.
5.5 Es geht noch weiter
Durch das Obige werden Sie nicht zum Fachmann in einem Fachgebiet. Es ist nur die Voraussetzung dafür, ein Buch zu studieren und zu verstehen, was der Autor sagen möchte.
Es reicht vielleicht aus, um ein erstes Mal durch dieses Buch zu gehen und dabei etwas Nützliches herauszuholen. Aber wirkliches Können erfordert viel mehr. Die folgenden Abschnitte zeigen Ihnen die ersten Schritte in diese Richtung.
5.6 Bewertung und Urteilsfähigkeit
Alle Dinge sind nicht gleich wertvoll oder wichtig. Versuchen Sie zu erkennen, welche Punkte wichtiger sind als andere.
Dies erfordert Urteilsvermögen. Aber Sie entwickeln Urteilsvermögen, indem Sie Dinge beurteilen und Ihre Beurteilungen überprüfen. Es ist ein Vorgang, der nicht endet. Sie lernen, Dinge zu beurteilen, indem Sie sie beurteilen, und dann die Ergebnisse beobachten und Ihr Urteilsvermögen durch die Rückmeldungen korrigieren.
5.7 Praktische Anwendung
Denken Sie sich Beispiele aus.
Sie sollten etwas wirklich ausprobieren und sehen, was geschieht.
Sie sollten versuchen, neue Arten zu erfinden, wie Sie verschiedene Ideen im Leben anwenden können.
Sie sollten Informationen prüfen und nachschauen, wie genau sie wirklich sind. Auf manche Dinge ist Verlaß, und andere funktionieren kaum. Einige Dinge fallen Ihnen in den Schoß und andere erfordern erhebliche Fähigkeit und Geschicklichkeit.
5.8 Ihre Sichtweise erweitern
Es reicht nicht aus, einfach in die Fußstapfen eines anderen zu treten. Sie sollten ein Fachgebiet aus vielen Winkeln sehen können.
Je mehr Daten und Gesichtspunkte Sie sich zu eigen machen können, desto umfassender werden Ihre Wahrnehmungen.
Um ein Fachgebiet zu lernen, studieren Sie viele Bücher und betrachten Sie die Arbeit vieler unterschiedlicher Autoren. Schrecken Sie nicht vor der Menge oder Quantität zurück. Je mehr Sie lesen, desto schneller werden Sie lesen können. Je mehr Sie wissen, desto schneller werden Sie neues Wissen erlangen können, weil Sie es zu mehr Informationen in Beziehung setzen können.
5.9 Relative und absolute Wahrheit
Dinge sind oft relativ wahr und nicht absolut.
Ein Gegenstand kann wärmer sein als ein anderer, und ist doch weder so kalt wie der absolute Nullpunkt noch unendlich heiß.
Es ist ziemlich unüblich und vielleicht unmöglich, daß etwas immer und unter allen Umständen total und völlig wahr ist, ohne jede Ausnahme.
Man stellt sich am besten vor, daß die Dinge sich auf einer gleitenden Skala relativer Wahrheit befinden, anstatt zu versuchen, sie schwarz und weiß zu sehen.
Dies bezeichnet man manchmal als eine unendlich-wertige Logik oder nicht- aristotelische Logik ( also nicht die ja/nein-Logik von Aristoteles ). Dies ist als Null-A bekannt und wird in Korzybskis Buch "Allgemeine Semantik" behandelt ( und es wird auch in Hubbards Buch "Dianetik" erwähnt ).
5.10 Bezugsrahmen
Bewertungen sind nicht nur innerhalb einer gleitenden Skala relativ, sondern die Skalen selbst stehen auch in einem bestimmten Zusammenhang oder Bezugsrahmen.
Wenn Sie Orangen anhand ihrer relativen Saftigkeit bewerten, bekommen Sie eine unbrauchbare Antwort, wenn Sie versuchen, einen Apfel auf der selben Skala einzusortieren.
Man kann sich also verschiedene Skalen als einzelne Linien vorstellen, die nicht genau parallel liegen. Etwas mag auf einer Skala sehr hoch liegen und auf einer anderen niedrig.
Oder stellen Sie sich etwas vor, das innerhalb seines Bereiches funktioniert, aber in einem anderen Gebiet nicht so zutreffend ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Mechanik von Newton, die in der täglichen Welt funktioniert, aber nur ein Sonderfall innerhalb von Einsteins Relativitätstheorie ist.
Um etwas angemessen zu bewerten, muß man nicht nur sein Ausmaß von relativer Wahrheit feststellen, sondern auch seinen Arbeitsbereich. So ist das Gesetz der Schwerkraft beim freien Fall nicht sehr nützlich.
5.11 Das Aufspüren falscher Daten
Nicht alles, das geschrieben wurde, ist wahr, und die meisten Wahrheiten sind relativ und nicht absolut.
Es ist sehr schwer, ein Urteil in einem Gebiet zu fällen, in dem Sie kein Fachmann sind. Und selbst die Fachleute vertun sich manchmal.
Dieses Gebiet enthält Fallen, weil Leute einander oft hereinlegen wollen, sei es aus Gewinnsucht oder einfach aus Spaß.
Daher ist das Aufspüren falscher Daten ein Thema für sich, und wir werden uns das für ein späteres Kapitel aufsparen.
5.12 Ohne Vorurteile nach der Wahrheit suchen
Dies ist eine andere harte Nuß.
Ihre persönlichen Interessen können Sie dazu verleiten, daß Sie die Dinge verdrehen.
Am besten wäre, wenn Ihnen so sehr an der Wahrheit gelegen ist, daß Sie sie mehr schätzen als Ihre eigenen Vorurteile.
Die andere Lösung besteht darin, daß Sie dieses ganze Buch durcharbeiten und sich hoffentlich weit genug über Ihre alten fixen Ideen und Vorurteile erheben, so daß Sie dann alles in einem neuen Licht sehen können.
5.13 Zum Abschluß
Dies ist ein einfacher Prozess :
a) Denken Sie an eine Zeit, als Sie gern etwas gelernt haben.
b) Denken Sie an eine Zeit, als ein anderer oder andere gern gelernt haben.
c) Denken Sie an eine Zeit, als Sie einem anderen etwas erfolgreich beigebracht haben.
5.14 Schlußwort
Dies alles ist eher ein Einstieg als das letzte Wort zum Thema Lernen.
Eines der grundlegenden Prinzipen dieses ganzen Buches ist die Verbesserung folgender Fähigkeiten : zu beobachten, zu verstehen und zu wissen.