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Scientologisch verstehen Ein Sprachbuch für Angehörige, Lehrer, Seelsorger, Therapeuten und Journalisten Copyright (c) 2004 by Heidrun Beer - alle Rechte vorbehalten
Erstfassung: Ex-Scientology-Glossar 1999
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- A -
Abbrechen der Verbindung (Disconnection) Allbestimmung (Pan-Determinismus)
- B -
- C -
- D -
- E -
- F -
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- G -
Golden Age of Tech (GAT, Goldenes Zeitalter der Technologie) - H -
- I -
- J -
- K -
- L -
- M -
Missed Withhold (verfehlter Withhold)
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- N -
- O -
OT-Eligibility (Eignung für OT)
- P -
Potentielle Quelle von Schwierigkeiten (Potential Trouble Source)
- R -
- S -
saubere Nadel ("clean needle")
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Selbstbestimmung (Self-Determinism)
- T -
TRs der höheren Schulung (Upper Indoc TRs)
- U -
- V -
- W -
- Z -
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Heidrun Beer war 19 Jahre lang Mitglied in der Scientology-Kirche, knapp zwei Jahre davon auch Mitarbeiterin, und hat sich nach ihrem Austritt weitere zwei Jahre mit der "Freien Zone" befaßt, der wachsenden Szene von kirchenunabhängigen Scientologen. Sie ist heute ehrenamtlich in der Beratung von hilfesuchenden Ex-Mitgliedern tätig.
INHALT
Vorbemerkungen
Gute Nachrichten für Angehörige
Hauptteil
Glossar von Kunstwörtern und Umdefinitionen
Anhang
Gute Nachrichten für Angehörige
Von der Scientology-Front gibt es zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buches (2004) gute Nachrichten. Weltweit schwinden die Mitgliederzahlen der Scientology-Kirche, die Freie Zone (siehe Definition in diesem Buch) hat enormen Zulauf, die meisten Organisationen sind auf ein Drittel oder noch weniger ihrer früheren Größe geschrumpft.
Wäre das nicht der ideale Zeitpunkt, zu Kindern oder anderen Ihnen nahestehenden Menschen, die Sie an die Kunstwelt der Scientology verloren haben, einen neuen Kontakt aufzubauen? Die Erfahrung hat gezeigt, daß viele Scientologen schon lange am Kurs ihrer Kirche innerhalb der letzten 20 Jahre zweifeln, und oft nur auf einen Impuls von außen warten, um den Weg zurück zu ihrer Familie, in ihren Beruf, und in die Gesellschaft zu finden.
Dieses Büchlein möchte Ihnen die Kunstwörter und Umdefinitionen der Scientology nahebringen. Wenn Sie erst die "zweite Muttersprache" jener Menschen verstehen, die Sie vor Jahren an Scientology verloren haben, können Sie eine neue Verbindung aufbauen, selbst zu Menschen, die alle Brücken hinter sich abgebrochen haben. Ihre Rückkehr aus einer Organisation, die laufend an Boden verliert, ist dann oft nur noch eine Frage der Zeit.
Schlimme Erfahrungen?
Haben Sie irgendwann persönlich schlimme Erfahrungen mit der Scientology-Kirche gemacht? Lesen Sie dann bitte unbedingt als erstes die Definitionen von Reverse Scientology und Fair Game, sowie die weiteren Definitionen, auf die von dort verwiesen wird. Vielleicht wird Sie diese Lektüre überraschen, auf jeden Fall aber einiges erklären!
Keine Ahnung von Scientology?
Wenn Sie bisher noch überhaupt nichts von Scientology wissen, interessiert Sie vielleicht die Kurzbeschreibung der Scientology-Religion und die Sammlung von häufig gestellten Fragen und dazugehörigen Antworten (FAQ) am Ende des Buches.
Die dort beschriebenen Zielsetzungen der Scientology erklären auch die besondere Anziehungskraft dieser Religion auf junge und idealistische Menschen.
Geheime Definitionen
Das Buch erläutert unter anderem die wichtigsten Fachwörter und Spezialausdrücke aus den streng geheimen "oberen Stufen". Viele Scientologen fürchten diese Thematik, da ihnen vom Religionsgründer L. Ron Hubbard versichert worden ist, daß man schwer krank werden kann, wenn man sich damit befaßt, ohne ausreichend vorbereitet zu sein.
Falls Sie Scientologe sind und die Stufe OT3 noch nicht erreicht haben, seien Sie beruhigt: Diese Begriffe wurden in Internet-Newsgroups und im amerikanischen Fernsehen ausführlich von Laien diskutiert, ohne daß jemals jemand dadurch krank geworden wäre. Sie wurden aber auch im Text eigens gekennzeichnet. Achten Sie einfach auf das folgende Symbol: OT
So können Sie es vermeiden, die Definitionen dieser Begriffe zu lesen, wenn Sie fürchten, damit ein gesundheitliches Risiko einzugehen.
Falls Sie vor kurzem krank geworden sind und der Ansicht sind, daß es einen Zusammenhang mit der Lektüre dieses Buches gibt, kontaktieren Sie bitte die Autorin unter hbeer@sgmt.at.
ACHTUNG: In Diskussionen mit Mitarbeitern der Scientology-Kirche ist es unbedingt ratsam, diese Ausdrücke zu umgehen und durch Begriffe aus der Normalsprache zu ersetzen.
Die Verwendung dieser Wörter gegenüber "Uneingeweihten" hat für Kirchenmitglieder so schwerwiegende Folgen und die Strafen dafür sind so drastisch, daß eine Diskussion kaum einen geregelten Verlauf nehmen kann, wenn diese extremen Tabus gebrochen werden!
Wichtig: liebevoller Umgang
Bitte vermeiden Sie im Gespräch mit Ihnen nahestehenden Scientologen alle Begriffe, die kränken oder beleidigen könnten, oder durch die sie sich ins Unrecht gesetzt fühlen könnten.
Aus gutem Grund vermeidet dieser Text alle herabsetzenden Begriffe wie "Sekte", "Kult" oder dergleichen. Sein Zweck ist nicht, Menschen in ihrer spirituellen Suche zu verunsichern. Sein Zweck ist auch nicht zu beschuldigen oder Vorwürfe zu machen, sondern Probleme sichtbar werden zu lassen, verstehen zu helfen, und wenn irgend machbar schließlich auch zu ihrer Lösung beizutragen.
Dieses Buch möchte keine Waffe sein, sondern ein Werkzeug, das es Ihnen ermöglichen soll, Brücken zu bauen zu Menschen, die Ihnen immer noch am Herzen liegen, auch wenn sich vor Jahren eine Kluft zwischen Ihnen aufgetan hat.
Die erste Voraussetzung dafür ist, im neu entstehenden Dialog mit diesen Menschen nie, nie, nie zu verletzen, sondern jederzeit mit Geduld und Einfühlungsvermögen zum Gespräch bereit zu sein und auch dann noch die Ruhe zu bewahren, wenn der Gesprächspartner erregt wird oder unfaire Dinge sagt.
Oft ist es in solchen Momenten sinnvoll, das Gespräch überhaupt zu unterbrechen und zu einem anderen Zeitpunkt wieder fortzusetzen.
Eine kleine Notlüge wie "Ich muß jetzt auflegen, es läutet an der Tür" ist in einem solchen Fall sicherlich verzeihlich. Nehmen Sie einen neuen Anlauf, wenn sich die Wogen geglättet haben.
Viel Glück beim Brückenbauen!
Einleitung
Dieses Büchlein möchte Ihnen eine Anzahl von Wörtern erklären, die im Gespräch mit praktizierenden Mitgliedern oder Mitarbeitern der Scientology-Kirche vorkommen können. Es soll Ihnen ermöglichen, ohne langwierige Rückfragen mit diesen oft unter großem Druck stehenden Menschen eine gute zwischenmenschliche Basis aufzubauen.
Bitte erwarten Sie hier nicht ein vollständiges Scientology-Fachwörterbuch - es werden nur Begriffe erläutert, die im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Scientology-Debatte oft mißverstanden werden, deren Verständnis aber wichtig ist, wenn man die Gedankengänge praktizierender Scientologen nachvollziehen will.
Ob Sie nun als Lehrer, Journalist, Familienberater, Seelsorger oder Therapeut arbeiten, oder einfach als Freund, Elternteil oder Verwandter betroffen sind - immer wird der Zugang zu aktiven oder Ex-Scientologen einfacher, wenn Sie zumindest einige der Kunstwörter und umdefinierten Begriffe kennen, mit denen ihre Sprache angereichert worden ist.
Für den Fall, daß Sie in die Lage kommen sollten, mit Vertretern der "Church" zu diskutieren - womöglich sogar öffentlich - , sind bei jedem Wort auch die schwerwiegendsten Probleme innerhalb der heutigen Scientology-Kirche beschrieben. Damit ist gemeint: Widersprüche, Verdrehungen und Anwendungsfehler, gemessen an ihrem eigenen, von L. Ron Hubbard geschaffenen System.
Vielleicht möchten Sie diese Fehler in der Diskussion zur Sprache bringen, um dem jeweiligen Repräsentanten einen Denkanstoß zu geben - viele Mitarbeiter der "Church" sind nach oft langen Jahren des Zweifels dann doch endlich abgesprungen, weil zu viele Ungereimtheiten zusammengekommen sind. Im nachhinein sind diese Menschen dankbar dafür, daß man sie ernst genommen hat und sich die Mühe gegeben hat, ihre Situation gemeinsam mit ihnen durchzudenken.
Wenig Sinn hat es, mit untergeordneten Mitarbeitern oder einfachen Mitgliedern der Scientology-Kirche Streit anzufangen. Sie sind fast ausnahmslos über die wahren Vorgänge hinter den Kulissen des Managements nicht informiert, arbeiten in gutem Glauben und aus oft wirklich selbstlosen Motiven heraus und haben überdies keine Möglichkeit, an der Spitze irgendetwas zu ändern: obwohl Hubbard einen internen Berichts- und Revisionsweg für Verwaltungsfehler vorsieht, hat die Praxis gezeigt, daß so gut wie nie jemand damit Erfolg hat.
Im Verlauf der Definitionen werden Sie immer wieder einmal eine Anmerkung unter dem Stichwort "Daten-Konflikt" finden. Diese Anmerkungen weisen auf widersprüchliche Äußerungen Hubbards hin. In der Verlegenheit, jeweils nur eine von zwei widersprüchlichen Richtlinien anwenden zu können, wählt das heutige Church-Management so gut wie immer die zeitlich spätere Richtlinie (es gibt eine Anweisung von Hubbard, wonach die zeitlich spätere Richtlinie die frühere außer Kraft setzt).
Gemäß seinem vielleicht wichtigsten Artikel, "Anatomie des Denkens", müßte das aber insofern relativiert werden, als der inhaltlich grundlegenderen Richtlinie die höhere Prioriät beigemessen werden müßte. Wie sich an der täglichen Praxis erkennen läßt, ist das Management der Scientology-Kirche mit dieser Aufgabenstellung überfordert. Die unbereinigten Widersprüche in Hubbards Richtlinien und die Unfähigkeit des Managements, die Grundsätze von "Anatomie des Denkens" auf diese Widersprüche anzuwenden und Hubbards Gedankengebäude mit Hilfe dieser Grundsätze zu straffen und zu vereinheitlichen, sind das zentrale Problem in der heutigen "Church".
Nochmals: Falls Sie zu den Unglücklichen gehören, die von Scientologen oder der Scientology-Kirche angegriffen oder verleumdet werden, oder falls Sie den Eindruck haben, daß Ihr Leben durch Anzeigen bei Behörden usw. systematisch ruiniert werden soll, lesen Sie bitte als erstes die Definition von Reverse Scientology. Das wird Sie vielleicht nicht trösten, aber doch einiges erklären. Diese unglückselige Praktik wird vereinzelt auch in der "Freien Zone" angewendet, jedoch nur von wenigen "schwarzen Schafen". Reverse Scientology steht im Widerspruch zu wichtigen Prinzipien der Scientology und dürfte daher eigentlich theoretisch nicht vorkommen. Lesen Sie eine Zusammenfassung dieser Prinzipien unter der Definition von Fair Game.
Glossar von Kunstwörtern und Umdefinitionen in Scientology
- in alphabetischer Reihenfolge -
8-C
Ursprünglich der Name einer Auditing-Routine, deren Bestandteile (Starten, Verändern und Stoppen) die Anatomie von Kontrolle darstellen. Der Begriff hat sich dann weiterentwickelt zu einem Zeitwort, das bedeutet, einen Studenten oder Mitarbeiter usw. mit bestimmten Anweisungen, was er zu tun habe, durch Phasen der Willenlosigkeit und Unentschlossenheit zu führen. ("XY ist so ziellos - wenn man ihn nicht 8-C't, wird er den Kurs nie abschließen.")
8-C wird in der "Church" oft mißverstanden und falsch angewendet, was dazu führt, daß auch Studenten, die sehr wohl wissen, was sie wollen, und die fähig sind, eigenständig zu handeln, mit unerträglicher Bevormundung gequält werden. Das ist vermutlich einer der Hauptgründe dafür, daß selbständig denkende und unabhängige Menschen es meist nicht lange in der "Church" aushalten, und nur solche Charaktere dort verbleiben, die mit dieser Bevormundung zurechtkommen oder sie sogar brauchen, um sich daran anzulehnen.
Das Ergebnis dessen ist, daß speziell die Mitarbeiter meist wenig urteils- und entscheidungsfähig sind und den Aberrationen des internationalen Managements kaum etwas entgegenzusetzen haben, da entschlußfreudige Charaktere mit viel Initiative die "Church" gewöhnlich bald verlassen.
Abbrechen der Verbindung (Disconnection)
Umstrittene Praxis der Scientology-Kirche, die ihre Mitglieder zwingt, die Verbindung zu Aussteigern, Abtrünnigen und anderen mißliebigen Personen komplett abzubrechen, ungeachtet der oft grausamen Konsequenzen, wenn z.B. geschäftliche Partnerschaften oder sogar Familien zerrissen werden. Der Autorin dieses Glossars ist persönlich ein Fall bekannt, wo ein minderjähriger Sohn von den Eltern aus dem Haus geworfen und sich selbst überlassen wurde, und das mitten im Österreich des 20. Jahrhunderts!
Das "Abbrechen der Verbindung" hat eine bewegte Geschichte. Es wurde zuerst von Hubbard eingeführt, dann abgeschafft, dann wieder eingeführt. Zuletzt wurde es von David Miscavige neuerlich abgeschafft, jedoch sind die "Scientology Policy Directives" (Führungsanweisungen der Scientology) aus dessen Feder relativ wenig bekannt und vermutlich auch kirchenintern nicht legal, da Hubbard ausdrücklich festgestellt hat, daß nur Richtlinien, die von ihm selbst verfaßt wurden, angewendet werden dürfen. Jedenfalls ist die Praxis des "Abbrechens der Verbindung" derzeit in Gebrauch und sorgt für laufende Verstimmungen.
Daten-Konflikt:
Zahlreiche Daten-Konflikte: Hubbard hat an vielen Stellen in seinen Büchern und Vorträgen die Wichtigkeit von Kommunikation betont. Sätze wie "Im Zweifel Kommunikation", "Wenn Sie Probleme haben, ist die Lösung nicht, weniger zu kommunizieren, sondern mehr zu kommunizieren" oder "Kommunikation ist das universelle Mittel zur Lösung" sind in der "Church" weit verbreitet und werden viel zitiert. Trotzdem wird aus unerklärlichen Gründen (vermutlich aus Angst vor dem Verlust der Brücke) das totalitäre Gebot zum Abbrechen der Verbindung von der Mehrzahl der Scientologen sklavisch befolgt, oft schon in "vorauseilendem Gehorsam".
Weitere Konflikte gibt es mit der Hubbard-Richtlinie, daß Scientologen prinzipiell die Landesgesetze befolgen müssen (das Verstoßen von Minderjährigen ist illegal), und mit der Richtlinie, daß sich Scientology bzw. deren Organisationen an die ethnischen Gepflogenheiten des jeweiligen Landes anzupassen haben - das Hinauswerfen von Kindern und der Bruch von Geschäftsverträgen ist in zivilisierten Ländern definitiv unüblich. Natürlich kollidiert die Praxis des "Abbrechens der Verbindung" auch mit dem ganz grundlegenden ur-scientologischen Wert der Selbstbestimmung, der es verbieten würde, einer willkürlichen Vorschrift, gleich welchen Inhalts, gegen den eigenen Willen zu folgen.
Das "Abbrechen der Verbindung" ist eines der
dunkelsten Kapitel in der Geschichte der
Scientology-Kirche. Es müßte dringend mit Hilfe der Grundsätze
in
Anatomie des Denkens logisch entwirrt und
aufgelöst werden. Selbstverständlich ist klar, daß
es manchmal Gründe gibt, den Kontakt mit
destruktiven Personen vorübergehend oder auf Dauer
abzubrechen,
jedoch muß die Entscheidung darüber dem
Betroffenen immer selbst überlassen werden - ein kirchlicher
Berater kann hier nur Hilfestellung anbieten, darf
aber seinen Schützling niemals so weit entmündigen, daß
er ihm seine Entscheidungen diktiert.
Aberration
Abweichung von der optimalen Vernunft im Hinblick auf das Überleben und Gedeihen auf allen 8 Dynamiken (Ethik). Es wird angenommen, daß der Verstand an sich perfekt arbeitet und keine Fehler macht, aber auf Grund von falschen Daten aus früheren schmerzhaften Erlebnissen (Engrammen) und anderen geladenen Geschehnissen zunehmend mangelhafte Schlußfolgerungen und Entscheidungen produziert. Speziell gefährlich ist ein Mechanismus, der eine Person dazu zwingt, Unrecht und Fehler zu wiederholen, um sich selbst ebenso wie anderen zu beweisen, daß sie im Recht ist.
Das Entfernen der falschen Daten durch Bewußtmachen der schmerzvollen oder schuldhaften Ereignisse (Auditing) soll zu einem Abnehmen der Aberration und damit zunehmender geistiger Gesundheit führen. Aberration geht Hand in Hand mit einem zunehmenden Absinken auf der Ton-Skala; entsprechend wird umgekehrt angenommen, daß der Erfolg von Auditing unter anderem an einem Ansteigen der Person auf der Ton-Skala erkennbar ist.
aberrierende Persönlichkeit
Frühe Bezeichnung (1953) für die später noch wesentlich genauer beschriebene unterdrückerische Person. Bemerkenswert ist die Erwähnung von "Sexuelle Beschränkung oder Perversion" als eines von fünf Charaktermerkmalen, besonders wenn man die extreme Unterdrückung und Bevormundung im Bereich sexueller Beziehungen innerhalb der Sea Org bedenkt. Auch die restlichen Materialien im PTS-SP-Kurs weisen der heutigen "Church" unterdrückerische Züge nach, und das bei der Beurteilung nach ihrem eigenen System!
aberriert
Eigenschaftswort für Personen, die sich im Zustand der Aberration befinden, und für das entsprechende unlogische, unvernünftige oder destruktive Verhalten, mit dem solche Personen oft sich und andere oder die Umwelt gefährden.
Abwertung
Herabsetzende, gehässige oder geringschätzige Bemerkungen, Kommentare oder auch wortlose (telepathische) Kommunikation. Wird im Rahmen der 6 Rudimente überprüft und gesäubert. Besonders gründliche Auditoren überprüfen auch die Flüsse 2, 3 und 0 und erzielen damit wesentlich bessere Resultate als bei der in der "Church" üblichen Beschränkung auf Fluß 1.
Achterbahnfahrer
siehe Rollercoaster
Affinität
Gefühl von Mögen, Gernhaben, gegenseitiger Anziehung oder Liebe. In rein spiritueller Hinsicht von Hubbard definiert als "Wunsch, denselben Raum einzunehmen" (wie etwas oder jemand). Es finden sich in seiner Literatur auch Vergleiche mit der Gravitation (Erdanziehungskraft) und Kohäsion (Anziehungskraft zwischen Partikeln). Gemeinsam mit Realität und Kommunikation ist Affinität Bestandteil von ARK.
Aktionszyklus
Vollständiger Handlungsablauf, bestehend aus Starten, Verändern und Stoppen, oder auch Starten, Aufrechterhalten und Abschließen. Referenz: "Grundlagen des Denkens" (Buch von L. Ron Hubbard).
Allbestimmung (Pan-Determinismus)
Fähigkeit und Bereitschaft, die Verantwortung für beide (mehrere) Seiten eines Spiels zu übernehmen. Das wäre etwa vergleichbar mit einem Schachspieler, der gegen sich selbst spielt. Diese Stufe steht noch oberhalb von Selbstbestimmung, wo man uneingeschränkte Verantwortung für sich selbst, nicht aber für die andere Seite des Spieles hat.
alter-isen
siehe Alter-is-ness
Alter-is-ness
Von "to alter", englisch für "verändern". Einer der vier geistigen Daseinszustände (siehe auch As-is-ness, Is-ness und Not-Is-Ness). Der Zustand nach dem erstmaligen kreativen Blitz des Erschaffens (As-is-ness) ist nicht von Dauer; er muß durch die ständige Veränderung, die Entwicklung oder den Wandel der Alter-is-ness in die dauerhafte Is-ness (den Bestand oder das Vorhandensein) übergeführt werden.
In dieser Funktion wird die Alter-is-ness als konstruktiv bzw. eine Notwendigkeit betrachtet. Das Wort wird in Scientology aber auch noch in einer zweiten Form mit negativer Bedeutung verwendet, und zwar für das sinnlose, zwanghafte und kontraproduktive Abändern von Auditing-Verfahren, administrativen Richtlinien oder Anweisungen der Führungsebene an untergeordnete Mitarbeiter oder Organisationen ("alter-isen"). Siehe auch Squirreling.
In dieser negativen Bedeutung ist die "Church" selbst ein Musterbeispiel für die fortwährende und verhängnisvolle "Alter-is-ness" der von Hubbard ursprünglich entworfenen liberalen, konstruktiven und evolutionären Urform der Scientology zu einem kaum mehr erkennbaren destruktiven Zerrbild.
Analytischer Verstand
Vernünftiger Teil des Verstandes, der logisch auf der Grundlage bewußter Gedächtnis-Inhalte operiert. Da seine Daten bekannt und nicht geladen sind, liefert er korrekte Ergebnisse, im Gegensatz zum reaktiven Verstand, der in der Regel unbrauchbare Ergebnisse liefert.
Anaten
Kunstwort aus "Analytical Attenuation" (analytische Verminderung). Es handelt sich um einen Zustand verminderter Wachheit, der manchmal während der Sitzung oder während TR's auftritt. Er ist das Resultat des Kontaktes mit den mentalen "Resten" früherer schmerzhafter Geschehnisse und ähnelt Schläfrigkeit oder einem Anflug von Bewußtlosigkeit, führt aber nicht zum Verlust der motorischen Kontrolle.
Anatomie des Denkens
Artikel von L. Ron Hubbard. Erster Artikel einer als "Daten-Serie" zusammengefaßten Reihe von Richtlinien-Briefen, daher oft auch zitiert als "Datenserie 1". Referenz: Management-Serie (ein Bestandteil der Sammlung von Bänden der grünen Tech).
Die Essenz dieses Artikels ist, daß Informationen ("Daten") immer in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit ausgewertet werden müssen. Dieser Grundsatz ist speziell beim Auflösen von Konflikten oder Widersprüchen bei der Datenauswertung von Bedeutung. Sähe man Hubbards Schriften einfach als eine Sammlung von Daten an, so könnten mit dieser schlichten Grundregel alle die Widersprüche aufgelöst werden, die die heutige Scientology-Kirche zu einer so problematischen Einrichtung machen.
Hubbard selbst bietet also innerhalb seines Systems den Schlüssel zur Lösung der Probleme seiner "Church" an, jedoch sind offenbar in der Führungsebene des Managements keine kompetenten Personen mehr vorhanden, die imstande wären, diese umfangreiche Aufgabe in Angriff zu nehmen: Seit der Machtübernahme von David Miscavige wurde der größte Teil des noch unter Hubbard ausgebildeten Personals systematisch entfernt, oder hat aus eigenem Antrieb aus Protest gegen die zunehmenden Mißbräuche die "Church" verlassen. Viele von ihnen arbeiten heute in der Freien Zone oder haben ihre eigenen Systeme für die geistige Weiterentwicklung formuliert.
Daten-Konflikt:
Es existiert eine Richtlinie von Hubbard, wonach datumsmäßig ältere Schriften durch datumsmäßig jüngere Schriften außer Kraft gesetzt werden. Da die bedeutenden Prinzipien der Scientology in den genialen frühen Jahren Hubbards formuliert wurden, während die Richtlinien, die heute verwendet werden, zum Großteil aus späteren Jahren stammen, in denen Hubbard - zahlreichen Berichten ehemaliger Mitarbeiter zufolge - zunehmend paranoid und destruktiv wurde, sieht sich das heutige Management scheinbar zu Recht darin bestätigt, zugunsten dieser späteren Richtlinien die früheren fundamentalen Prinzipien zu vernachlässigen.
Würde stattdessen der Artikel "Anatomie des Denkens" angewendet, in dem die Gewichtung von Daten eindeutig nach ihrer Stellung im Gesamtzusammenhang erfolgen müßte (grundlegend, weniger grundlegend, nebensächlich usw.) und nicht nach einer zeitlichen Reihenfolge, so könnte das Richtlinien-System der "Church" in einer Weise revidiert werden, daß die "Church" keinen sozial schädlichen Faktor mehr darstellt. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Mitglieder und Mitarbeiter der "Church" Argumenten dieser Art eher zugänglich sind als Aufforderungen, die "Church" zu verlassen. Hubbard hat auf die genaue Anwendung seiner Prinzipien großen Wert gelegt - man findet daher mit dieser Argumentation ein offenes Ohr.
antisoziale Persönlichkeit
siehe unterdrückerische Person
Anzeige (Read)
Rasche Bewegung der E-Meter-Nadel nach rechts, als Reaktion auf eine Frage des Auditors oder die Nennung eines Namens oder Begriffes (siehe Ladung). Je nach Größe der Nadelbewegung kann eine Anzeige verschiedene Namen haben: Small Fall (sF), Fall (F), Long Fall (LF), Blowdown (BD) oder Long Fall-Blowdown (LFBD). Die Größe der Anzeige steht im Verhältnis zum Ausmaß an Ladung, ist aber auch ein Kennzeichen dafür, ob das Thema real genug ist, um gelaufen zu werden. Zu stark geladene Themen (Items) sind überlastet mit negativer Energie und zeigen nicht an.
anzeigen (to read)
Am E-Meter reagieren. Siehe Anzeige.
AO
Abkürzung für "Advanced Organization" (fortgeschrittene Organisation). Immer von Mitgliedern der Sea-Org bemannt. Nur an diesen Orgs werden die oberen Stufen geliefert. Da die Auditoren der anderen, normalen Organisationen (auch Klasse 4- oder Klasse 5-Organisationen genannt) über den Inhalt dieser Stufen nicht informiert werden, kommt es immer wieder zu Situationen, wo mit Preclears falsch umgegangen wird. In Extremfällen kann das zu ernsthaften Schwierigkeiten und sogar körperlicher Krankheit führen.
ARK
Abkürzung für Affinität-Realität-Kommunikation (englisch ARC). Es wird angenommen, daß Affinität, Realität und Kommunikation zwischen Menschen in einem Zusammenhang stehen - deshalb werden sie auch als ARK-Dreieck bezeichnet -, und daß sie gemeinsam Verstehen ergeben. Das Anheben eines der Punkte soll dazu führen, daß auch die anderen zunehmen. Damit können gezielt zwischenmenschliche Beziehungen hergestellt bzw. verbessert werden. Gewöhnlich beginnt man an der "K"-Ecke, stellt also etwas Kommunikation her, worauf sich größere Realität einstellt und in der Folge dann größere Affinität.
Umgekehrt kann durch die Verletzung eines der Bestandteile das gesamte ARK zusammenbrechen und damit auch das Verstehen. Für das Auditing dieser sogenannten ARK-Brüche gibt es ein besonderes Verfahren, das auch Bestandteil der Rudimente ist.
ARK-Bruch
siehe ARK
ARK-Dreieck
siehe ARK
as-isen
Etwas (meist etwas Unerwünschtes, wie die Erinnerung an ein schmerzvolles oder schuldhaftes Erlebnis) im Rahmen einer Auditing-Sitzung auflösen oder zum Verschwinden bringen, indem As-is-ness darauf angewendet wird. Im Gegensatz dazu wird es durch Not-Is-Ness nur unterdrückt und eventuell außer Sichtweite gezwungen, aber nicht wirklich aufgelöst.
As-is-ness
Einer der vier geistigen Daseinszustände (siehe auch Is-ness, Alter-is-ness und Not-Is-Ness). Schöpferischer Moment des Visualisierens einer bisher noch nicht vorhandenen Sache. (Der göttliche Schöpfungsakt "Es werde Licht!" wäre ein Beispiel dafür.) As-is-ness enthält kein Überleben (zeitliche Fortdauer); damit eine Schöpfung Bestand hat, muß sie einer Alter-is-ness unterzogen werden, einem fortwährenden Wandel, wodurch eine dauerhafte Form der Schöpfung erlangt wird (Is-ness). Dies ist bei ruhenden Gegenständen nur auf molekularer Ebene erkennbar, wo sich die Energiequanten der Atome ununterbrochen bewegen.
Ebenso nimmt Hubbard an, daß eine existierende Sache oder ein Zustand dadurch zum Verschwinden gebracht werden kann, daß der Eigentümer (der ursprüngliche Schöpfer der Sache) ein zweites Mal As-is-ness darauf anwendet. Es muß ein exaktes Duplikat geschaffen werden, d.h. die Sache muß genauso gesehen werden, wie sie wirklich ist, auf englisch "as is" (daher der Name), ohne Verdrehungen, Veränderungen, Weglassungen oder Lügen, in ihrem eigenen Raum und ihrer eigenen Zeit. Das ist das Grundprinzip von Auditing. Durch das Wiedererschaffen eines Erlebnisses in allen Details, exakt genau so wie es wirklich ist ("as is") wird eine so perfekte Kopie geschaffen, daß sie sich mit dem Original gegenseitig aufhebt.
Daten-Konflikt:
Obwohl Hubbard in seinem prominenten Artikel über das Gruppen-Engramm (Referenz: das Buch "Notes on the Lectures") sehr genau beschreibt, wie eine Gruppe vergangene Katastrophen - wie sie nach der Machtübernahme von David Miscavige gehäuft aufgetreten sind - durch gemeinsame As-is-ness aufarbeiten kann, wird von der heutigen "Church" mit großem Fleiß das Gegenteil von As-is-ness, nämlich Not-is-ness betrieben, was die dunklen Punkte in ihrer Vergangenheit (und auch in der Biographie von Hubbard) betrifft. Es werden ständig Fakten verdreht, Details unter den Teppich gekehrt, nicht vorhandene Dinge behauptet und bewiesene Tatsachen abgeleugnet.
Hubbard kommt in seinen Schriften zur Ausbildung von Auditoren immer und immer wieder auf die grundlegende Bedeutung der Wahrheit zurück. Seine heutige "Church" ist im Gegensatz dazu ein immer wirrer werdendes Konstrukt von ineinander verwickelten Lügen. Wenn man es von den Grundprinzipien her betrachtet, ist es fast nicht mehr möglich, sich noch weiter von den eigenen Fundamenten zu entfernen, als es diese "Kirche" heute tut.
Auditieren
Jemandem Auditing geben
Auditing
Entfernen von Ladung vom Fall einer Person durch das Stellen von Fragen, die es erlauben, sich ein vergangenes Geschehnis (oder eine Kette ähnlicher Geschehnisse) in allen Einzelheiten wieder bewußt zu machen. Sobald dies geschieht, findet As-is-ness statt und die Ladung löst sich auf. Damit wird schrittweise die Fähigkeit wiederhergestellt, in einem bestimmten Bereich zu denken und zu handeln, von dem man sich davor wegen der als unangenehm empfundenen Ladung unbewußt zurückgezogen hat.
Auditor
Person, die ausgebildet ist, Auditing zu geben. Es gibt verschiedene Stufen der Auditoren-Ausbildung; davon sind einige den Mitarbeitern der Sea-Org vorbehalten, so z.B. das Training für das Auditieren von NOTs und den L's. Speziell im Fall von NOTs ist das manchmal fatal, da viele Scientologen unter den Fall-Phänomenen dieser Stufe leiden, ohne darüber Bescheid zu wissen und ohne daß ihr lückenhaft ausgebildeter Auditor die Phänomene erkennt. Der Auditor und in der Folge die gesamte Organisation reagieren dann falsch auf bestimmte Verhaltensmerkmale (Neigung zur Kritik usw.), und das Resultat kann für den Preclear verheerend sein.
Auditoren-Kodex
Ehrenkodex für das Verhalten des Auditors in Sitzung, bestehend aus verschiedenen Regeln, wie z.B. den Preclear niemals abzuwerten, jeden Prozeß vollständig abzuschließen, und viele andere.
Daten-Konflikt:
Eine der wichtigsten Regeln im Auditoren-Kodex ist das Versprechen des Auditors, niemals zuzulassen, daß Daten, die der Preclear im Rahmen der Sitzung preisgibt, für seine Bestrafung verwendet werden. Diese "heilige Regel" wurde von der Church mehrfach gebrochen, um Ex-Mitglieder, die vor Gericht gegangen sind oder anderweitig unerwünscht waren, öffentlich zu denunzieren, z.B. in den Fällen von Bill Franks, einem prominenten Manager zur Zeit der Zerstörung des Mission-Netzwerks, oder von Dennis Erlich, einem Ex-Mitarbeiter von Flag, der nach seinem Austritt in Internet-Newsgroups und im Fernsehen öffentlich geheime Schriften der "Church" diskutierte und sich damit zur "Persona non grata" machte.
In diesem Stadium liegt es nicht mehr in der Macht des ursprünglichen Auditors, die Akten des Preclears ("PC-Folder") vor solchem Mißbrauch zu schützen, selbst wenn er dies versucht, um die Einhaltung des Auditoren-Kodex zu gewährleisten. Sie werden ihm bzw. seiner Organisation entzogen und von eigens dafür eingestellten Mitarbeitern nach Informationen durchsucht, die für "schwarze PR" geeignet sind.
Offenbar hat sich in der "Church" niemand gefragt, wie sich solche Maßnahmen auf das Vertrauen der Mitglieder auswirken. Wie viele von ihren überteuerten Auditing-Stunden werden diese Manager noch verkaufen, wenn man als Mitglied jederzeit damit rechnen muß, daß alle Einzelheiten über kriminelle Aktivitäten, die man unter dem Schutz des Beichtgeheimnisses dem Auditor anvertraut hat, nach der nächsten kleinen Meinungsverschiedenheit öffentlich gemacht werden?
Austausch
siehe Exchange
Bank
Bezeichnung aus der scientologischen Umgangssprache für den reaktiven Verstand (abgeleitet von den Gedächtnisaufzeichnungen in den "Datenbanken" des Verstandes).
banky
Abschätziger Ausdruck für aberriertes Verhalten, das durch den vorherrschenden Einfluß des unvernünftigen reaktiven Verstandes (der Bank) geprägt ist. Im Gegensatz dazu ist analytisches Verhalten vernünftig, logisch und konstruktiv.
Beistand (Assist)
Einfache Prozesse, die nicht nach vergangenen Erlebnissen forschen, sondern dem Preclear bei Schwierigkeiten in der Gegenwart helfen sollen. Die bekanntesten Beistände sind der Berührungsbeistand (Touch Assist) bei körperlichen Problemen, Schmerzen, Verletzungen usw., der Kontakt-Assist, bei dem der Preclear nach einem Unfall in die Umgebung des Unfalls zurückgebracht wird, und die Orientierungshilfe bei akut verwirrten oder geschockten Personen.
Belastung
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn man durch eigenes Verschulden der Gruppe oder Beziehung geschadet hat. Sie besteht im wesentlichen aus Schritten zur Wiedergutmachung des Schadens und Versöhnung mit den geschädigten Personen.
Diese Formel (wie auch die von anderen Ethik-Zuständen) wurde von der "Church" als gesamter Organisation gegenüber geschädigten Studenten, Preclears oder Mitarbeitern niemals wie von Hubbard vorgesehen angewendet.
Wäre das geschehen, so wären die Chancen auf die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen viel besser gewesen, und Millionen Dollar an Gerichts- und Anwaltskosten wären erspart geblieben und hätten der Bezahlung und Ausbildung der Mitarbeiter zugute kommen können.
Bewertung
Dem Preclear sagen, was er über seinen Fall zu denken hat. Nach dem Auditoren-Kodex streng verboten. Da Bewertungen auch im Leben vorkommen können (es wird einem oft von Familienmitgliedern, Vorgesetzten oder Erziehungspersonen gesagt, was mit einem verkehrt ist), wird die Bewertung als Bestandteil der Rudimente im Auditing regelmäßig überprüft.
Übrigens ist dieser technische Fehler - einem Patienten zu sagen, an welchem seelischen Defekt er leidet, anstatt ihn mit gezielten Fragen zu seinen eigenen Einsichten zu führen - einer der Punkte, wo die ansonsten eher überzogene Kritik der Scientology an der Psychiatrie tatsächlich Sinn macht.
OT Black NOTs
Dieser Begriff stammt nicht aus dem Wortschatz von Hubbard, sondern hat sich später während der Diskussion von Scientology am Internet entwickelt.
Einzelne Scientologen haben berichtet, daß im Zuge von Konflikten mit der Kirche "Dämonen" auf sie angesetzt worden sind, also körperlose geistige Wesen, wie sie im Rahmen der NOTs-Technologie auditiert werden, von besonders bösartigem und negativem Charakter. Obwohl dieser Vorgang objektiv kaum verifiziert werden kann, soll er doch nicht unerwähnt bleiben. Falls es zu einer solchen gezielten Aussendung von feindseligen Geistwesen tatsächlich gekommen sein sollte, fiele diese Praktik zweifellos unter Reverse Scientology und wäre nachdrücklich abzulehnen.
Blowdown (BD)
Nadel-Anzeige am E-Meter. Die Nadel "fällt" dabei so weit nach rechts, daß sie am Ende der Skala anschlägt und der Tonarm nachgestellt werden muß, um die Nadel wieder auf die Skala zu bringen. Das Wort stammt von englisch "blow" für "weggehen" oder "verschwinden" (das Verschwinden von Ladung).
OT Body-Thetan
Abkürzung BT (siehe auch Thetan, der Scientology-Ausdruck für Seele oder geistiges Wesen). Body-Thetan ist die Bezeichnung für körperlose geistige Wesen, die am oder im Körper eines Menschen oder in seiner näheren Umgebung leben. Andere Bezeichnungen sind "Dämonen" oder - sachlicher und weniger emotional - Entitäten.
Body-Thetans machen sich entweder durch Somatiken unangenehm bemerkbar oder durch nur geistig wahrnehmbare Äußerungen wie innere Stimmen, destruktive Impulse (aus dem Fenster springen...) oder negative Einstellungen, die sich von den Gedanken des Preclears deutlich unterscheiden lassen. Wenn der Auditor vom Preclear zunehmend oft das typische fassungslose "Das bin gar nicht ich - wer denkt (sagt) diese Dinge eigentlich?" hört, weiß er, daß es Zeit ist, sich mit Body-Thetans zu befassen.
Diese Wesen werden auf den oberen Stufen (OT3 - OT7) mit der Technologie von NED für OTs behandelt, sind aber oft davor schon aktiv. Ihre Herkunft wird von Hubbard dem OT3-Geschehnis zugeschrieben; der Auditor sieht in der Praxis jedoch oft Body-Thetans, die jüngeren Ursprungs sind und das OT3-Geschehnis nicht auf ihrer Zeitspur haben.
In niederen Scientology-Organisationen oder -Missions kann es zu schlimmen Fehleinschätzungen kommen, wenn Preclears mit derartigen Phänomenen von unzureichend trainierten Auditoren beurteilt werden, in deren Ausbildung die Informationen über Body-Thetans vollständig fehlen. Sie müssen dann unter Umständen in einem ohnehin bereits stark restimulierten Zustand eine Reihe falsch zugewiesener Ethik-Zustände durchlaufen, anstatt das teure Spezial-Auditing zu bekommen, das sie benötigen würden, und das nur in wenigen zentralen Organisationen, den AO's, erhältlich ist. Auditoren der Freien Zone sind über diese Dinge in den meisten Fällen besser informiert und können damit oft elegant umgehen.
!!ACHTUNG!! Der Begriff "Body-Thetan" und seine Abkürzung "BT" unterliegen in der "Church" einem totalen Tabu (obwohl die entsprechenden Konzepte in anderen Religionen ganz selbstverständlich sind und auch von Hubbard bereits in frühen Büchern erwähnt werden). Sie werden erst auf den oberen Stufen gelehrt und dürfen nie und unter keinen Umständen außerhalb des speziell dafür reservierten Kursraumes ausgesprochen werden. Verstöße gegen diese Regel ziehen ausgedehnte, ernsthafte und sehr unangenehme (und teure!!) Konsequenzen nach sich.
Es ist daher ratsam, im Gespräch mit Scientologen diese Begriffe nie zu erwähnen. Verwenden Sie stattdessen die neutralen Ausdrücke "Entität", "geistiges Wesen" oder "körperloses geistiges Wesen". Diese Ausdrücke bedeuten zwar genau dasselbe wie "Body-Thetan", sind aber nicht auf so extreme Weise negativ besetzt, und ihre Erwähnung wird nicht auf so übertriebene Weise geahndet.
Brücke
Die von Hubbard oftmals geänderte Reihenfolge von Schritten oder Stufen, die ein Scientologe zu absolvieren hat, um die von ihm angestrebte völlige geistige Freiheit zu erlangen. Die Brücke besteht - grob unterteilt - aus den unteren Stufen (Reinigungs-Rundown, Grade und NED), den Prozeduren zur Feststellung des Zustands Clear, und den oberen Stufen (Pre-OT-Stufen, der Einfachheit halber auch OT-Stufen genannt).
Die vor dem "Umbau" der Brücke durch David Miscavige verwendeten eigentlichen OT-Stufen 1 bis 7, die wirklich bemerkenswerte geistige Fähigkeiten zu erzeugen in der Lage waren, sind heute nicht mehr erhältlich (siehe OT-Fähigkeiten).
Das ist die Reihenfolge für den Preclear bzw. Pre-OT oder die "rechte Seite der Brücke" (entsprechend der Abbildung auf der Grad-Karte, einer Übersicht über alle verfügbaren Stufen und deren ideale Anordnung). Die "linke Seite der Brücke" bezieht sich auf die Ausbildung zum Auditor, der die jeweilige Stufe auditieren kann. Oberhalb von Clear werden einige Stufen ohne Auditor durchgeführt. Dafür ist die Ausbildung zum Solo-Auditor erforderlich.
OT BT
Abkürzung für Body-Thetan
Bulletin
siehe HCO-Bulletin
Button
siehe Knopf
Case Supervisor
Siehe Fallüberwacher
Clear
Kaum eine der Definitionen in Scientology ist so oft geändert worden wie diese. Zur Zeit des Erscheines von Dianetik war der Clear beinahe ein Übermensch, der nie krank wird, ein photographisches Gedächtnis hat, und in allen möglichen und unmöglichen Situationen mit optimaler Vernunft reagiert, also vollkommen frei ist von jeglicher Aberration. Im Lauf der Zeit stellte sich heraus, daß Hubbard hier die Latte zu hoch gelegt hatte. Keine dieser Versprechungen konnte erfüllt werden, obwohl es in allen diesen Bereichen durch AuditingVerbesserungen gab.
Nach verschiedenen anderen Definitionen ist die heute gültige Definition "jemand, der seinen eigenen reaktiven Verstand nicht mehr hat". Bei genauerer Betrachtung bedeutet diese kryptische Formulierung, daß zwar die Person selbst (nun eben kein Preclear mehr, sondern ein Clear) nicht mehr den Reiz-Reaktions-Reflexen des reaktiven Verstandes unterworfen ist, sehr wohl aber andere Wesen in seiner Umgebung. Wer diese anderen Wesen sein könnten, erklären die Wörterbücher der Scientology uns nicht.
OT Erst später, auf dem Training zum Solo-Auditor, wird klar, daß es sich dabei nicht nur um Familienmitglieder und Berufskollegen, sondern vor allem um körperlose geistige Wesen handelt, die den Körper und die Umgebung des Menschen bevölkern und weiterhin Aberration in sein Leben bringen (Body Thetans).
Erst wenn auch diese Wesen alle auditiert sind, kehren Ruhe und Vernunft ein. Es bleiben zwar dann immer noch die anderen Dynamiken zu klären, aber der wichtige Anfang ist jedenfalls gemacht.
Die Stufe "Clear" ist ein wichtiger Punkt auf der Brücke. Er trennt die nicht-vertrauliche "untere Brücke" von den strengster Geheimhaltung unterliegenden oberen Stufen. Sobald ein Clear mit den oberen Stufen beginnt, wird er im Zusammenhang mit dem Auditing nicht mehr als Preclear bezeichnet, sondern als Pre-OT.
Co-Auditing
Auditing zwischen zwei Studenten auf dem selben Kurs. Dabei muß für die Auditing-Stunden als solche nicht bezahlt werden, jedoch in manchen Fällen ein geringerer Betrag für die Fallüberwachung. Bei Co-Auditing muß man zwar mit mehr Fehlern rechnen (ganz fehlerfrei ist Auditing so gut wie nie), aber die Gewinne haben weit mehr Substanz und Bestand, da man zusätzlich zu den Sitzungen auch die gesamte Theorie der jeweiligen Stufe studiert und damit tiefe Einblicke in die Zusammenhänge im Leben erhält. Zu den Auditing-Gewinnen wird sozusagen Lebens-Knowhow mitgeliefert.
Condition(s)
siehe Ethik-Zustände
Confessional (Bekenntnis)
Scientologischer Ausdruck für Beichte. Im Confessional werden unter Auditing-Bedingungen, nach Auditing-Regeln (und zu Auditing-Preisen!) die Overts (schädliche Handlungen oder Unterlassungen) des Preclears oder Pre-OTs gebeichtet und schließlich verziehen, jedoch sagt der Auditor zu Beginn der Sitzung "Ich auditiere dich nicht". Das würde es im Idealfall erlauben, die Einzelheiten der Sitzung hinterher an die Ethik-Abteilung zu übermitteln, damit der Preclear dort fachkundige Anleitung erhalten kann, wie er sein Leben in Ordnung bringt, so daß er auf anständige Weise existieren kann und seine Probleme nicht mit Hilfe von Overts lösen muß.
Ohne den Satz "Ich auditiere dich nicht" wäre der Auditor durch den Auditoren-Kodex verpflichtet, sämtliche Sitzungsdaten absolut geheimzuhalten. Sobald er gesagt hat "Ich auditiere dich nicht", handelt es sich rein formal um keine Auditing-Sitzung mehr (obwohl das Confessional ansonsten genauso abgewickelt wird und funktioniert wie jede andere Sitzung), und der Auditoren-Kodex gilt nicht mehr.
Die heutige "Church" benützt diese spezielle Ausnahme als Hintertür, um Daten aus den Confessionals von mißliebigen Ex-Mitgliedern vor Gericht zu verwenden oder in Form von Dossiers zusammenzustellen und an die Arbeitgeber, Geschäftspartner und Familienmitglieder dieser Ex-Mitglieder zu senden oder sogar an die Presse zu übermitteln. Damit wird ihr über kurz oder lang niemand mehr eine einzige Auditingstunde abkaufen, da man jederzeit befürchten muß, bei der geringsten Unstimmigkeit oder Meinungsverschiedenheit sämtliche Einzelheiten über persönliche Fehler, die man unter dem Schutz des Beichtgeheimnisses in der Sitzung aufarbeiten wollte, im Fernsehen, der Presse oder am Internet wiederzufinden.
Nicht nur der Erpressung sind Tür und Tor geöffnet, wenn die Gefahr droht, daß sexuelle Abenteuer dem Ehepartner oder Unsauberkeiten im Betrieb dem Arbeitgeber bekanntgemacht werden: es wird damit auch des Klima des Schutzes und der Sicherheit zerstört, das nötig ist, damit man sich mit den eigenen schuldhaften Verfehlungen geistig auseinandersetzen und neue, konstruktivere Verhaltensmodelle ausarbeiten kann. Die "Church" wird von Kritikern gern als kriminelle Organisation bezeichnet - in geistiger Hinsicht ist sie es sicherlich, da sie ihren Mitgliedern die wichtigste Zuflucht raubt: den Schutz des Beichtgeheimnisses.
Ein weiteres Problem aus technischer Sicht ist, daß Hubbard festgestellt hat, daß Overts immer auf allen vier Flüssen gelaufen werden müssen. Im Confessional wird nur der Fluß 2 gelaufen (Dinge, die der Preclear getan hat). Dadurch sammelt der Preclear ungehandhabte Restimulationen auf den nicht gelaufenen Flüssen 1, 3 und 0 an, was den Fall mit der Zeit total aus der Balance bringt.
OT Zusätzlich erschwert wird diese Situation durch die Tatsache, daß bei der Frage nach einem Overt oft die Ladung von Entitäten (Body-Thetans) anzeigt. Der Auditor beginnt dann nach einem Overt zu graben, den der Preclear gar nicht begangen hat. Je hartnäckiger er gräbt, desto mehr protestiert der Preclear, und desto schwieriger und verfahrener wird seine Situation. Die Confessional-Prozedur sieht den Einsatz von erweiterter Auditing-Technologie, die die Ladung von Entitäten sauber aussortiert, beim Confessional nicht vor - was speziell bei Pre-OT's auf den höheren Stufen, die viel mit Entitäten zu tun haben, zu enormen Schwierigkeiten führen kann.
Cramming
"Nachhilfe"-Abteilung einer Scientology-Organisation, oder auch der Vorgang des Gebens von Nachhilfe. Studenten und Auditoren, die in Sitzung Fehler machen, gehen zu Cramming und erhalten dort Intensiv-Training mit vielen Wiederholungen. Es gibt auch Cramming für Manager, die in der Verwaltung Fehler gemacht haben.
Creed
Siehe Glaubensbekenntnis
C/S (Case Supervisor)
Siehe Fallüberwacher
Dämon
siehe Body-Thetan
David Miscavige
Zur Zeit (2004) oberster Manager der Scientology-Kirche. Recherchen weisen darauf hin, daß seine Machtübernahme im Jahr 1982 gegen den Willen Hubbards erfolgt ist. Anschließend wurde eine enorme Anzahl von Hubbard-treuen Mitarbeitern der "Church" - sowohl Auditoren und anderes technisches Personal als auch hochrangige Manager und andere - unter verschiedenen Vorwänden mehr oder weniger gewaltsam entfernt und durch Miscavige's Parteigänger ersetzt. Von diesem Verlust an hochausgebildeten Mitarbeitern hat sich die "Church" bis heute nicht mehr erholt.
Referenzen: "Bare-faced Messiah" (Hubbard-Biographie von Russell Miller), "A Piece of Blue Sky" (Scientology-Dokumentation von Jon Atack) und viele andere, darunter die gerichtlichen Zeugenaussagen von ehemaligen hochrangigen Mitarbeitern wie Robert Vaughn Young, Jesse Prince, Stacy Brooks usw. Diese Vorgänge sind innerhalb der "Church" nicht dokumentiert, die Mitglieder und Mitarbeiter werden darüber im dunkeln gehalten bzw. mit falschen Behauptungen abgespeist.
Datenserie 1
Erster Artikel in einer Artikelserie Hubbards, der "Datenserie". Dabei handelt es sich um eine Anleitung zur Analyse von Informationen (Daten). Dem ersten Artikel (Anatomie des Denkens) kommt nicht nur innerhalb der Datenserie selbst, sondern in der gesamten Scientology eine besondere Bedeutung zu, da er dazu verwendet werden kann, die zahlreichen Widersprüche in Hubbard's Texten aufzulösen.
Dianetik
Von griechisch "dia" (durch) und "nous" (die Seele). Frühester Teil von Hubbards Forschungen, der sich noch mit den körperlichen Engrammen befaßt und zur Erleichterung und Behebung von psychosomatischen Symptomen hinführt. Erst später hat sich Hubbard mit rein geistigen Phänomenen und damit der Erforschung und dem Auditing des Thetans beschäftigt. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden unter dem Namen "Scientology" zusammengefaßt.
Disconnection
siehe Abbrechen der Verbindung
Drogen-Rundown
Reihe von Auditing-Schritten zum Beheben von Abhängigkeiten und negativen geistigen Auswirkungen von Drogen. Vorbedingung ist der umstrittene Reinigungs-Rundown. Ein wichtiger Schritt ist dabei unter anderem das Auditieren der Ladung auf den Schwierigkeiten, die den Preclear ursprünglich dazu bewogen haben, Drogen zu nehmen. Damit wird die eigentliche Ursache des Problems angesprochen, für das die Drogen als Lösung gedacht waren.
In Bezug auf süchtigmachende Drogen herrscht in der Scientology-Kirche eine nahezu unglaubliche Doppelmoral. Während harte Drogen, psychiatrische Medikamente und sogar ganz alltägliche, vom Arzt verschriebene Medikamente, die keinerlei Wechselwirkung mit der geistigen Befindlichkeit zeigen, verpönt sind und - mit ganz wenigen Ausnahmen bei den Medikamenten - zum Ausschluß vom Auditing führen, gibt es keinerlei Einschränkung bei Zigarren und Zigaretten. Außer in Kurs- und Auditingräumen wird überall munter geraucht, was auch die überdurchschnittlich häufigen Krebserkrankungen und -Tode selbst bei hoch auditierten Scientologen - die eigentlich ab Clear so gut wie immun gegen Erkrankungen sein sollten - erklärt.
Da Hubbard selbst geraucht hat und es von ihm diesbezüglich keine Richtlinien gibt, kann man gegen diese gefährliche Unsitte kaum vorgehen, obwohl seine allgemein auf Drogen bezogenen technischen Schriften, die Definition von Overt und die Texte zu Ethik und Ethik-Zuständen eindeutig klarmachen, daß Tabakprodukte wie alle anderen schädlichen und suchterzeugenden Chemikalien im Rahmen des Drogen-Rundowns behandelt werden und auch Gegenstand von Ethik-Programmen sein müßten.
Dynamiken
Hubbard beschreibt in vielen seiner Schriften den Drang zum Überleben (auch: Entfaltung) als Grundmotivation der Existenz. Dieser Drang zur Selbstverwirklichung erstreckt sich über verschiedene Lebensbereiche, die als die 8 Dynamiken bezeichnet werden.
Die 8 Dynamiken können als konzentrische Kugeln verstanden werden, die von ganz innen (dem Individuum selbst) Schritt für Schritt nach ganz außen reichen (dem Höchsten Wesen, das alle Lebensformen in sämtlichen denkbaren Universen in sich einschließt).
Der Reihe nach bedeuten sie:
1. Dynamik - die Person selbst, ihr Name, ihr Beruf, die Identität, der Körper und dessen Erscheinungsbild, Kleidung, Hygiene usw.
2. Dynamik - Sexualität (2.a-Dynamik) und Familie (2.b-Dynamik).
3. Dynamik - Gruppen, Länder, Nationen.
4. Dynamik - die Menschheit (genauer gesagt, betrifft die 4. Dynamik jeweils eine komplette Spezies).
5. Dynamik - Lebensformen (Tiere und Pflanzen).
6. Dynamik - physische Formen (MEST).
7. Dynamik - geistige Wesen, Ästhetik, Kunst.
8. Dynamik - Unendlichkeit oder das Höchste Wesen.
Je mehr ein Thetan sich geistig entwickelt und expandiert, desto mehr wird er auch auf den höheren Dynamiken tätig sein, d.h. er wird sich nicht mehr nur mit sich selbst und seiner Familie befassen, sondern auch politisch tätig sein (3. Dynamik), sich für den Umweltschutz engagieren (5. Dynamik), Kunst betreiben und auf verschiedensten anderen Wegen zu den höheren Dynamiken beitragen.
Einpflanzung
siehe Implant
E-Meter
Elektronisches Gerät zur Messung des Körperwiderstands. Hubbards Forschungen haben ergeben, daß dieser Widerstand empfindlichen Schwankungen unterliegt, je nachdem, was sich im Verstand und in der geistigen Sphäre des Menschen, der die beiden Elektroden in seinen Händen hält, jeweils verändert.
Die oft gedruckten Vergleiche mit einem Lügendetektor sind nur sehr bedingt zulässig. Jedenfalls reagiert das E-Meter nicht auf "Schwitzen der Hände" (eine oft geäußerte Theorie) - dazu sind seine Anzeigen bei weitem zu schnell.
Die Schwankungen des Widerstands sind systematisch und charakteristisch genug, daß sie bestimmten Reaktionen des Preclears auf die Fragen des Auditos zugeordnet werden können. Damit wird es möglich, Bereiche der Ladung zu orten und auch nachzuvollziehen, wie sich diese Ladung für den Preclear während des Auditings auflöst.
Da die Ladung meist knapp unterhalb der Bewußtseinsschwelle liegt, so daß sie durch bloßes Befragen des Preclears nicht ausfindig gemacht werden kann, ist das E-Meter ein wertvolles Werkzeug in den Händen des Auditors.
Engramm
Gedächtnisaufzeichnung ("mentales Eindrucksbild") eines Erlebnisses, in dem körperlicher Schmerz und Bewußtlosigkeit enthalten sind, also ein körperliches Trauma wie Unfall, Krankheit, Operation, Kriegsverletzung usw. Dem gegenüber stehen Erlebnisse, die keinen körperlichen Schmerz enthalten, jedoch schmerzhafte Emotionen, Schuldgefühle usw. Das Engramm wird mit Dianetik-Verfahren auditiert, während die Erlebnisse ohne körperlichen Schmerz meist mit Scientology-Verfahren auditiert werden.
Die besondere Wirkung des Engrammes ist, daß in der selben Gedächtnisaufzeichnung gemeinsam mit dem Schmerz auch alle anderen Wahrnehmungen zum selben Zeitpunkt gespeichert werden, die aber durch die Kraft des Schocks und der Überwältigung vom Verstand später nicht mehr auseinandergehalten werden können. Die rote Farbe des Unfallautos wird mit dem Schmerz im gebrochenen Arm gleichgesetzt, mit dem Gesang der Vögel, einem leichten Wind, der Lufttemperatur usw. usw., so daß noch Jahre später der Anblick eines roten Autos, eine bestimmte Wetterlage oder tausend andere Faktoren Schmerzen im Arm hervorrufen können.
Diese automatisierte Gleichsetzung ist eine Fehlfunktion des Verstandes und kann bei einer genügend großen Ansammlung von Engrammen das Leben ziemlich unerträglich machen, weil man ständig von ganz alltäglichen Dingen restimuliert wird und sich die meiste Zeit gar nicht gut fühlt. Durch gezielten Einsatz von Dianetik-Auditing kann in solchen Fällen große Erleichterung herbeigeführt werden.
Ein besonderer Fall ist das Gruppen-Engramm, wie von Hubbard in seinem Buch "Notes on the Lectures" beschrieben. In diesem Fall muß es sich nicht um ein Geschehnis handeln, das durch körperlichen Schmerz oder Verletzung das Überleben des einzelnen Organismus bedroht, sondern es kann ein Vorfall sein, der dazu geeignet ist, das Überleben einer ganzen Gruppe (eines Landes usw.) zu gefährden. So waren z.B. die Greuel der Nazi-Zeit sicherlich ein Gruppen-Engramm für die Bevölkerung Deutschlands. Für die Mitglieder der "Church" war der Umbruch in den frühen 80-er Jahren ein Gruppen-Engramm, und es hat schon davor in kleinerem Umfang Gruppen-Engramme gegeben.
Ganz ähnlich wie es beim Auditing der Einzelperson darauf ankommt, alle Details des Engrammes vollständig und wahrheitsgemäß dem Preclear wieder bewußt zu machen, besteht auch das Auditieren eines Gruppen-Engramms darin, sämtliche Details des Vorgefallenen wahrheitsgemäß zu erheben, zu dokumentieren und allen Mitgliedern der Gruppe bekannt zu machen. Hubbard hat diese Prozedur im Detail beschrieben.
Während genau dieses Vorgehen unter dem Stichwort der Vergangenheitsbewältigung in allen zivilisierten Ländern hohes Ansehen genießt, ist ironischerweise gerade die Scientology-Kirche dazu entweder nicht willens oder nicht fähig - oder beides. Nach wie vor wird den Mitgliedern eine Vergangenheit vorgegaukelt, die es so nie gegeben hat, und für die tatsächlichen Mißstände Sündenböcke verantwortlich gemacht (z.B. David Mayo), die in Wahrheit ganz im Gegenteil versucht haben, das Schlimmste zu verhinden und die Integrität der Organisation zu bewahren.
Während also Deutschland und Österreich soeben ihre Kunstschätze nach während der Nazizeit unrechtmäßig beschlagnahmten Werken durchsuchen, um sie ihren Eigentümern zurückzugeben, und der Papst sich Jahrhunderte nach den Greueln der Inquisition für die Fehlentwicklungen der katholischen Kirche entschuldigt, ist die Scientology-Kirche weiterhin eifrig beim Beschönigen und Vertuschen ihrer vergangenen Mißgriffe. Die nicht-scientologische Gesellschaft verhält sich sozusagen scientologischer als Scientology selbst! Der von der Scientology-Kirche erhobene elitäre Bildungs- und Erziehungsanspruch gegenüber der restlichen Gesellschaft wirkt dadurch geradezu absurd.
Entheta
Kunstwort für Enturbuliertes Theta. Ursprünglich von Hubbard für die mentalen Reste schmerzvoller oder schuldhafter Erlebnisse verwendet, die im reaktiven Verstand gespeichert sind. Es wurde angenommen, daß sich das enturbulierte (aufgewühlte, verwirbelte) Theta (geistige Energie) dieser Gedächtnisbilder durch die As-is-ness während der Auditing-Sitzung glättet und wieder als reines Theta (Lebenskraft) verfügbar wird. Aus dieser Zeit stammt die Idee, daß Auditing "Entheta in Theta umwandelt".
Das Wort "Entheta" wurde später auch in einer zweiten Bedeutung verwendet, nämlich für destruktive Kommunikation auf niedrigen Ton-Stufen, durch die ebenfalls freies Theta enturbuliert wird, die aber auch selbst enturbuliertes Theta darstellt. Ein Ehestreit wäre demnach ebenso Entheta wie absichtliches Lügen, die schlechten Neuigkeiten aus der Zeitung oder die Kriegsnachrichten im Fernsehen.
Daten-Konflikt:
Die "Church" betrachtet es als Weitergabe von Entheta, wenn die Mitglieder untereinander über Schwierigkeiten oder Ungereimtheiten in der "Church" diskutieren, und versucht solche Ansätze zum Gedankenaustausch nach Möglichkeit zu unterbinden, was natürlich ein Eingriff in die Selbstbestimmung dieser Mitglieder ist. Dem gegenüber steht auch Hubbards Prinzip der As-is-ness: unerwünschte Zustände werden sich dann auflösen, wenn sie genau so betrachtet werden, wie sie wirklich sind ("as is"). Ein weiterer Fall, wo die eigene Urteils- und Entscheidungsfähigkeit des einzelnen Mitglieds gefordert ist, weil sich die Anleitung durch die "Church" als logischer Trugschluß erweist.
OT Entität
siehe Body-Thetan
entladen
Von Ladung befreien.
entlasten
Wegnehmen von Ladung von einem sehr frühen Geschehnis auf einer Kette durch das Durchlaufen späterer Geschehnisse. Oder allgemeiner das Wegnehmen von Ladung von einem zu stark geladenen Thema durch Laufen von leichteren Prozessen, bevor die Kernpunkte zugänglich werden und behandelt werden können.
enturbulieren
Aufwühlen, Aufregen, Verstimmen, Verstören einer Person. Im Zusammenhang mit Theta bedeutet es die Verwirbelung von Theta zu Entheta.
Ethik
Die optimale Vernunft in Bezug auf das Überleben (besser: die Entfaltung) auf allen 8 Dynamiken. Ethische Entscheidungen berücksichtigen immer das "größte Wohl für die größte Anzahl von Dynamiken", das heißt, punktuelle Verluste an Lebensqualität werden in Kauf genommen, wenn damit vielen gedient ist usw. Für die schrittweise Verbesserung der Ethik im täglichen Leben hat Hubbard die Formeln der Ethik-Zustände geschaffen, die bei richtiger (freiwilliger und selbstbestimmter) Anwendung große Gewinne bringen können.
Hubbard legt großen Wert auf die Tatsache, daß Ethik nicht dasselbe ist wie Moral. Moral bezeichnet die Regeln, die eine Gesellschaft definiert hat, um das Verhalten ihrer Mitglieder zu lenken. Diese Regeln müssen aber nicht notwendigerweise immer ethisch sein (bedacht auf das größte Wohl für die größte Anzahl von Dynamiken). In der heutigen "Kirche" ist dieser Unterschied mehr oder weniger verschwunden. Was dort als "Ethik" bezeichnet wird, hat sich in Wirklichkeit wieder in einen moralischen Regelkatalog zurückentwickelt, der keine ethische Relevanz mehr besitzt.
In der Kirche wird die definitionsgemäß freiwillige Anwendung von Ethik in erschreckend hohem Ausmaß durch Justiz ersetzt, was in der Praxis das selbstbestimmte Leben der Mitglieder, besonders aber der Mitarbeiter, unter nahezu totalitäre Kontrolle stellt. Deshalb ist Ethik für viele (Ex-)Scientologen ein stark geladenes Wort.
Ethik-Abteilung
Eine eigene Abteilung innerhalb einer Scientology-Organisation, die sich im Idealfall damit befaßt, sowohl Mitarbeiter als auch Mitglieder durch Hilfestellung bei der Anwendung der Ethik-Zustände beim Erreichen eines besseren Erfolgspotentials in allen Lebensbereichen zu unterstützen.
Die Funktion der Ethik-Abteilung wurde innerhalb der "Church" im Lauf der Zeit aufs extremste entstellt und pervertiert. Laut Hubbard müssen die Formeln der Ethik-Zustände freiwillig und selbstbestimmt nach eigenem Ermessen angewendet werden, wenn sie wirksam sein sollen. In der "Church" werden die Conditions stattdessen autoritär zugewiesen und quasi als Strafe für nicht angepaßtes Verhalten verwendet - speziell der Zustand Belastung mit seinen oft ausufernden Wiedergutmachungsprojekten, die aus nichtigsten Anlässen jede noch so ausgeklügelte Zeitplanung für Training und Auditing über den Haufen werfen und vereiteln.
Am Internet existieren zahllose Berichte von Ex-Scientologen, die im Bereich der Ethik-Abteilung (umgangssprachlich "in Ethics") ihre schlimmsten Erfahrungen während der gesamten Zeit in der "Church" gemacht haben. Man kann es diesen Menschen nicht verdenken, daß sie nach ihrem Austritt an Hubbard und seiner Scientology kein gutes Haar mehr lassen, und daß dadurch auch jene Ergebnisse seiner Forschungen, die es wert wären, bewahrt zu werden, keine Verwendung mehr finden.
Ethik-Zustände ("Conditions")
Eine Reihe von Zuständen, geordnet in einer aufsteigenden Skala, die das Erfolgs- oder Überlebenspotential einer Einzelperson oder einer Gruppe (Organisation) beschreiben. Mit dem Zustand ist jeweils eine Formel verbunden. Das ist eine Reihe von Schritten, durch deren gewissenhafte Anwendung der nächsthöhere Zustand erreicht werden soll. Z.B. würde ein Unternehmen durch Anwendung der Normal-Formel den Zustand Überfluß erreichen usw. Umgekehrt wird angenommen, daß man durch ein Versäumnis, die jeweils korrekte Formel anzuwenden, in den nächst-tieferen Zustand absinkt.
Der Zustand Nicht-Existenz stellt eine Null-Linie dar. Die darunter liegenden Zustände werden als die "tieferen Zustände" ("lower conditions") bezeichnet. Es gilt in der "Church" als unehrenhaft, in einer "lower condition" zu sein. Innerhalb der Sea-Org, aber auch für Mitarbeiter in anderen Organisationen der "Church", gibt es dafür Strafen (geringere Bezahlung und andere Maßnahmen).
Die Skala der Ethik-Zustände ist:
Richtig angewendet, würden die Ethik-Zustände ein "Church"-Mitglied nahezu zwangsläufig aus der "Church" herausführen. Die Anwendung der Zustände wird daher in der Praxis eingeschränkt. Speziell trifft das zu auf die Zustände Gefahr und Zweifel. Eine weitere, ähnlich fatale Abänderung findet im Bereich der Finanz-Richtlinien statt. Die Folge dieser Abänderung sind die überdurchschnittlich häufigen Fälle von Geldproblemen (bis hin zum Bankrott) unter praktizierenden Scientologen.
Exchange
Englisch für Austausch. Wichtiger Begriff in Scientology. Hubbard sieht vier mögliche Stufen von Exchange:
Exchange Nr. 1 - im Austausch für ein Produkt oder eine Dienstleistung nichts zurückgeben. Diese Form des Exchange wird auch "kriminelles Exchange" genannt, da es von Kriminellen, die von Diebstählen leben, laufend praktiziert wird.
Exchange Nr. 2 - im Austausch für ein Produkt oder eine Dienstleistung weniger zurückgeben, als erwartet oder vereinbart war.
Exchange Nr. 3 - im Austausch für ein Produkt oder eine Dienstleistung genau das Vereinbarte zurückgeben. Mit dieser Exchange-Stufe wird üblicherweise im Geschäftsleben gearbeitet.
Exchange Nr. 4 - im Austausch für ein Produkt oder eine Dienstleistung mehr zurückgeben, als erwartet oder vereinbart war. Diese Exchange-Stufe wird Scientologen von Hubbard empfohlen.
Hubbard schreibt sinngemäß: Je höher die Exchange-Stufe eines Thetans, desto besser fühlt er sich und desto höher ist seine Moral. Menschen, die kein Exchange geben dürfen (wie z.B. Kinder, die nicht zum Beitragen innerhalb ihrer Familie ermutigt werden) fühlen sich niedergeschlagen oder werden sogar krank. Sie werden auf die Stufe des kriminellen Exchange gezwungen.
Daten-Konflikt:
Fast überall auf der Welt sind die Mitarbeiter von Scientology-Organisationen unterbezahlt und müssen von Verwandten unterstützt werden. Umgekehrt werden für alle Dienstleistungen weit überhöhte Preise verlangt. Der Exchange-Faktor wird in beiden Fällen ignoriert. Das trägt nicht gerade dazu bei, das Vertrauen in die "Church" zu stärken, was ihre Kompetenz und Vorbildwirkung in Bezug auf ihre eigenen Inhalte betrifft.
Fair Game (Freiwild)
Es gibt einen Text Hubbards im Zusammenhang mit dem Ethik-Zustand Feind, in dem er erklärt, daß ein Feind der Scientology für jeden Scientologen Freiwild ist. Er darf belogen, bestohlen, verklagt und zerstört werden, ohne daß die interne Ethik-Abteilung der Scientology deswegen aktiv wird. Von körperlicher Gewalt, Mord usw. ist in dem Text nicht die Rede; man kann darüber spekulieren, inwieweit "zerstören" auch die Anwendung von körperlicher Gewalt beinhalten könnte.
Der Umgang mit diesem Text ist ein Musterbeispiel für das dürftige Ausbildungsniveau innerhalb dieser "Kirche". Im Zusammenhang mit den vielen anspruchsvollen Konzepten Hubbards wie ARK, der Ton-Skala oder der Entfaltung auf allen (nicht nur den inneren) Dynamiken wäre eigentlich zu erwarten, daß der Scientologe danach streben wird, auch mit einem Feind anständig umzugehen. Schließlich ist auch er Bestandteil der 4., 5. und 7. Dynamik, und früher oder später wird es notwendig sein, Wege der Versöhnung, Befriedung oder zumindest der Koexistenz zu finden, wenn die geistige Expansion in die höheren Dynamiken hinein nicht zum Stillstand kommen soll.
Hubbards Daten über die Overt-Motivator-Folge machen klar, daß schädliche Handlungen unangenehme Konsequenzen (Motivatoren) nach sich ziehen; ein gebildeter Scientologe wird sich daher hüten, anderen zu schaden, selbst wenn es sich dabei um Feinde handelt (es sei denn, es geht um die Abwehr eines akuten Angriffs). Der PTS-SP-Kurs lehrt, daß man erst dann zu einem Unterdrücker PTS gehen kann, wenn man gegen den Unterdrücker Overts begangen hat. Ein weiterer Grund, auf saubere Hände zu achten und Dinge wie Lügen, Betrügen und Zerstören, die tief unten auf der Ton-Skala angesiedelt sind, anderen zu überlassen.
Auch in Hubbard's Büchern zur Verwaltung von Organisationen (der grünen Tech) finden sich zentrale Texte, die ausdrücken, daß ein Scientologe oder eine Scientology-Organisation dem guten Einvernehmen mit der umgebenden Kultur und der nahtlosen Integration hohen Wert beimessen sollte - das läßt sich mit gesetzeswidrigen Guerilla-Aktionen gegen "Feinde" kaum vereinbaren. Und nicht zuletzt künden die berühmten Goldenen Regeln von der grundsätzlich friedfertigen Einstellung der Scientology.
Hubbard ist bei der Abfassung der "Fair Game" Richtlinie natürlich davon ausgegangen, daß der Scientologe über diese Dinge informiert ist und sie zu Eckpfeilern seines Lebens gemacht hat. Mit dem unzulänglichen Trainingsniveau, das heute in der "Church" herrscht, konnte er nicht rechnen. Es ist klar, daß die Erlaubnis, sich einem Feind gegenüber gelegentlich etwas gehen zu lassen, ohne daß deswegen gleich die Ethik-Abteilung einschreitet, von ihm nur als geringfügige Lockerung der Disziplin gemeint gewesen sein kann, da jeder halbwegs ausgebildete Scientologe weiß, daß er sich durch grob destruktive Handlungen hauptsächlich selbst schadet und sofort zurück in die Falle der Aberration tappen würde, der er mit Hilfe von Auditing gerade zu entkommen sucht.
Nichtsdestoweniger wird "Fair Game" heute mit erstaunlicher Brutalität und Konsequenz betrieben, obwohl die Richtlinie wegen schlechter Pressereaktionen von Hubbard sogar wieder aufgehoben worden ist. Scientology-Kritiker am Internet haben nachgewiesen, daß "Fair Game" nicht nur innerhalb der "Geheimdienst"-Abteilung OSA nach wie vor in Gebrauch ist, sondern daß OSA auch weitere geheime Richtlinien Hubbards befolgt, wonach Feinde konsequent ruiniert werden sollen. Verglichen mit dem ur-scientologischen Traum, durch geduldige Umwandlung von Entheta in Theta in zahllosen Auditing-Sitzungen Schritt für Schritt "den Planeten zu klären", ist das eine moralische Bankrotterklärung.
Diese Tatsache ist besonders auch deshalb fatal, weil innerhalb der "Church" totale Verwirrung darüber herrscht, wer nun eigentlich ihre Feinde sind. Auch in diesem Punkt werden die diversen Schriften Hubbards auf verhängnisvolle Weise mißinterpretiert (siehe dort).
Fall (F)
Nadel-Anzeige am E-Meter. Die Nadel "fällt" nach rechts als Reaktion auf die Nennung eines geladenen Items. Die Größe des Fall liegt zwischen Small Fall (sF) und Long Fall (LF). Die Nadel bleibt auf der Skala, wenn sie sich vor der Anzeige ungefähr im "Set"-Bereich der Skala (linke Drittelteilung) befunden hat.
Fall (Case)
Die Gesamtheit der Eigenschaften und der Geschichte eines Menschen, sowie speziell die Art und Weise, wie er auf Grund seiner Aberrationen agiert und reagiert. Technisch gesehen, gehören sämtliche Informationen über eine Person zu ihrem Fall; umgangssprachlich meint man damit nur seine Aberrationen.
Fallüberwacher
Technischer Mitarbeiter einer Scientology-Organisation, dessen Aufgabe es ist, die Arbeit der Auditoren im Detail zu steuern und auf ihre Qualität hin zu überwachen. Obwohl der Auditor vorschlagen kann, was bei einem Preclear auditiert werden soll, ist es der Fallüberwacher, der die Entscheidungen trifft und daher auch die Gesamtverantwortung hat.
Feind
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn man sich einer Gruppe gegenüber oder in einer Beziehung grob destruktiv verhalten hat.
Interessant ist hier Hubbards Regel, daß man bei ungenügender Anwendung oder Nicht-Anwendung der Formel für einen bestimmten Zustand nach einer gewissen Zeit in den nächst-tieferen Zustand absinkt. Die Scientology-Kirche hat es seit den frühen 80-er Jahren versäumt, die Formeln für die Zustände Belastung und Zweifel anzuwenden. Sie ist jetzt, gemessen an ihren ursprünglichen Zielsetzungen, bereits so stark aberriert, daß sie als ihr eigener Feind angesehen werden kann.
Diese Tatsache hat auch Auswirkungen auf die Position auf der Ton-Skala. Lesen Sie dort mehr über die selbstzerstörerischen Impulse unterhalb einer bestimmten Linie. Diese sind für das geschulte Auge in der heutigen "Church" deutlich erkennbar.
Feinde
Die heutige "Church" (2004) macht den Fehler, jeden, der der Scientology-Kirche gegenüber kritisch eingestellt ist, nach den Richtlinien zu behandeln, die von Hubbard für den Umgang mit Feinden verfaßt wurden.
Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch schnell, daß fast alle diese Kritiker - ob es sich nun um Ex-Mitglieder handelt oder nicht - gegen die Mißbräuche und Menschenrechtsverletzungen der "Church" protestieren, nicht aber gegen die Religion Scientology als solche oder die Anwendung ihrer Studier-, Ethik- oder Auditing-Technologie. Damit handelt es sich bei der überwiegenden Mehrzahl von Opponenten nicht um Feinde von Scientology als spiritueller Bewegung, sondern schlicht um Systemkritiker, die über das soziale Fehlverhalten der "Church" empört sind und tiefgreifende Reformen innerhalb des Systems einfordern.
Diese Tatsache ist jenseits der Spekulation bewiesen. Praktizierende Scientologen, die jedoch aus Protest gegen die Perversionen der "Church" diese verlassen haben und heute in der Freien Zone arbeiten, werden von den selben Kritikern mit allem Respekt behandelt und oft tatkräftig unterstützt, selbst wenn sie wegen ihrer "Space Opera"-Ideen (siehe OT3) manchmal nicht ganz ernst genommen werden. Der Autorin dieses Glossars ist persönlich ein Fall bekannt, wo ein solcher Kritiker geschrieben hat, er würde sich für das Recht der Scientologen, ihre Religion zu praktizieren, sogar mit seinem Leben einsetzen - obwohl er am Inhalt ihrer Überzeugungen durchaus Zweifel hegt!
Hubbard hat sich in seiner "PR-Serie" ausführlich über den Begriff des Protest-PR geäußert, das immer dann auf der Szene erscheint, wenn ein politisches System seine Integrität verletzt und seine Verpflichtungen gegenüber dem Volk vernachlässigt. Er erwähnt Zeitungsartikel, Pressedokumentationen und Demonstrationen als legitime Mittel, die Aufmerksamkeit eines "arroganten Managements" (Zitat!) zu erregen. Seine "Church" täte gut daran, die Zeichen der Zeit zu erkennen und zu verstehen, daß die überwiegende Mehrzahl ihrer sogenannten "Feinde" in Wirklichkeit nichts anderes als Protest-PR gegen ihre Übergriffe betreibt.
Es wäre denkbar, daß echte Feinde der geistigen Freiheit - die aus der Ausbeutung einer geistig versklavten Erdbevölkerung ihre Vorteile ziehen - hinter den Kulissen dieser Szene ihre Fäden ziehen. Spekulationen und Literatur über die Geheimpläne der Illuminati oder außerirdischer Rassen usw. gibt es ja genug; einer derartigen Schicht von "Sklavenhaltern" wäre ein funktionierendes, bekanntes und anerkanntes System zur mentalen De-Programmierung ihrer Marionetten sicherlich ein Dorn im Auge.
Sollte etwas Derartiges der Fall sein, so arbeitet die heutige "Church" diesen Schattenmanagern allerdings mit Feuereifer in die Hände. Es wird nicht möglich sein, etwaige Hintermänner ausfindig zu machen, bevor die wirklichen Scientologen in der "Church" dafür gesorgt haben, daß die Mißbräuche aufhören, so daß das Protest-PR verstummt. Erst dann wird sich zeigen, ob es außerdem auch echte Feinde der geistigen Freiheit gibt, und kann im Rahmen einer neuen Standortbestimmung festgestellt werden, ob Hubbards Richtlinien über den Umgang mit Feinden in der heutigen Zeit und in der gegenwärtigen Situation anwendbar sind oder nicht.
Finanz-Richtlinien
Hubbard hat für seine Organisationen Finanz-Richtlinien festgelegt, die auch für Einzelpersonen, Familien usw. anwendbar sind und deshalb in eigenen Geld-Kursen gelehrt werden. Teil dieser Richtlinien ist es, niemals einen Kredit aufzunehmen. Die zahllosen bekannt gewordenen Fälle, in denen Scientologen durch die "Church" genötigt wurden, ihre Kurse und ihr Auditing durch Kredite zu finanzieren, sind daher ein eindeutiger Verstoß gegen Scientology-Prinzipien.
Da der Großteil der öffentlichen Kritik an der "Church" sich auf finanzielle Ausbeutung und Nötigung bezieht, ist das eines der schlimmsten Beispiele überhaupt für das Squirreling innerhalb der "Church", obwohl es auch in anderen Punkten nicht weniger schwerwiegend ist.
flach(machen)
Der Begriff bezieht sich auf das Bearbeiten von Knöpfen innerhalb der Ausbildung zum Auditor. Dabei werden die heiklen Themen, auf die der Student mit unwillkürlichen Äußerungen (Lachen, Bewegen, Verärgerung usw.) reagiert, so oft wiederholt, bis keine Reaktion mehr erkennbar ist. Wenn ein ehemaliger Knopf auf neuerliches "Drücken" nicht mehr reagiert, nennt man ihn "flach". Die eigentliche Ladung, die die Ursache der unwillkürlichen Reaktionen ist, wird aber bei dieser Übung nicht entfernt. Dies geschieht unabhängig von der Auditorenausbildung im Auditing.
Flag
Zentrale für Auditing und Auditoren-Training in Clearwater, Florida. Der Begriff stammt noch von der Zeit, als Hubbard und seine Sea-Org auf Schiffen untergebracht waren. Das "Flaggschiff" des "Commodore" Hubbard wurde zur "Flag Land-Base", als die Sea-Org an Land ging, und von da zum Begriff "Flag" verkürzt.
Die administrativen Zentren der Scientology-Kirche befinden sich in Los Angeles und einer südlich davon gelegenen Zentrale, der "Gold Base", in Hemet, Kalifornien.
Fluß ("Flow")
Bezeichnet die Richtung, in der sich eine Kommunikation, körperliche Bewegung oder eine geistige Energie zwischen Sende- und Empfangspunkt bewegt. Wenn im Auditing Ladung auf einem Thema gefunden wird, ist sie gewöhnlich auf mehrere der vier Flüsse verteilt und muß auf allen anzeigenden Flüssen gelaufen werden, bevor sie sich vollständig auflöst. Die Reihenfolge der Flüsse ist 1, 2, 3 und 0.
Fluß 1: Der Preclear ist der Empfangspunkt der Kommunikation oder Bewegung. Beispiel: Er wird auf den Kopf geschlagen. Die dafür typische Ladung besteht aus Schmerz und Gefühlen der Überwältigung usw.
Fluß 2: Der Preclear ist der Ausgangspunkt der Bewegung. Beispiel: Er schlägt einen anderen auf den Kopf. Die dafür typische Ladung besteht aus Schuldgefühlen; er kann auch die Kopfschmerzen des Opfers hereinziehen.
Fluß 3: Der Preclear ist weder Ausgangspunkt noch Empfangspunkt, sondern Zeuge des Vorgangs, der zwischen anderen stattfindet. Beispiel: Er beobachtet einen Mord. Die dafür typische Ladung wäre Hilflosigkeit und Selbstvorwürfe, weil es ihm nicht gelungen ist zu helfen.
Fluß 0: Der Preclear ist sowohl Ausgangs- als auch Empfangspunkt, die Kommunikation oder Bewegung ist also von ihm an sich selbst gerichtet.
Daten-Konflikt:
Nach Hubbard müssen die verschiedenen Flüsse bei einem Thema (Item) in ausgewogenem Verhältnis gelaufen werden, um eine balancierte und vollständige Auflösung von Ladung zu erreichen. In der Church wird dieses grundlegende Prinzip in einer besonders heiklen Sache laufend mißachtet, und zwar im Bereich der Confessionals (Beichten), die bei der Eignungsprüfung von Personen für die oberen Stufen in großem Umfang auditiert werden, ebenso auch bei allen Personen, die auf den oberen Stufen solo-auditieren.
Bei allen diesen Confessionals werden nur Geschehnisse auf Fluß 2 gelaufen: die vom Preclear in der Gegenwart und Vergangenheit begangenen Verbrechen, Vergehen oder anderen Overts, d.h. schädlichen Handlungen und Unterlassungen. Die Ladung der anderen Flüsse, die bei vielen dieser Geschehnisse vorhanden ist, wird dabei restimuliert, aber nicht aufgelöst, was auf die Dauer zu einem hoch restimulierten Fall in sehr schlechtem Zustand führt.
F/N
siehe schwebende Nadel
Fortgeschrittene Kurse
siehe obere Stufen
Free Zone
siehe Freie Zone
Freie Nadel
siehe schwebende Nadel
Freie Zone
Bezeichnung für die Gesamtheit von
unabhängigen
Scientologen, die außerhalb des totalitären
Führungssystems der Scientology-Kirche mit den
Methoden
Hubbards weiterarbeiten. Ursprünglich
bezeichnete der Begriff die Anhänger und Nachfolger von
Captain Bill Robertson, eines früheren engen Mitarbeiters
von Hubbard, der angesichts der zunehmenden
Mißbräuche in einem Versuch, das Knowhow der Scientology
in unverfälschter Form zu bewahren, außerhalb
der "Church" ein eigenes Netz von Organisationen
aufge
baut hat.
Nicht alle zur Freien Zone gehörigen unabhängigen Scientologen und Organisationen arbeiten heute mit dem System von Bill Robertson. Man muß daher zwischen der engeren Definition der "Freien Zone" - heute als Ron's Orgs bekannt - und einer weiter gefaßten Definition (Gesamtheit aller unabhängigen Scientologen) unterscheiden.
Die Existenz und die Motive der Freien Zone werden innerhalb der "Church" totgeschwiegen. Stattdessen werden die unabhängigen Scientologen verächtlich mit dem Begriff Squirrels abqualifiziert. Gemäß dem offiziell widerrufenen, intern jedoch nach wie vor angewendeten Prinzip des Fair-Game sind Mitglieder der Freien Zone für jeden Scientologen Freiwild und dürfen nach Belieben mißhandelt, geschädigt, terrorisiert usw. werden, ohne daß das Justiz-System der "Church" deswegen Maßnahmen ergreift.
Daten-Konflikt:
Diese Praxis nimmt sich nicht nur im Hinblick auf die "Kampagne für religiöse Toleranz" seltsam aus, die von der "Church" weltweit um teures Geld betrieben wird, sie steht auch in Widerspruch zu zahlreichen wichtigen Prinzipien der Scientology. So wird z.B. im Auditoren-Kodex der Auditor dazu aufgefordert, mit anderen spirituell orientierten Gruppierungen zusammenzuarbeiten. Das "Recht, ein Spiel zu verlassen" wird von Hubbard als eines der Grundrechte eines Thetan beschrieben.
Mitglieder, die mit der Betreuung durch die "Church" nicht zufrieden sind, werden auf die Existenz der Freien Zone nicht nur nicht hingewiesen, sie werden auch mit Druck und Drohungen daran gehindert, deren Organisationen zu kontaktieren, um sachliche Vergleiche (Preise, Qualität der Beratung und des Trainings usw.) anzustellen. Damit wird die korrekte und richtliniengemäße Anwendung der Zweifel-Formel aktiv verhindert.
Da auf Grund der überhöhten Preise in der Church kaum ein Vorankommen möglich ist, müßte ein solcher Übertritt in die Freie Zone auch als korrekte Anwendung des Ethik-Zustands Gefahr anerkannt werden. Im Glaubensbekenntnis wird das Recht auf die Art der Ausübung einer Religion und die Formierung von religiösen Gruppen als "unveräußerliches Recht" beschrieben.
Und nicht zuletzt wird in "Wissenschaft des Überlebens" im Abschnitt "Realität" der Ton-Skala die gleichberechtigte Existenz von verschiedenen Gesichtspunkten und Wahrheiten als hoch auf der Skala eingeschätzt. Alle diese Prinzipien werden durch die abschätzige Behandlung und Brandmarkung der "Squirrels" übergangen und gebrochen, was der Grundsatztreue des heutigen Managements kein gutes Zeugnis ausstellt.
Freiwild
siehe Fair Game
GAT
siehe Golden Age of Tech(nology)
Gefahr
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn sich eine Einzelperson, Gruppe oder Partnerschaft in Gefahr befindet. Die Schritte der Formel bestehen zunächst aus dem Beheben der unmittelbaren Gefahrensituation, danach aus verstärkter Disziplin und einer Neuorganisation der Aktivität, die das Eintreten einer ähnlichen Gefahr in Zukunft verhindert.
Es gibt zwei etwas unterschiedliche Formeln für den Zustand "Gefahr": eine für die Einzelperson oder den Untergebenen, und eine für den Vorgesetzten innerhalb einer Organisation oder eines Betriebes. Die Formel für den Vorgesetzten enthält einen besonders interessanten Schritt: Wenn der Posten eines Untergebenen durch Versäumnisse und schlechte Arbeit in Gefahr ist, muß der Vorgesetzte einschreiten, den Untergebenen übergehen und eigenhändig dafür sorgen, daß die Gefahr gebannt und die Probleme auf Dauer behoben werden.
Dieser Schritt wäre für viele Scientologen angezeigt, die wegen der überhöhten Preise und der ständigen Behinderungen durch die "Church" in ihrem Studium und Auditing kaum mehr vorankommen und deren geistiger Fortschritt dadurch in Gefahr ist. Jene Scientologen, die heute in der Freien Zone wieder ungehindert vorankommen, haben erkannt, daß sie als oberster Manager ihres eigenen Lebens der "Church" eine Aufgabe als Coach und spirituellem Berater zugewiesen haben - sie sozusagen angeheuert haben wie einen persönlichen Trainer -, die von dieser nicht zufriedenstellend erfüllt worden ist.
Bei korrekter Anwendung der "Gefahr"-Formel müßten sie nun die "Church" übergehen, die Verantwortung für diese Aufgabe wieder selbst übernehmen und danach den Lebensbereich so reorganisieren, daß eine ähnliche Gefahr nicht wieder eintritt. Bei diesem letzten Schritt ist vermutlich auch die Anwendung der Formel für den Zustand Zweifel angebracht, bei der schließlich eine Entscheidung darüber getroffen wird, wem den "Posten" des spirituellen Beraters in Zukunft anvertraut wird.
geladen
Themen oder Erlebnisse, die mit negativer geistiger Energie belastet sind (Ladung).
gemeinsame Out-Rudimente
siehe Out-Rudimente
Gesamt(zeit)spur
siehe Zeitspur.
Glaubensbekenntnis ("Creed")
Das Glaubensbekenntnis der Scientology-Kirche ist ein prominenter Text, der im Eingangsbereich jeder Organisation ausgehängt ist und auch in Pressegesprächen usw. viel verwendet wird.
Es enthält wunderschöne Bekenntnisse wie das zum Recht der freien Religionsausübung und zur Redefreiheit, die die heutige "Church" mit staunenswerter Unverfrorenheit laufend umgeht und verletzt. Wenn man dem nachgeht, erfährt man mit großer Verwunderung, daß das Glaubensbekenntnis gar nicht im Rang einer Richtlinie (HCO-Policybrief ) steht - es wird zwar immer dann eifrig herumgezeigt, wenn eine heile Fassade benötigt wird, es ist aber kein Scientologe verpflichtet, sich wirklich daran zu halten.
Dem Bekenntnis zur Rede- und Diskussionsfreiheit steht z.B. eine Kampagne gegenüber, die darauf abzielt, allen Internet-Benutzern unter den Mitgliedern durch Einsatz einer Zensur-Software die Existenz kirchenkritischer Web-Sites und Newsgroups zu verheimlichen. Auch wurden prominenten Ex-Mitgliedern (David Mayo, Gerald Armstrong) in Gerichtsvergleichen enorme Summen bezahlt, damit sie über ihre früheren Erfahrungen in der "Church" in Zukunft Stillschweigen bewahren. Sieht so das "unveräußerliche Recht" (Zitat) zum Aussprechen und Veröffentlichen der eigenen Meinung aus?
Dem Bekenntnis zur Religionsfreiheit steht eine Liste "unterdrückerischer Gruppen" gegenüber, an deren Zerstörung die "Church" noch bis vor kurzem mit großem Einsatz von Ressourcen gearbeitet hat (oder vielleicht immer noch arbeitet). Darunter waren zahlreiche "Advanced Ability Centers" von David Mayo bzw. seinen Gesinnungsgenossen aus der Freien Zone, deren einzige unterdrückerische Handlung darin bestanden hat, Scientology ohne den Segen der "Church" zu praktizieren (und ohne deren Fehler zu kopieren).
Auch die anderen Gruppierungen auf dieser Liste waren, schlicht gesagt, einfach Konkurrenten auf dem spirituellen Markt, die niemals auch nur einer Fliege etwas zuleide getan haben. Soviel zum "unveräußerlichen Recht", seine eigenen religiösen Gruppen zu bilden. Das Glaubensbekenntnis enthält noch mehr interessante Formulierungen; die beiden erwähnten sind jedoch diejenigen mit den krassesten Daten-Konflikten im Vergleich mit der heutigen Praxis der "Church".
Golden Age of Tech (GAT, Goldenes Zeitalter der Technologie)
Neuerungen in der Studier- und Auditing-Technologie, die nach dem Tod von Hubbard eingeführt wurden und mit Sicherheit nicht von Hubbard stammen. Obwohl Hubbard das auf seinem Studier-Kurs, dem Studentenhut, scharf verurteilt und ablehnt, wurde umfangreiches Auswendiglernen in die Kurse aufgenommen, was es unter Hubbard nie gegeben hätte.
Das bedeutet für die heute aktiven Scientologen, daß sie alle Kurse ein zweites Mal machen (und natürlich bezahlen!!) müssen. Bis dahin dürfen sie ihr früheres Wissen nicht mehr praktizieren. Altgediente und bewährte Auditoren werden plötzlich nicht mehr für Sitzungen zugelassen, weil ihnen die neu herausgekommenen "Gewißheitskurse" für alle zuvor studierten Stufen fehlten. Das ohnehin viel zu spärliche Co-Auditing der Studenten wurde damit mehr oder weniger zum Stillstand gebracht.
Die "Church" macht mit dieser Entwicklung einen weiteren Schritt in die Richtung des Trainings von Robotern - während Hubbard immer größten Wert darauf gelegt hat, daß die Studenten der Scientology "mit den Daten denken" lernen.
2 Goldene Regeln
Die beiden goldenen Regeln der Scientology besagen, daß man 1. fähig sein soll, alles zu erleben (im Sinne von "ertragen" oder "damit zurechtkommen"), und 2. daß man anderen nur das zumuten soll, was sie leicht erleben können.
Daten-Konflikt:
Ausgerechnet die Scientology-Kirche hat sich einen üblen Ruf damit erworben, wie sie mit ihren Kritikern und auch mit dissidenten Ex-Mitgliedern umgeht. Dabei werden Methoden der Reverse Scientology eingesetzt, die eigens darauf zielen, den "Gegner" einzuschüchtern, zu entmutigen und in eine Flut von Problemen zu introvertieren, und daher keineswegs leicht zu ertragen sind.
Unter der Definition von Fair Game werden alle wichtigen Grundprinzipien der Scientology beschrieben, gegen die ein solches Verhalten verstößt.
GPM (Goals-Problem-Mass)
Ziele-Problem-Masse. Ein Fall-Phänomen, das durch die Kollision von entgegengesetzten Zielsetzungen zwischen Opponenten entsteht. Zeichnet sich durch extrem starke Ladung aus und erfordert sehr fortgeschrittenes Auditing. Es gibt auch eingepflanzte GPM's, die nicht vom Thetan selbst stammen. Diese werden auf OT2 gelaufen.
Grade
Auditing-Stufen auf der unteren Brücke (unterhalb von Clear). Jeder Grad befaßt sich mit einem bestimmten Fall-Phänomen und endet schließlich mit der Fähigkeit, mit dem entsprechenden Thema im Leben ohne Schwierigkeiten umzugehen.
Grad 0: der Umgang mit Kommunikation über jedes nur denkbare Thema
Grad 1: der Umgang mit bzw. die Bewältigung von Problemen
Grad 2: der Umgang mit bzw. die Aufarbeitung von Overts und Withholds
Grad 3: der Umgang mit bzw. die Aufarbeitung von ARK-Brüchen
Grad 4: der Umgang mit bzw. die Aufarbeitung von Service-Faksimile.
Gradient
Schrittweises Vorgehen beim Lernen und Üben einer neuen Fertigkeit. Das Wort wird auch verwendet für den einzelnen Übungsschritt. Es ist Bestandteil von Hubbards Studier-Technologie, daß man für jeden Studenten den richtigen Gradienten findet - weder zu steil noch zu flach. Der Gradient ist richtig, wenn jeder einzelne Übungsschritt leicht ausgeführt werden kann, ohne aber langweilig zu sein.
Gradkarte
Gesamtschema der Brücke, also des Weges, den ein Scientologe zurücklegt, um vom gewöhnlichen Menschen (Wog) zum operierenden Thetan (OT) zu werden. Unterschieden wird dabei zwischen der rechten Seite der Gradkarte, auf der die einzelnen Auditing-Grade und Rundowns verzeichnet sind, die in der durch die Gradkarte festgelegten Reihenfolge absolviert werden müssen, und der linken Seite der Gradkarte, die die entsprechenden Trainingsstufen angibt, die ein Auditor durchlaufen haben muß, damit er den jeweiligen Grad auditieren kann.
Grüne Tech(nologie)
Zusammenfassender Begriff für alle Bücher, Artikel, Richtlinienbriefe (HCO-Policybriefe) und Tonbänder, die Hubbard zur Führung von Organisationen verfaßt hat. Der Ausdruck bezieht sich auf die Tatsache, daß die meisten dieser Texte in grüner Schrift auf weißem Papier gedruckt sind. Demgegenüber steht die Rote Technologie, die sich mit der Technologie des Auditing befaßt, und die Ethik-Technologie, die sich mit der Verbesserung von Zuständen im Leben beschäftigt.
Gruppen-Engramm
siehe Engramm
HCO
Abkürzung für "Hubbard Communication Office" (Hubbard Kommunikationsbüro).
HCO-Bulletin
Standard-Bezeichnung für technische Texte von L. Ron Hubbard. Technische Texte beziehen sich auf Einzelheiten der Verfahrensweise im Auditing und sind prinzipiell in Rot auf Weiß gedruckt. Im Gegensatz dazu sind alle administrativen Texte (Richtlinien oder Policy) auf Anhieb durch ihren Druck in Grün auf Weiß erkennbar.
HCO-Policybrief
Standard-Bezeichnung für administrative Texte von L. Ron Hubbard (Richtlinien, englisch Policy). Administrative Texte beziehen sich auf Einzelheiten der Verwaltung von Scientology-Organisationen und sind prinzipiell in Grün auf Weiß gedruckt. Im Gegensatz dazu sind alle technischen Texte (Bulletins) auf Anhieb durch ihren Druck in Rot auf Weiß erkennbar.
HCO-Policybriefe besitzen innerhalb der Scientology-Kirche den Rang von Gesetzen; sie nicht zu befolgen oder ihnen zuwiderzuhandeln gilt als schweres Verbrechen. Da sich im Lauf der Zeit zum Teil eklatante Widersprüche zwischen den vielen hundert existierenden HCO-Policybriefen angesammelt haben und es darüber hinaus noch eine Flut von anderen Anweisungen Hubbards zu beachten gilt, ist diese Materie äußerst komplex und erfordert ein vieljähriges Studium.
hereinziehen
siehe pull in
Hubbard
L. Ron Hubbard, geb. 1911. Gründer von Scientology, von Scientologen meist Ron oder LRH genannt.
Hut (Hat)
Bezeichnung für den Posten eines Mitarbeiters. Leitet sich von der amerikanischen Gepflogenheit her, daß Mitarbeiter z.B. der Bahn je nach ihrer Tätigkeit einen bestimmten Hut tragen. Das Wort wird außerdem auch für die Gesamtheit der Tätigkeiten eines Postens verwendet, sowie auch für den Aktenordner mit zum Posten gehörigen Unterlagen.
Außerdem gibt es noch die Hut-Niederschrift (das Hat-Writeup), in dem ein Mitarbeiter genau festhält, wie er seinen Posten konkret abwickelt, so daß bei einem Ausfall oder einer Beförderung sein Vertreter oder Nachfolger sich leichter einarbeiten kann.
Auch Nicht-Mitarbeiter können einen "Hut" tragen. So bedeutet zum Beispiel "den Auditoren-Hut aufsetzen", daß man sich gegenüber einer Person nach den Regeln des Auditoren-Kodex verhält, und "den PC-Hut aufsetzen", daß man nun für die Zeitspanne der Sitzung ein Preclear bzw. Pre-OT ist und die Erlaubnis hat, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, auch wenn sie negativ sind (Studenten, Auditoren und Mitarbeiter dürfen das nicht, sie "haben keinen Fall").
Implant
Wörtlich übersetzt "Einpflanzung". Während in populären UfO-Filmen von diversen Gegenständen als "Implants" gesprochen wird, meint Hubbard damit eingepflanzte Gedanken, von denen der Thetan jedoch glaubt, es seien seine eigenen. Implants können durch Anwendung von Schmerz (Folter), Drogen oder Hypnose gegeben werden, oder aber durch Überwältigung mit elektronischen Mitteln.
In Scientology nicht beschrieben, aber nicht weniger wichtig, sind die "schleichenden" Implants durch kulturelle oder religiöse Programmierung, die durch Vertrauenspersonen (Eltern, Lehrer) unter dem Deckmantel der Erziehung stattfinden. Auch hier werden dem Thetan fremde Gedanken eingepflanzt, anstatt ihn lediglich mit Informationen zu versorgen und ihn dazu zu ermutigen, daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Meisterhaft wurde dies hierzulande jahrhundertelang von der katholischen Kirche betrieben, die den Kindern die Ideen der Körper- und Lustfeindlichkeit eingepflanzt hat, was zu zahllosen frigiden Frauen, kontaktunfähigen geistigen Krüppeln und einer endlosen Reihe von Morden an Mädchen und Frauen geführt hat, die von sexuell zerstörten Männern verübt wurden.
Die Kunst des Verabreichens von Implants wird auch in Kulten und kultähnlichen religiösen Gruppen geübt, die keine so vorherrschende gesellschaftliche Stellung haben. In diesen Fällen wird mit Guru-Anbetung, Gruppenzwang und der Drohung des Liebesentzugs gearbeitet. Ein leuchtendes Beispiel ist hier die uns mittlerweile wohlbekannte Scientology-Kirche mit ihren Drohungen, dem Mitglied bei nicht gruppenkonformem Verhalten den Weg über die Brücke zu verweigern, mit der brutalen Praxis des Abbrechens der Verbindung (Disconnection) und anderen ethisch anfechtbaren Methoden.
Integrität
siehe Ethik
Intensiv
Paket von 12 ½ Stunden Auditing. In der Regel wird Auditing - bis auf Ausnahmefälle - in Paketen zu einem oder mehreren Intensives verkauft.
invalidieren
siehe Abwertung
Is-ness
Einer der vier geistigen Daseinszustände (siehe auch As-is-ness, Alter-is-ness und Not-Is-Ness).
Nach dem Schöpfungsvorgang der As-is-ness entsteht durch den ständigen Wandel der Alter-is-ness ein dauerhaftes Stadium des zunächst nur flüchtig Geschaffenen, das dadurch mit all seinen mitgegebenen Eigenschaften bestehen bleibt oder "ist" (englisch "is" - daher der Name).
Eine Is-ness (etwas, das ist) kann nur durch As-is-ness (einen zweiten, umgekehrten Schöpfungsvorgang) wieder aus der Existenz entfernt werden, nicht jedoch durch den gewaltsamen Vorgang der Not-is-ness, der die existierende Form zwar beschädigen, zerstören, unkenntlich oder sogar unsichtbar machen wird, sie jedoch nie zur Gänze auslöschen kann.
Item(s)
Themen, Personennamen oder Begriffe, die entweder auf vorbereiteten Listen zusammengefaßt sind oder vom Auditor nach den Angaben des Preclears zu einer Liste zusammengestellt werden. Diese Listen werden am E-Meter verlesen, um festzustellen, welche Items mit Ladung behaftet sind und welche nicht. Nur geladene Items werden anschließend im Auditing behandelt. Das Auditing erhält dadurch einen gewissen individuellen Zuschnitt.
Justiz
Maßnahmen einer Gruppe zur Disziplinierung ihrer Mitglieder. Wird in der "Kirche" in hohem Maße mißbraucht, um in das Leben ihrer Mitglieder, speziell aber der Mitarbeiter, auf totalitäre Weise einzugreifen. Neben Zwangsmaßnahmen verschiedener Härtegrade werden dazu auch häufig die Ethik-Zustände eingesetzt, die laut Hubbard eigentlich freiwillig angewendet werden sollten. Deshalb ist Ethik für viele (Ex-) Scientologen ein stark geladenes Wort.
Kette
Eine Reihe von Geschehnissen mit einem verbindenden Element - etwa eine Reihe von Stürzen immer auf dasselbe Knie. Es kann sich dabei um Engramme, ARK-Brüche, Overts oder andere Arten von Geschehnissen handeln.
In der Regel sind mehrere Elemente in einem Geschehnis vorhanden, z.B. ein Schmerz und eine Emotion. Ein solches Geschehnis kann auf zwei verschiedenen Ketten liegen - es gibt jeweils eine eigene Kette für diesen bestimmten Schmerz und für diese bestimmte Emotion -, und der Auditor muß darauf achten, daß er nicht zwischen zwei Ketten "springt".
Die Regel besagt, daß die Geschehnisse einer Kette rückwärts bis zum frühesten gelaufen werden müssen. Wenn das früheste oft genug durchlaufen wird, löst sich die gesamte Kette auf.
Klären
Ein Wort klären: siehe Wortklären. Einen Menschen (eine Stadt, einen Planeten) klären: durch fortgesetztes Auditing von allen Aberrationen befreien, so daß er oder sie wieder von optimaler Vernunft geleitet werden.
Klasse
Bezeichnung für die Ausbildungsstufe eines Auditors gemäß der linken Seite der Gradkarte. Die Klasse beim Auditor verläuft zu Beginn parallel zum Grad des Preclears (Klasse bzw. Grad 0 - 4). Danach hängen die Bezeichnungen für den erreichten Grad bzw. die erreichte Ausbildungsstufe nicht mehr zusammen.
Knopf
Ein Wort, Thema oder der Name einer Person, dessen Nennung beim Studenten oder Preclear eine Reaktion hervorruft, die er nicht willentlich kontrollieren kann. Jedesmal, wenn der "Knopf gedrückt" wird, kommt dasselbe Erröten, Lachen, oder auch eine feindselige Reaktion. Im Rahmen der Ausbildung zum Auditor gibt es eine spezielle Übung, wo die Knöpfe des angehenden Auditors flach gemacht werden, damit er durch ungewollte Reaktionen auf das zufällige "Drücken" seiner Knöpfe während der Sitzung nicht aus der Ruhe gebracht werden kann. Endgültig wird die Ladung, die zu diesen Reaktionen führt, dann im Auditing behoben.
Kommunikation
Die Beförderung eines Partikels über eine Distanz von einem Sende- zu einem Empfangspunkt (auch Ursache- und Effektpunkt genannt). Es kann sich um geschriebene, gesprochene oder auch telepathische Kommunikation handeln, aber auch um festere Partikel wie z.B. Gewehrmunition oder Kanonenkugeln.
Kommunikation ist gemeinsam mit Affinität und Realität Bestandteil des ARK-Dreiecks, eines der wichtigsten Konzepte der Scientology.
Kontrolle
Vollständige Herrschaft über eine Person oder Sache, die sich darin ausdrückt, daß man jede ihrer Bewegungen nach Belieben starten, verändern oder stoppen kann. Die Bestandteile Starten-Verändern-Stoppen bilden demnach die Anatomie von Kontrolle.
Hubbard legt in seinen Texten großen Nachdruck auf die Tatsache, daß Kontrolle positiv sein muß, und daß die Abneigung so vieler Menschen dagegen, kontrolliert zu werden, davon herrührt, daß sie in der Vergangenheit in negativer und destruktiver Weise kontrolliert worden sind. Positive Kontrolle, wie sie etwa der Dirigent über ein Orchester ausübt, dient einem sinnvollen Zweck, während negative Kontrolle dazu verwendet wird, Menschen ihre Selbstbestimmung zu rauben und sie als Roboter für fragwürdige Zwecke einzusetzen.
Daten-Konflikt:
Während die heutige "Church" diese Informationen im Rahmen ihrer Kurse weiterhin lehrt, ist sie bereits seit Jahren dazu übergegangen, negative Kontrolle in ihrer übelsten Form sowohl über ihre Mitarbeiter als auch die zahlenden Mitglieder auszuüben. Der Begriff "Scientology" ist heute beinahe schon ein Synonym für die totalitäre Kontrolle eines Kults über seine Anhänger.
Im Auditing ist es notwendig, daß sich der Preclear der positiven Kontrolle seines Auditors überläßt, da dieser mit seiner langjährigen Erfahrung dazu imstande ist, ihn durch mentale Schwierigkeiten zu führen, die er ohne die Hilfe eines Fachmanns nicht meistern könnte. Es ist bestürzend, in welchem Ausmaß die negative Kontrolle der "Church" dazu geführt hat, daß ehemalige Mitglieder sich auch noch Jahre später der positiven Kontrolle in einem wirklich konstruktiven neuen Team nicht wieder anvertrauen können. Die Texte Hubbards über die Bedeutung der positiven Kontrolle nehmen sich daneben wie blanker Hohn aus.
Ladung
Negative geistige Energie, mit der ein Geschehnis, eine Person oder ein Thema (Item) belastet ist. Ladung kann in allen Abstufungen zwischen "ein wenig unangenehm" und "unerträglich schmerzhaft" existieren. Es gibt auch Fälle, wo die Ladung so überwältigend stark ist, daß sie überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird und auch am E-Meter nicht anzeigt. In solchen Fällen muß der Auditor das Item entlasten, bevor es für den Preclear in der Auditing-Sitzung zugänglich wird.
Ladung ist der Grund dafür, daß der Thetan auf eine bestimmte Sache nicht hinschauen kann und sie nicht wahrnehmen will, sie also verdrängt, und daher die darin enthaltenen Informationen dem analytischen Verstand nicht zur Verfügung stehen. Geladene Geschehnisse, Knöpfe oder andere Items wirken daher prinzipiell unbewußt und sind damit Bestandteile des reaktiven Verstandes.
L's
Spezielles extrem teures Auditing, das nur in Flag erhältlich ist. Ebenso wie die gesamten Texte der oberen Stufen, sind auch Teile der L's mittlerweile mehrfach am Internet veröffentlicht worden, jedoch existieren dazu noch weitere relevante Materialien, über die zur Zeit (2004) nur die Church verfügt.
Ein aus der Church ausgetretener Klasse XII-Auditor (auf dieser höchsten aller Trainingsstufen beherrscht der Auditor auch die L's) warnt ausdrücklich davor, die L's ohne das komplette dazugehörige Training zu liefern, wie es einzelne Auditoren der Freien Zone tun.
Er sagt, daß Hubbard's innerhalb von Scientologen-Kreisen weithin berühmte Regel "Jedes Auditing ist besser als kein Auditing" auf die L's nicht zutrifft, daß man mit falsch auditierten L's das Leben des Preclears gefährden kann, und daß die Psychose, wegen der Lisa McPherson (starb in "Einzelhaft" innerhalb der Kirche) gefangengehalten wurde, auf fehlerhaft auditierte L's zurückzuführen war.
laufen
Eine Sache oder ein Thema laufen bedeutet, es oder sie im Auditing zu behandeln. Einen Prozeß laufen bedeutet, ihn im Rahmen einer Sitzung durchzuführen.
Long Fall (LF)
Nadel-Anzeige am E-Meter. Die Nadel "fällt" nach rechts als Reaktion auf die Nennung eines geladenen Items. Der Long Fall ist größer als der Fall (F), die Nadel bleibt aber immer noch auf der Skala, wenn sie sich vor der Anzeige ungefähr im "Set"-Bereich (linke Drittelteilung) befunden hat. Erst beim Blowdown schlägt die Nadel rechts an, und der Tonarm muß nachgestellt werden.
Long Fall - Blowdown (LFBD)
Nadel-Anzeige am E-Meter. Die Nadel "fällt" nach rechts als Reaktion auf die Nennung eines geladenen Items. Der Auditor sieht zuerst einen Long Fall, der dann von einem Blowdown gefolgt wird (die Nadel schlägt gegen das rechte Ende der Skala, und der Tonarm muß nachgestellt werden, um die Nadel wieder auf die Skala zu bringen). Diese Art der Anzeige bedeutet entweder starke Ladung, oder bereits das Verschwinden von Ladung. In diesem letzteren Fall folgt gewöhnlich eine schwebende Nadel.
LRH
L. Ron Hubbard - Gründer der Scientology-Kirche, von vielen Scientologen gern auch liebevoll "Ron" genannt. Wenn Sie sich ernsthaft mit der Biographie Hubbards befassen wollen, empfiehlt sich die Lektüre von Büchern unabhängiger Autoren, die nicht mit der "Church" in Kontakt stehen, wie z.B. Russell Miller ("Bare-Faced Messiah"). Hubbards offizielle Biographie, wie sie von der heutigen "Church" verbreitet wird, gleicht eher einem Märchenbuch als einer aussagekräftigen Dokumentation.
Macht
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn man sich in einer Gruppe oder Beziehung in einer unangefochtenen und großartigen Position an der Spitze befindet. Die Formel besteht im wesentlichen aus Schritten, die eigenen erfolgreichen Aktionen so zu dokumentieren, daß der Erfolg für andere nachvollziehbar wird.
Machtwechsel
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn der Inhaber einer Position, die sich im Zustand Macht befindet, seine Angelegenheiten übergibt und sich anderen Tätigkeiten zuwendet. Der Nachfolger hat nun die Formel für den Zustand "Machtwechsel" anzuwenden. Sie besteht im wesentlich darin, nichts an den Regelungen seines Vorgängers zu ändern und sich möglichst präzise in seine erfolgreichen Vorgangsweisen einzuarbeiten.
MEST
Kunstwort für das physische Universum, gebildet aus den Anfangsbuchstaben der englischen Wörter Matter-Energy-Space-Time (Materie-Energie-Raum-Zeit).
MEST-Körper
Ein Körper, bestehend aus physischen Partikeln und betrieben mit physischer Energie. Der menschliche Körper ist ein MEST-Körper.
Miscavige, David
siehe David Miscavige
Missed Withhold (verfehlter Withhold)
Spezielle Form des Withholds, die im Rahmen der Rudimente zu Beginn jeder Sitzung regelmäßig überprüft wird. Der normale Withhold ist ein Overt (schädliche Handlung oder Unterlassung), der anschließend verborgen (zurückgehalten) wird. Wenn nun irgendetwas geschieht, das den Preclear sich "ertappt" fühlen läßt, ohne daß er sich jedoch dessen sicher sein kann, hat er einen Missed Withhold - einen Withhold, der nicht herausgefunden wurde, bzw. dessen Entdeckung verfehlt wurde.
Ein Mord wäre z.B. ein Overt. Das Vergraben der Leiche und Verschweigen der Tat wäre der dazugehörige Withhold, und wenn nun jemand dem Täter die Frage stellt, was er an diesem Abend gemacht hat, hätte der Täter so lange einen Missed Withhold, bis die Tat bekannt wird - indem er sie gesteht oder anderweitig überführt wird -, oder die Untersuchung eingestellt, ein Unschuldiger verurteilt wird usw.
Die "Missed Withhold"-Situation macht einen Preclear gereizt und unkonzentriert, speziell wenn es sich um etwas Schwerwiegendes handelt. Er ist auf der Hut und wird versuchen, sich zu schützen und nach Auswegen zu suchen. Vor allem wird er einen Großteil seiner Aufmerksamkeit der Frage widmen, ob er nun tatsächlich entdeckt worden ist oder nicht. Er kann erst wieder auditiert werden, wenn der Withhold "gezogen" worden ist, d.h. wenn es dem Auditor gelungen ist, den Preclear dazu zu bewegen, darüber zu erzählen.
Natürlich steht eine solche Beichte unter strengstem Schutz des Auditoren-Kodex. Leider hat die "Church" diesbezüglich einige nicht wiedergutzumachende Fehler begangen (siehe dort).
OT Monitor
Körperloses geistiges Wesen, das - oft im Rahmen einer ganzen Hierarchie oder Befehlskette - dazu abgeordnet ist, den Pre-OT zu kontrollieren und zu steuern, meist mit einer destruktiven Zielsetzung, also um ihn unter Kontrolle zu halten, klein und machtlos zu halten usw. Der Begriff ist innerhalb der Scientology-Kirche in dieser Form unbekannt; es gibt dort auch keine Verfahren, um mit dem oft sehr haßerfüllten und einflußreichen Monitor umzugehen. Alle Verfahren zum Umgang mit Monitoren wurden in der Freien Zone entwickelt.
Der Monitor reagiert manchmal auf die Anweisungen von NED für OTs, benötigt aber in der Regel eine eigene Kategorie von Auditing-Anweisungen. Er unterscheidet sich vom gewöhnlichen Body-Thetan durch größere Bewußtheit und die Entschlossenheit, den Pre-OT unter Kontrolle zu halten. Der Body-Thetan ist demgegenüber oft wenig oder überhaupt nicht bewußt, in seinen eigenen Fall verwickelt und hat gegenüber dem Pre-OT meist keine bösen Absichten.
Der Body-Thetan befindet sich auch in oder auf dem Körper des Pre-OTs oder in seiner unmittelbaren Umgebung, während der Monitor sich in großer Entfernung aufhalten kann und in diesem Fall erst durch spezielle Auditingfragen aufgespürt werden muß, bevor man ihn auditieren kann. Oft setzt der Monitor Body-Thetans ein, um dem Pre-OT Ideen einzuflüstern, Somatiken zu verursachen oder ihm anderweitig Schwierigkeiten zu machen. Viele Auditoren in der Freien Zone sind der Ansicht, daß das Kontrollsystem mit Hilfe von Monitoren nach den Ereignissen von OT3 absichtlich eingerichtet wurde, um die auf der Erde "abgeladenen", in der restlichen Galaxis unerwünschten Thetans davon abzuhalten, die Erde wieder zu verlassen.
Motivation
Scientology kennt eine eigene Motivations-Skala. Die höchste Stufe der Motivation ist demnach die Pflicht, danach folgen persönliche Überzeugung, persönlicher Gewinn und als niedrigste Motivationsstufe Geld.
Es ist wahrscheinlich nicht allzu schwierig, die derzeitige Geld-Motiviertheit der "Church" in diesem Zusammenhang zu bewerten. Dazu ist anzumerken, daß die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter - unterhalb der Führungsebene - extrem unterbezahlt ist und sich offenbar auf einer der höheren Motivationsstufen befinden muß, wenn sie der Sache trotzdem treu bleiben.
Motivator
Hubbard geht davon aus, daß das Begehen von Overts einen Thetan zu dem Wunsch veranlaßt, sich zu rechtfertigen. Durch einen unbewußten geistigen Akt (siehe pull in) schafft er sich Erlebnisse, die die schädliche Handlung scheinbar begründen (motivieren - daher der Name Motivator).
In Scientology geht man davon aus, daß Menschen, denen ständig unangenehme Dinge zustoßen (Motivatoren), zuvor Overts begangen haben. Es wird versucht, diese Anfälligkeit durch Confessionals zu beheben, bei denen die Overts geistig verarbeitet werden, so daß sie keine unbewußten Wirkungen mehr ausüben können.
MSH
Mary Sue Hubbard - Hubbards letzte Gattin, die an seiner Seite in prominenten Positionen in der "Church" tätig war. Mußte wegen eines Einbruchsversuches beim FBI einige Jahre im Gefängnis verbringen; später wurde nachgewiesen, daß diese Aktion durch von der Regierung eingeschleuste Spitzel provoziert wurde.
Danach wurde sie mit ziemlicher Sicherheit von der "Church" inoffiziell unter Hausarrest gestellt und ihre sämtlichen Verbindungslinien nach außen zensuriert, so daß es heute nicht möglich ist, sie zu kontaktieren.
MW/H
Abkürzung für Missed Withhold.
Nadel
Bestandteil des E-Meters. Die Nadel ist normalerweise entweder ruhig, fließt langsam (saubere Nadel) oder schwingt müßig über die Skala (schwebende Nadel). Wenn der Auditor ein geladenes Item nennt oder der Preclear an ein solches denkt, zeigt die Nadel einen plötzlichen Ausschlag nach rechts, die sogenannte Anzeige.
Nadel-Anzeige
siehe Anzeige
NED
Abkürzung für "New Era Dianetics" (Dianetik der neuen Ära). Es handelt sich dabei im Prinzip um bereits früher bekannte Verfahren zum Laufen von Engramm-Ketten, jedoch wurde die Methode zum Auffinden und Formulieren der geladenen Somatiken noch stärker präzisiert. NED ist identisch mit Klasse 5 in der Ausbildung von Auditoren bzw. Grad 5 beim Weg des Preclears über die Brücke.
OT NED für OTs
Dieses Verfahren gehört zu den geheimen oberen Stufen. Es wurde von David Mayo, einem ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter Hubbards entwickelt, jedoch unter Hubbards Namen herausgegeben. Auch nach dem Weggang von David Mayo, der als Begründer einer Kette von AAC's ("Advanced Ability Centers") einer der wichtigsten Wegbereiter der Freien Zone war und deswegen aufs brutalste verfolgt und attackiert wurde, behielt die "Church" sein Werk unverändert im Programm.
NED für OTs, weiter abgekürzt zu dem Begriff NOTs, hat in Wirklichkeit keinerlei Gemeinsamkeiten mit den Verfahren von NED. Die Namensgebung stammt vermutlich daher, daß es ähnliche Fall-Phänomene behandelt wie NED, nämlich (zumindest teilweise) Somatiken, die an Personen ab Clear nicht mehr mit Dianetik oder NED auditiert werden dürfen. Es richtet sich nicht an den Pre-OT selbst, sondern an andere geistige Wesen, die in oder an seinem Körper oder in seiner näheren Umgebung leben und ihn mit ihrem Fall negativ beeinflussen (Entitäten oder Body Thetans) Das Verfahren wird auf den Stufen OT5 (auditiertes NOTs), OT6 (NOTs-Kurs für Solo-Auditoren) und OT7 (Solo-NOTs) eingesetzt.
NED für OTs wurde als "die geheime Bibel der Scientology" weltweit bekannt, als einige Kritiker der "Church" es im Volltext am Internet veröffentlichten. Damit wurde das Monopol der "Church" auf diese Technologie gebrochen und auch das Geheimnis, mit dem die Mitglieder der "Church" zur Zahlung von immer weiteren astronomisch hohen Beiträgen motiviert wurden, gelüftet. Es wurde seither von Experten der Auditing-Technologie analysiert und als nicht ausreichend für die angestrebte Handhabung der betreffenden Fall-Phänomene befunden. Das bestätigt auch der Autor David Mayo in einem Brief an die Autorin dieses Glossars, in welchem er das Verfahren als "nicht gut durchdacht und ausgearbeitet" bezeichnet.
Es gibt mittlerweile mehrere Verfasser, die sich mit dem Thema befaßt haben und zielführendere Ansätze zum Umgang mit Entitäten entwickelt haben. Die Thematik ist ja keineswegs neu - "böse Geister" oder "Dämonen" sind in vielen Religionen bekannt und wurden unter anderem auch von Jesus Christus behandelt. Unter der Bezeichnung "Exorzismus" versuchen sich christliche Priester noch heute an ihnen.
Ein von der "Church" völlig vernachlässigtes Problem sind Entitäten in weiterer Entfernung vom Pre-OT, die oft destruktiven Charakter haben und in bösartiger Weise Kontrolle über den Pre-OT ausüben.
Viele der Menschen, die während des NOTs-Auditings Schwierigkeiten haben oder sogar krank werden, haben mit solchen Entitäten zu tun, erhalten von den Fallüberwachern der "Church" aber keine Hilfe beim Umgang mit ihnen, da Hubbard ihnen zu diesem Thema keine Instruktionen hinterlassen hat. Einige der durchgreifendsten und nachhaltigsten Erfolge der Freien Zone stammen aus dem gelungenen Auditing dieser sogenannten Monitore.
Nicht-Existenz
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn man einen neuen Posten antritt, eine neue Gruppe oder Aktivität etabliert, oder aber wenn eine bestehende Aktivität zusammengebrochen ist und die Tätigkeit zum Erliegen gekommen ist, so daß sie von Grund auf neu aufgebaut werden muß.
Die Schritte der Formel bestehen im wesentlichen aus dem Herstellen von Kontakten mit allen für die Tätigkeit wichtigen Personen, dem Herausfinden, was gewünscht und gebraucht wird, und dem Liefern der gewünschten und gebrauchten Produkte oder Tätigkeiten.
OT No-Interference-Bereich
Bereich zwischen Clear und OT3. Zwischen diesen Stufen dürfen keine anderen Fall-Aktionen gemacht werden als OT1, OT2 und OT3. Grund dafür ist die einsetzende Restimulation von Entitäten (Body Thetans), die einem Pre-OT oft schwer zu schaffen macht und theoretisch mit dem Abschluß von OT3 behoben sein soll.
Tatsächlich stimmt das nicht; selbst OT7-Abschlüsse haben immer noch mit diesen Phänomenen zu kämpfen. Sie können sie wegen der begrenzten Reichweite der NOTs-Technologie im Rahmen der "Standard-Tech" auch gar nicht in den Griff bekommen. Die hier wirklich wirksamen Auditing-Methoden sind innerhalb der "Church" unbekannt. (Siehe auch Monitore.)
Leider erkennen viele Auditoren auf Grund ihrer lückenhaften Ausbildung nicht, daß die Restimulation von Entitäten oft schon vor Clear einsetzt und ihre Preclears in der Folge nennenswerte Schwierigkeiten haben, die bis zu ernsthaften psychosomatischen Krankheiten gehen können. Die Mehrzahl der Auditoren wird von Hubbard diesbezüglich völlig im dunkeln gelassen, da die entsprechende Ausbildung (NED für OTs) Mitgliedern der Sea Org vorbehalten ist.
Der Autorin dieses Glossars sind auch mehrere Fälle bekannt, wo die "Church" sogar in AO's solchen Mitgliedern völlig ungerührt das dringend notwendige Auditing verweigert hat, weil sie die interne Bürokratie vor dem Erreichen der oberen Stufen (Confessionals, für die wie üblich hohe Beitragszahlungen eingehoben werden) noch nicht durchlaufen hatten.
Normal
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn in einer bestehenden Gruppe oder Aktivität alles gut läuft. Es wird wenig verändert, aber doch darauf geachtet, die erfolgreichen Aktionen zu verstärken und weniger erfolgreiche Aktionen zu optimieren.
Notlage
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn eine Gruppe oder Aktivität nicht so gut läuft, wie sie laufen sollte und könnte. Die Schritte der Formel bestehen in verstärkter Tätigkeit und/oder Werbung und einem Umstieg auf mehr Erfolg versprechende Methoden.
Not-Is-Ness
Einer der vier geistigen Daseinszustände (siehe auch As-is-ness, Alter-is-ness und Is-ness). Nach dem Schöpfungsvorgang der As-is-ness entsteht durch den ständigen Wandel der Alter-is-ness ein dauerhaftes Stadium der geschaffenen Form, die nun mit all ihren mitgegebenen Eigenschaften besteht oder "ist".
Wenn eine solche Is-ness durch eine Gegenanstrengung oder Opposition überwältigt wird, existiert sie nicht mehr (englisch "not is" - daher der Name). Es existieren aber nach wie vor ihre Trümmer oder Reste, in einer nicht mehr kenntlichen, der Absicht des Schöpfers nicht entsprechenden, zerstörten Form.
Eine Is-ness (etwas, das ist) kann nur durch As-is-ness (einen zweiten, umgekehrten Schöpfungsvorgang) wieder aus der Existenz entfernt werden - durch einen Moment des exakten, totalen und restlosen Erkennens, ganz ähnlich dem im Moment des Erschaffens (siehe As-is-ness) -, nicht aber durch den gewaltsamen Vorgang der Not-is-ness, der die existierende Form zwar beschädigen, zerstören, unkenntlich oder sogar unsichtbar machen wird, sie jedoch nie zur Gänze auslöschen kann.
Daten-Konflikt:
Es besteht hier innerhalb der "Church" ein faszinierender Daten-Konflikt: Die gesamte Hierarchie und Struktur der Church, mit ihrer Studier-Technologie, dem Ethik-System, dem komplexen Verwaltungssystem und dem umfangreichen Training von Auditoren, lebt für einen einzigen Zweck: das Durchführen von Auditingin einer aberrierten Gesellschaft, die dadurch in einen Zustand von geistiger Gesundheit übergeführt (Clear gemacht oder "geklärt") werden soll.
Die Essenz des Auditings ist nun aber eine laufend auf unerwünschte geistige Befindlichkeiten angewendete As-is-ness - das Feststellen der vollständigen und restlosen Wahrheit über die Vorgänge, die zu bestimmten Zuständen geführt haben. Man könnte sagen, die "Church" existiert, damit die Gesellschaft als ganzes As-is-ness auf ihre Aberrationen anwendet. Und doch betreibt die "Church" selbst mit den Greueln ihrer Vergangenheit und den Ungereimtheiten in Hubbards Biographie fortwährend extreme Not-is-ness, indem sie deren Is-ness (ihre wirkliche Geschichte, wie sie tatsächlich ist oder "as is") durch Hinzufügungen, Weglassungen, Lügen, Behauptungen, Erfindungen und Verdrehungen laufend beschädigt, entstellt und zerstört.
Diesen ganz fundamentalen Konflikt mit Repräsentanten der "Church" zu diskutieren, wäre eine der interessantesten Aufgaben für die Presse und engagierte Vertreter von Politik, Religion und Kultur.
NOTs
siehe NED für OTs
obere Stufen
Die Stufen der Brücke oberhalb von Clear, auch OT-Stufen genannt.
Operierender Thetan
siehe OT
Org
Organisation der Scientology-Kirche. Gemeint ist sowohl die Gruppe als Gesamtheit von Mitarbeitern, als auch der Standort (Gebäude, Name usw.) Das Angebot an Training und Auditing variiert je nach Ausbildung des technischen Personals.
OSA
Abkürzung für "Office of Special Affairs". Offiziell eine Abteilung für Presse- und legale Angelegenheiten, in Wirklichkeit jedoch außerdem auch noch ein mit allen Wassern gewaschener Geheimdienst. Die Richtlinien dafür wurden von Hubbard nie veröffentlicht, sie erscheinen jetzt allerdings der Reihe nach am Internet.
OT
Abkürzung für "Operierender Thetan". Damit ist ein geistiges Wesen gemeint, das nicht nur seiner selbst als vom Körper unabhängige geistige Bewußtseinseinheit gewahr ist, sondern auch vom Körper unabhängig operieren kann (siehe OT-Fähigkeiten).
OT-Eligibility (Eignung für OT)
Eignungsprüfung für die Zulassung von Mitgliedern der "Church" auf die oberen Stufen. Besteht aus umfangreichen Confessionals.
OT-Fähigkeiten
Im wesentlichen außersinnliche Wahrnehmungen wie Telepathie oder Fern-Wahrnehmung ("Remote Viewing"), sowie Fähigkeiten wie das Bewegen von Gegenständen ohne physische Krafteinwirkung (Telekinese) und ähnliches. Außerdem die Fähigkeit, durch reine Willenskraft (Postulate) Ereignisse herbeizuführen.
Durch Scientology-Auditing wurden immer wieder sporadisch OT-Fähigkeiten freigesetzt; diese waren jedoch niemals vorhersagbar oder dauerhaft. Möglicherweise war das der Grund, warum die "alten OT-Stufen" 4 - 8 von der Brücke entfernt und durch die heutigen Pre-OT-Stufen mit denselben Namen, aber komplett verschiedenem Inhalt, ersetzt wurden.
Eine der Verschwörungstheorien, von denen Scientology umgeben ist, besagt aber auch, daß die amerikanische Regierung, die im "Remote Viewing" große Möglichkeiten für den Geheimdienst sah, die Verbreitung solcher Fähigkeiten unter Normalbürgern, die nicht ihrer militärischen Kontrolle unterstehen, verhindern wollte und deshalb dafür gesorgt hat, daß die entsprechenden Stufen innerhalb der "Church" nicht mehr erhältlich sind. Von dem frühen Scientologen Ingo Swann, der noch die ursprünglichen OT-Stufen erhalten hat und damit einer der wichtigsten "Remote Viewing"-Pioniere der USA wurde, gibt es darüber aufschlußreiche Texte am Internet.
Eine andere Definition des Begriffes OT von Hubbard, die fast noch mehr Sinn macht ("Ein Wesen ist so sehr OT, wie es seine Umgebung kontrollieren kann"), wird von der heutigen "Church" vollkommen verfehlt. Es wird anstelle einer positiven Kontrolle eine negative Kontrolle im Sinn einer totalitären Bevormundung auszuüben versucht, wogegen sich natürlich jeder halbwegs denkende Mensch instinktiv wehrt.
Die Kontrolle über die Umgebung, wie von Hubbard postuliert (am ehesten zusammenzufassen unter dem Begriff "Leadership"), ist durch diesen ständigen Protest und die damit verbundene Enturbulierung in die Nähe eines Nullwerts zurückgegangen, und jegliche Chancen für eine positive Einflußnahme wurden verspielt.
OT1
Erste OT-Stufe nach Clear. Wurde im Lauf der Zeit immer wieder geändert und besteht heute aus einfachen Schritten zur Orientierung des Thetans in der Umgebung.
OT OT2
Umfangreiche Stufe, bei der künstlich eingepflanzte GPM's entladen werden. Die Stufe ist interessant durch einen Schritt, bei dem der Thetan übt, sich selbst zum Unterschied von seinem Verstand oder seinem Körper im Raum zu orten. Das ist ein wichtiger Übungsschritt für das Verfahren von NED für OTs (OT5 - OT7), wo es unter anderem darum geht, die genaue Position anderer geistiger Wesen (Body Thetans) im Raum zu orten, damit diese anschließend auditiert werden können. OT2 ist die erste Stufe, die der Pre-OT solo auditiert, d.h. er ist mit dem E-Meter allein in der Sitzung und hat keinen Auditor mehr.
OT OT3
Zweite Solo-Stufe auf der Brücke. Die Einführung zu OT3 ist eines der am meisten umstrittenen Werke von Hubbard. Er beschreibt darin einen intergalaktischen Völkermord vor 75 Millionen Jahren, in dessen Verlauf die Erde als Abladeplatz für Milliarden von unerwünschten Personen verwendet wurde. Deren Ermordung folgte die geistige Verstümmelung der mittlerweile körperlosen Thetans durch elektronische Folter.
Die meisten der damals auf der Erde "entsorgten" Thetans sind heute ohne eigenen Körper und haben sich deshalb an die Körper lebender Personen angeheftet, wo sie ein Dasein als Body-Thetan in mehr oder weniger bewußtlosem Zustand führen. Angesichts der Tatsache, daß Filme nach dem Muster von "Krieg der Sterne" ebenso wie Ufo-Bücher heute (2004) überall Bestseller sind, klingt diese Geschichte vielleicht nicht mehr so aberwitzig, wie sie uns vor 10 oder 20 Jahren vermutlich noch erschienen wäre.
Schlimmer ist, daß Hubbard davon ausgeht, daß jeder Body-Thetan dieses Erlebnis im Auditing aufarbeiten muß, während der Auditor in der Praxis feststellt, daß eine große Zahl von ihnen offenbar eine andere Zeitspur hat und OT3 gar nicht geladen ist. In diesen Fällen ist das Auditieren des OT3-Geschehnisses daher im besten Fall Zeitverschwendung, hat aber leider immer wieder auch zu schlimmen Verstimmungen und Pannen geführt, da das Auditieren von OT3 in der "Church" ein "Muß" darstellt.
Hubbard bricht mit dem Zwang zum Laufen des OT3-Geschehnisses eine ganze Reihe seiner eigenen Regeln, mit denen er festlegt, welche Dinge der Auditor in der Sitzung aufgreifen soll. Auch die Regel des Auditoren-Kodex, wonach der Auditor dem Preclear niemals sagen darf, was er über seinen Fall zu denken hat (Bewertung), wird hier gebrochen. Der Auditor ist in dieser Situation der Solo-Auditor, der ausdrücklich dazu angehalten ist, auch dem körperlosen Preclear (dem Body-Thetan) gegenüber alle Regeln des Auditings vollständig anzuwenden.
Damit ergibt sich - technisch gesehen - eine Situation, wo der Pre-OT, der OT3 an seinen Body-Thetans auditiert, von einer zunehmenden Anzahl an Preclears umgeben ist, denen ein falsches Item aufgezwungen wurde. Das ist einer der schlimmsten Fehler im Auditing, und wenn man einmal gesehen hat, wie aufgebracht ein Preclear auf ein falsches oder aufgezwungenes Item reagieren kann, ist es leicht, sich auszumalen, wie ein Pre-OT auf OT3 sich fühlen muß, der von immer mehr wütenden, protestierenden, verstörten und verwirrten (wenn auch körperlosen) Preclears umgeben ist.
Auditoren der Freien Zone müssen oft erhebliche Zeit und Geduld aufwenden, um die von der "Church" auf OT3 begangenen Fehler zu beheben. Manche Ex-Scientologen sind auf OT3 so schlecht zu sprechen, daß sie OT3 auch bei jenen Body-Thetans vernachlässigen, bei denen OT3 tatsächlich anzeigt. Für diese Wesen (manchmal sind auch Personen mit Körper davon betroffen) bleibt die meist sehr explosive Ladung von OT3 dann unbehandelt und kann sich sehr negativ bemerkbar machen.
OT4
OT-Drogen-Rundown. Da der NED-Drogen-Rundown an Clear nicht mehr gelaufen werden darf, kommt nach Clear die Technologie von NED für OTs zum Einsatz, um etwa noch vorhandene Ladung auf Drogen zu beseitigen. Diese Stufe wird wieder von einem Auditor durchgeführt. Sie kann theoretisch auch co-auditiert werden, was in der Church selten, in der Freien Zone jedoch häufig stattfindet.
OT5
OT6
Ausbildung zum Solo-Auditor von NED für OTs
OT7
Solo-NOTs (NED für OTs als Solo-Auditing). Diese Stufe kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Wenn sie innerhalb der "Church" gemacht wird, sind damit einige schwerwiegende Probleme verbunden:
Erstens übt die "Church" mehr und mehr totalitäre Kontrolle aus, da der Pre-OT auf OT7 jedes halbe Jahr in Flag erscheinen muß, um Confessionals zu erhalten, und sich in jedem Detail seines Lebens den Ethik-Vorstellungen der "Church" anpassen muß, damit er überhaupt weiter auf OT7 auditieren darf. Tut er das nicht, weil er über seinen Lebensstil andere Vorstellungen hat und seine eigenen Entscheidungen treffen will, so darf er nicht weiter auditieren und bleibt in seinem Auditing stecken. Zweitens kosten diese regelmäßigen Flag-Reisen Unsummen von Geld, denn selbstverständlich muß der Pre-OT dafür, daß ihm sein Leben aus der Hand genommen wird, auch noch die exorbitanten Auditing-Stundenpreise von Flag bezahlen.
Drittens sind diese Confessionals auf Flag technisch fragwürdig (mehr darüber bei Confessionals) und führen oft zu einem schlecht balancierten Fall, den der Pre-OT auf eigene Faust nicht korrigieren darf, weil jedes Detail seines Auditings vom Fallüberwacher genehmigt werden muß und er sich durch das Laufen von ungenehmigten Auditingschritten sofort Schwierigkeiten mit der Ethik-Abteilung einhandelt. Selbstverständlich ist die Einschaltung eines unabhängigen Auditors (aus der Freien Zone) gleichbedeutend mit sofortiger Sperre für alle Dienstleistungen der "Church" und endet meist nach kurzer Zeit mit dem Hinauswurf.
Viertens muß der Pre-OT geradezu paranoide Sicherheitsvorschriften über die Aufbewahrung seiner Auditing-Unterlagen und die Handhabung seines Briefverkehrs mit dem Fallüberwacher einhalten. Kein Blatt seiner Aufzeichnungen darf zu irgendeiner Zeit in die Hände irgendeines anderen Menschen gelangen, selbst wenn es völlig unleserlich ist und nur von der Putzfrau gesehen wird.
Wenn hier Pannen passieren, muß der Pre-OT darauf den Ethik-Zustand Verrat anwenden und sich durch alle nächsthöheren Ethik-Zustände durcharbeiten. Das umfaßt auch den Zustand Belastung mit seinen oft weitläufigen, aufwendigen und nicht selten sehr teuren Schritten zur Wiedergutmachung des Schadens. Obwohl die Materialien von OT7 (NED für OTs) längst in zahllosen Kopien am Internet und in der Öffentlichkeit im Umlauf sind und eine Geheimhaltung daher längst nicht mehr notwendig wäre, werden diese Schikanen nach wie vor unverändert angewendet.
OT Selbst wenn keiner dieser Punkte zu Schwierigkeiten führt, bleibt immer noch die Tatsache, daß der Pre-OT selbst über Jahre hinweg kein Auditing für seinen eigenen Fall erhält, da er immer nur Entitäten (Body-Thetan) auditiert. Der Pre-OT auf OT7 wird also mit seinen persönlichen Anliegen und Schwierigkeiten allein gelassen, darf aber andererseits auch nicht selbst die Initiative ergreifen und womöglich für den eigenen Fall (nicht den von Entitäten) zusätzliches Auditing durchführen, da dies vom Fallüberwacher nicht genehmigt wird.
Dabei werden auf OT7 nicht einmal alle Entitäten erfaßt, sondern nur jene in der unmittelbaren Umgebung des Pre-OT: jene in und auf dem Körper bzw. in einem geringen Abstand vom Körper. Die oft sehr unterdrückerischen Monitore fallen durch den Rost und werden zunehmend aktiv, was zu einer ungehandhabten PTS-Situation führt, die vom Fallüberwacher einfach ignoriert wird, weil er dazu keine von Hubbard verfaßten Instruktionen besitzt (die Texte anderer Autoren sind in der Ausbildung von Scientologen verboten).
Es ergibt sich die groteske Situation, daß der Scientologe am oberen Ende der Brücke, die doch angeblich zu geistiger Freiheit führen soll, völlig abhängig ist von den komplizierten Regeln der "Church" und so gut wie keinen Handlungsspielraum mehr hat, um seine eigenen Entscheidungen zu treffen und eigene Wege zu gehen.
OT8
Laut Hubbard die erste echte OT-Stufe. Befaßt sich mit der Identität des Thetans und deren Kontinuität während der verschiedenen Perioden seiner Existenz. Dazu gehören frühere Leben ebenso wie Zeitspannen, die er ohne Körper verlebt hat. Außerdem werden Prozesse gelaufen, die das Verhältnis des Thetans zur 8. Dynamik (Unendlichkeit oder das Höchste Wesen) betreffen.
OT-Stufen
Siehe die Definition von OT sowie OT1 bis OT8.
out, out-
Scientologische Umdefinition. Bezeichnung für etwas, das da sein sollte, aber nicht da ist (z.B. "out-ethics" für mangelnde oder nicht den Vorstellungen der Church entsprechende Ethik, "out-TR's" für fehlende oder schlechte TR's), oder etwas, das nicht da sein sollte, aber da ist (z.B. out-2D oder out-Tech).
out-2D
Bezieht sich auf Outpoints auf der 2. Dynamik (Sex und Familie). Der Begriff hat ursprünglich unethisches sexuelles Verhalten bedeutet (Promiskuität), wurde aber zunehmend zum totalitären Kontroll-Instrument umfunktioniert, speziell in der Sea-Org, wo nicht nur sexuelle Beziehungen, sondern selbst harmlose freundschaftliche Berührungen zwischen nicht verheirateten Personen verboten sind. Die Haltung der Scientology-Kirche gegenüber Sexualität kann mittlerweile als hoffnungslos veraltet bezeichnet werden, während sie in den ersten Jahren durchaus tolerant und liberal war.
Daten-Konflikt:
In diesem Bereich existieren zahlreiche Daten-Konflikte mit grundlegenden Aussagen von Hubbard, z.B. mit seinen Kapiteln über Sexualität in den Büchern "Wissenschaft des Überlebens" und "Kinder-Dianetik" sowie ganz generell mit seiner Definition von Selbstbestimmung und dem Stellenwert, der dem Erreichen von Selbstbestimmung in vielen Scientology-Texten eingeräumt wird. Besonders interessant der Zusammenhang mit der Definition der aberrierenden Persönlichkeit im PTS-SP-Kurs!
Outpoints
Generell Dinge, die out (nicht in Ordnung) sind. Eine speziellere Definition wird in einer Artikelserie Hubbard's verwendet, der "Datenserie". Dabei handelt es sich um eine Anleitung zur Analyse von Informationen (Daten). In diesem Zusammenhang bedeuten Outpoints Anhaltspunkte dafür, daß mit den Informationen etwas nicht stimmt, z.B. fehlende Zeitangaben, andere Weglassungen, veränderte Reihenfolge u.a.
Out-Rudimente
Rudimente, die nicht in Ordnung sind. Im Klartext bedeutet das, daß eines oder mehrere der sechs Rudimente (ARK-Bruch, Problem, Overt, Withhold, Abwertung und Bewertung) durch Ereignisse im Leben out gegangen sind. Es ist eine Grundregel, daß über Out-Rudimente hinweg keine Sitzung gegeben werden kann. Aber auch beim Studium oder auf dem Posten können Out-Rudimente den Thetan behindern, indem sie seine Aufmerksamkeit aus der Gegenwart wegziehen und auf das gerade stattgefundene Ereignis fixieren.
Einen besonderen Stellenwert haben in diesem Zusammenhang die von Hubbard beschriebenen "gemeinsamen Out-Rudimente". Dabei handelt es sich gewöhnlich um Overts, die mehrere oder alle Mitglieder einer Gruppe miteinander gemeinsam haben. Während sonst der Auditor den Preclear in der Sitzung dazu bringt, seine Rechtfertigungen aufzugeben und die Verantwortung für seine Tat zu übernehmen, werden im Fall gemeinsamer Out-Rudimente alle Beteiligten darin übereinstimmen, daß der Overt gar kein Overt ist und daher nicht auditiert und auch von der Ethik-Abteilung nicht aufgegriffen zu werden braucht.
Es kann sich dabei um größere oder kleinere Dinge handeln. Während die "Church" sich bei ihren Ethik-Missionen gerne auf Overts auf der 2. Dynamik konzentriert (wechselnde Partner, Mehrfachbeziehungen und andere sexuelle Freiheiten zwischen den Mitarbeitern einer Organisation), sind in anderen Bereichen die "gemeinsamen Out-Rudimente" oft schockierend schwerwiegend.
So ist es zum Beispiel kaum möglich, eine wirklich hartgesottene Raucher-Organisation dazu zu bewegen, dem öffentlichen Trend zu folgen und die Raucher nach draußen zu verbannen (alle stimmen darin überein, daß das Rauchen kein Overt ist).
Aber auch über die kritiklose Hinnahme von wenig sinnvollen - oder sogar aktiv die Richtlinien Hubbards verletzenden - Verordnungen des internationalen Managements besteht meist bei allen Mitarbeitern Übereinstimmung. Hier ist es ein Overt der Unterlassung (nämlich Hubbards sehr deutlich beschriebene Instanzenwege zur Korrektur von Verwaltungsfehlern zu beschreiten), den die Mitarbeiter miteinander gemeinsam haben und der deshalb nie korrigiert wird.
out-Ruds
siehe Out-Rudimente
out-Tech(nologie)
Jede Abweichung von oder Hinzufügung zur Standard-Technologie. Das Kuriose dabei ist, daß Hubbard selbst an zahllosen Stellen seiner Schriften ein bestimmtes Verfahren zum Standard erklärt hat, dies dann aber in späteren Schriften wieder geändert hat, ohne daß die Behauptung aus dem ursprünglichen, früheren Text entfernt worden wäre, da Hubbard seine Texte nie abschließend überarbeitet und in ein endgültiges System gebracht hat.
Diese Verwicklungen sind mittlerweile so komplex, daß "Standard-Technologie" und "Out-Tech" mehr oder weniger das ist, was der jeweilige Kursleiter oder Fallüberwacher sich denkt, daß es ist. Es wäre zwar sicherlich die Mühe wert, Hubbards Schriften diesbezüglich durchzuarbeiten, jedoch hat die "Church" so gut wie alle Mitarbeiter mit wirklich gediegenem Training während des Umbruchs nach der Machtübernahme von David Miscavige verloren; es ist daher niemand mehr da, der kompetent genug wäre, ein so gewaltiges Projekt abzuwickeln.
Overt
Schädliche Tat oder Unterlassung (!), immer gemessen am größten Wohl für die größte Anzahl der Dynamiken. Da im Leben, selbst in der Zeit zwischen einer Auditing-Sitzung und der nächsten, immer wieder größere und kleinere Overts begangen werden, gehört der Overt zu den Rudimenten, die am Beginn jeder Sitzung routinemäßig überprüft werden.
Overt-Motivator-Folge
Hubbard geht davon aus, daß das Begehen von Overts durch das Eintreffen von Motivatoren gefolgt wird. Siehe auch pull in.
O/W
Abkürzung für Overts/Withholds
Pack
Ordner mit Studier-Materialen, gewöhnlich speziell zusammengestellt für einen bestimmten Kurs.
PC
Abkürzung für Preclear
physisches Universum
siehe MEST
Policy
siehe HCO-Policybrief
Policy-Letter
siehe HCO-Policybrief
Postulat
Schlußfolgerung, Entscheidung oder Vorsatz. Ein Postulat kann entweder auf der Grundlage einer Datenauswertung erfolgen ("Der angeschossene Hirsch hat so viel Blut verloren, daß er nicht mehr weit kommen kann"), oder ohne eine vorhergehende Datenauswertung ("Am Muttertag hätte ich gern schönes Wetter"). Das Steuern der Realität mit Hilfe von Postulaten ist eine der wichtigsten und am meisten angestrebten Fähigkeiten des Operierenden Thetans (OT).
Potentielle Quelle von Schwierigkeiten (Potential Trouble Source)
siehe PTS
Prä-OT
siehe Pre-OT
Pre-OT
Ein Clear oder OT auf den Stufen 1 - 7 (verwirrenderweise werden die Stufen OT1 bis OT7 als Prä-OT-Stufen beschrieben, aber trotzdem OT1 bis OT7 genannt - die erste echte OT-Stufe ist laut Hubbard OT8). Die Bezeichnung "Pre-OT" wird speziell im Auditoren-Training verwendet, wenn von der Person die Rede ist, die gerade Auditing erhält. Unterhalb von Clear lautet der entsprechende Begriff Preclear.
Pre-OT-Stufen
Die Stufen OT1 bis OT7 auf der Brücke. Laut Hubbard ist die erste echte OT-Stufe OT8. Die vor dem "Umbau" der Brücke durch David Miscavige verwendeten echten OT-Stufen 1 bis 7, die wirklich interessante geistige Fähigkeiten zu erzeugen in der Lage waren (OT-Fähigkeiten), sind heute nicht mehr erhältlich.
Preclear
Wörtlich übersetzt "Vor Clear", also jemand, der den Zustand Clear noch nicht erreicht hat. In der Umgangssprache der Scientologen wird das Wort "Preclear", abgekürzt PC (englisch ausgesprochen: Pi-Ci), oft aber einfach für diejenige Person verwendet, die gerade Auditing erhält, auch wenn sie schon Clear ist.
Die abgekürzte Form ist dabei am gebräuchlichsten. Nach Erreichen der Stufe "Clear" müßte die Person, die Auditing erhält, korrekterweise als Pre-OT bezeichnet werden.
Problem
Der Begriff wurde von Hubbard umdefiniert. Er bedeutet nicht, wie in der Umgangssprache, eine schwierige Situation im Leben, sondern hat die technische Bedeutung von zwei oder mehreren gegeneinander gerichteten Kräften, die annähernd gleich stark sind. Der Begriff "Gegenwärtiges Problem" bedeutet noch spezifischer, daß ein Preclear sich nicht auf die Sitzung konzentrieren kann, weil er fühlt, daß er eigentlich woanders sein sollte, um etwas Dringendes zu erledigen.
Das Problem ist einer der sechs Bestandteile der Rudimente. Die wichtigsten Rudimente werden vor jeder Sitzung überprüft, da die Sitzung keinen Erfolg haben kann, wenn im Bereich der Rudimente Ladung besteht.
Protest-PR
siehe Feinde
Prozeß
Kombination von Auditing-Fragen oder -Anweisungen zu einem bestimmten Thema.
Prozessing
siehe Auditing
PTS
Abkürzung für "Potential Trouble Source" (englisch für "mögliche Schwierigkeitsquelle"). Es wird angenommen, daß ein Preclear oder Student durch den regelmäßigen Kontakt mit einer unterdrückerischen Person ständig abgewertet und kleiner gemacht wird, wodurch er immer wieder seine Gewinne verliert (Rollercoaster), anfällig für Krankheiten und Unfälle wird, bei der Arbeit Fehler macht und noch diverse andere Probleme verursacht.
Auf PTS-Handhabungen wird in der "Church" viel Nachdruck gelegt, jedoch wird der wahre Unterdrücker oft nicht gefunden. Viele Ex-Scientologen finden erst viele Jahre später in der Freien Zone heraus, daß sie in Wirklichkeit von der "Church" unterdrückt worden sind und ihre Schwierigkeiten erst anfangen, sich aufzulösen, nachdem sie den Schritt aus der "Church" heraus unternommen haben.
Auch hier ist wiederum bemerkenswert, daß Hubbards Technologie die Verhältnisse eigentlich sehr genau beschreibt. Bei einer korrekten Anwendung (in diesem Fall wäre das empfohlene Abbrechen der Verbindung nämlich gerechtfertigt) kann das Leben von Menschen, die feststellen, daß sie "PTS gegangen" sind, bald wieder in Ordnung kommen.
Spezielle PTS-Situationen ergeben sich aus dem Kontakt mit feindseligen oder bösartigen geistigen Wesen ohne eigenen Körper (Monitore), die besonders auf OT7 immer mehr aktiv werden, für deren Handhabung die Auditoren der "Church" jedoch nicht ausgebildet sind. Dieses Phänomen ist so häufig, daß Auditoren der Freien Zone bei "Church"-Aussteigern mit begonnenem oder abgeschlossenen OT7 bereits routinemäßig danach Ausschau halten. Vielen Ex-Scientologen wurde durch relativ wenig Auditing, das sich jedoch gezielt mit Monitoren befaßte, extreme Erleichterung verschafft.
PTS-SP-Kurs
Wichtiger Kurs mit fundamentalen Informationen über SPs (die unterdrückerische Person oder antisoziale Persönlichkeit) und die von ihnen kontrollierten und negativ beeinflußten PTS-Personen. Das genaue Studium dieses Kurses enthüllt die alarmierenden unterdrückerischen Züge der Scientology-Kirche, die in ihrer heutigen Form (2004) eine ganze Anzahl von Merkmalen der antisozialen Persönlichkeit aufweist. Es ist faszinierend, daß PTS-SP-Kurse trotzdem noch immer im Angebot sind. Bei den Studier-Materialien, die ähnlich entlarvende Aussagen enthalten, wurden bereits substantielle Änderungen am Wortlaut Hubbards vorgenommen.
pull in (hereinziehen)
Hubbard nimmt an, daß durch das Begehen von schädlichen Handlungen (Overts) beim Thetan das Bedürfnis entsteht, diese Handlungen zu begründen. Dazu zieht er unbewußt Ereignisse herein (bringt sie durch seinen Wunsch, ein verdrängtes Postulat, auf geistigem Weg dazu, zu geschehen), die seine Tat scheinbar erklären oder motivieren (Motivatoren). In Scientology wird davon ausgegangen, daß jemand, dem etwas Negatives zustößt, zuvoretwas getan haben muß, das ihn veranlaßt, diesen Motivator hereinzuziehen (englisch: pull in).
Die Beobachtung zeigt, daß diese Regel oft zutrifft, wenn dabei auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Besonders interessant in der Diskussion mit Repräsentanten der "Church" ist die Frage, wie sie sich eigentlich die gegenwärtige weltweite Opposition und die Attacken der Presse und der Kritiker hereingezogen haben. Sie werden zwar sofort auf ihre Theorie von der globalen Verschwörung unbekannter Feinde ausweichen, aber es besteht doch die Hoffnung, daß sie über die Frage insgeheim nachzudenken beginnen.
reaktiv
Gegenteil von analytisch. Während analytisches Denken oder Verhalten logisch und vernünftig ist, wird reaktives Denken und Verhalten vom reaktiven Verstand gesteuert und ist daher unlogisch, unvernünftig und oft auch mehr oder weniger destruktiv.
Reaktiver Verstand
Jener Teil des Verstandes, in welchem schmerzvolle, schuldhafte oder anderweitig geladene Gedächtnisinhalte gespeichert sind.
Ereignisse mit ähnlichem Inhalt wie die gespeicherten, aber für den Thetan nicht sichtbaren Erinnerungen im reaktiven Verstand sind in der Lage, durch die zwanghafte Gleichsetzung (rotes Auto = blauer Himmel = Unfall = Amselgezwitscher = Kopfschmerzen) irrationale, der Realität im Hier und Heute nicht entsprechende Gefühle und Reaktionen auszulösen.
Es gibt dazu eine oft zitierte Wortschöpfung Hubbards, sein sarkastischer Ausdruck für irrationales Denken: "A=A=A". Logisch denkende Menschen verstehen nicht, was daran falsch sein soll, denn mathematisch wäre diese Gleichung ja korrekt. Er meint jedoch, daß im reaktiven Verstand Dinge mit oft großen Unterschieden fälschlich gleichgesetzt werden: "Anything equals anything equals anything". Dieser Mangel an Differenzierung ist dann verantwortlich für die unlogischen und irreführenden Ergebnisse des reaktiven Verstandes.
Dieses Gleichsetzungsdenken ist unbewußt, automatisch, und läßt sich nicht steuern - daher auch die Bezeichnung "Reiz-Reaktions-Mechanismus". Durch Auditing werden derartige Erinnerungen wieder bewußt gemacht, logisch entwirrt und dem Erfahrungsschatz des analytischen Verstandes eingegliedert. Dadurch verringert sich mit jeder Auditing-Sitzung das Ausmaß an irrationalem Potential oder Aberration in einem Fall.
Realität
Laut Hubbard ist Realität gleichbedeutend mit Übereinstimmung. Je mehr Thetans in einer bestimmten Sache übereinstimmen, desto realer wird sie. Realität ist gemeinsam mit Affinität und Kommunikation Bestandteil des ARK-Dreiecks, eines der wichtigsten Konzepte der Scientology.
Reinigungs-Rundown
Heftig umstrittenes Programm Hubbards zur Entgiftung des Körpers von Drogen und radioaktiven Rückständen. Es besteht aus körperlichen Übungen (Laufen), vielen Stunden täglich in einer Sauna mit speziell niedriger Temperatur, und zunehmend höher werdenden Mengen von Vitaminen, insbesondere Niazin. Zeitgleich verabreichte pflanzliche Öle soll dafür sorgen, daß das minderwertige Fett im Fettgewebe durch das qualitativ hochwertigere Öl ersetzt wird und dabei die im Fettgewebe eingelagerten Rückstände von Drogen, Umweltchemikalien und auch radioaktiven Isotopen, die den Körper laufend von innen verstrahlen, während des Schwitzens in der Sauna ausgeschieden werden.
Viele Scientologen schwören auch noch nach ihrem Austritt aus der "Church" auf dieses Programm, während andere damit schlimme Erfahrungen gemacht haben. Es wird vermutet, daß die hohen Vitamin-Dosen leberschädigend wirken könnten; ein Zeitzeuge berichtet, daß sogar manche Fallüberwacher innerhalb der "Church" aus Besorgnis auf niedrigere Vitamindosen zurückgegangen sind.
Gesichert ist, daß einige der schädlichsten Verunreinigungen im Körper - wie etwa die Ablagerungen von Quecksilber aus Zahnfüllungen und andere Schwermetalle, sowie Pilze und der Befall mit Parasiten, die neuesten Erkenntnissen zufolge möglicherweise sogar mit verantwortlich für die Entstehung von Krebs sind - durch den Reinigungs-Rundown nicht aus dem Körper entfernt werden. Es sollte daher zumindest zusätzlich auf andere Methoden der Entgiftung zurückgegriffen werden (Schwermetallausleitung, Parasitenkuren).
Restimulation
Ruhende (zur Zeit nicht aktive, aber im Fall noch vorhandene) Ladung aus einem Geschehnis in der Vergangenheit wird durch ein Erlebnis in der Gegenwart wieder aktiviert. Es kann sich um ein Engramm handeln oder um andere geladene Erlebnisse wie ARK-Brüche, Overts usw. Ein typisches Beispiel wäre die Restimulation eines Autounfalls in der Kindheit durch quietschende Bremsen oder die Geräusche eines Autounfalls vor dem offenen Fenster. Es können sich dabei die Schmerzen längst verheilter Verletzungen wieder einschalten, und vor allem werden alte Ängste und andere negative Emotionen wieder aufgerührt.
Restimulation ist nicht dasselbe wie ein weiteres tatsächliches Geschehnis auf der Kette. Damit eine Kette von Geschehnissen länger wird, müßte der Preclear in einen weiteren Autounfall verwickelt werden, oder - bei einer Kette von ARK-Brüchen - einen weiteren ARK-Bruch erleben. Bei der Restimulation findet nur eine geistige Aktivierung der alten Ladung statt, aber in der Gegenwart ereignet sich kein neues Geschehnis.
Im Auditing wird die Ladung aus früheren Erlebnissen vom Auditor absichtlich restimuliert, damit sie anschließend komplett aufgearbeitet werden kann (siehe As-is-ness). Bei Fehlern im Auditing oder Solo-Auditing, bei Selbst-Auditing oder durch Katastrophen im Leben kann es zur Über-Restimulation kommen.
In diesem Zustand ist kein Auditing möglich. Der Preclear ist von zu viel Ladung aufgewühlt und überwältigt und wird sich nicht auf einzelne Geschehnisse konzentrieren können. Hier muß man den Preclear zur Ruhe kommen lassen und ihn eventuell mit leichten Prozessen zur Orientierung in der Umgebung unterstützen, bis er wieder genügend geistige Kraft besitzt, sich mit früheren Schwierigkeiten zu befassen.
restimulieren, restimuliert
siehe Restimulation
Reverse Processing
Vereinzelt von Aussteigern berichtete verwerfliche Praktik in der "Church" nach 1982, wobei innerhalb einer Auditing-Sitzung absichtlich schwere Fehler gemacht werden, um damit das Gegenteil von Auditing zu bewirken, nämlich eine Verschlechterung des Falles anstatt einer Verbesserung. Angeblich gezielt gegen unliebsame (Noch-)Mitglieder eingesetzt und damit Bestandteil von Reverse Scientology.
Reverse Scientology
Es handelt sich dabei nicht um ein Wort aus dem ursprünglichen Wortschatz von Hubbard, sondern um einen später während der Diskussion von Scientology am Internet entstandenen Begriff, wörtlich übersetzt "Entgegengesetzte Scientology", "Umgekehrte Scientology", oder "in ihr eigenes Gegenteil verkehrte Scientology".
Gemeint sind damit nicht nur allgemeine Verletzungen der grundlegenden Menschenrechte, wie sie von Ex-Mitgliedern und Ex-Mitarbeitern immer wieder berichtet werden, sondern spezielle Methoden im Vorgehen gegen wirkliche oder eingebildete Feinde der "Church", die sich dadurch auszeichnen, daß wichtige Grundprinzipien der Scientology in ihr genaues Gegenteil verkehrt werden.
Leider ist die Anwendung von "Reverse Scientology" auch in der Freien Zone bereits beobachtet worden, so daß sich die Frage aufdrängt, ob nicht (aus gutem Grund geheimgehaltene) Richtlinien von Hubbard existieren, die zu dieser Umkehr der wichtigsten Werte in bestimmten Situationen auffordern, um damit einen Gegner besonders wirkungsvoll zu bekämpfen.
Anlaß für den Einsatz von "Reverse Scientology" sind oft Abweichungen in der Scientology-Technologie oder die Äußerung von wenig schmeichelhaften Meinungen in den eigenen Reihen - beides Vorgänge, die zwar nicht immer angenehm oder vernünftig, durch das Glaubensbekenntnis der Scientology aber ausdrücklich geschützt sind. Vor allem wird sie jedoch Kritikern und Opponenten gegenüber eingesetzt.
Folgende wichtigen Grundsätze der Scientology werden bei der Anwendung von "Reverse Scientology" in ihr Gegenteil verkehrt:
Verleumdung und Rufmord mit Hilfe von Lügen anstelle von Wahrheit (das Herausfinden der exakten Wahrheit ist sonst das leitende Prinzip im gesamten Auditing) - durch gezielte Wiederholungen gesteigert bis zu regelrechten Hexenjagden
Drücken von Knöpfen, wodurch die Zielperson aus dem Gleichgewicht gebracht wird, anstatt Knöpfe flach zu machen, was sonst das einzige ist, das außerhalb von Sitzungen mit Knöpfen gemacht wird
die Veröffentlichung von möglichst peinlichen oder nachteiligen privaten Informationen, unter Umständen sogar aus Auditing-Akten (die Geheimhaltung solcher Informationen wird sonst vom Auditoren-Kodex geschützt und ist ein geradezu heiliger Grundsatz eines jeden Auditors)
Verwendung von Kommunikation auf niedrigen Ton-Stufen - sonst wird ein Scientologe gewöhnlich der Anleitung im Buch "Wissenschaft des Überlebens" folgen, wonach man prinzipiell eine halbe bis ganze Ton-Stufe höher kommuniziert als die Umgebung, mit der Absicht, die Ton-Stufe der Umgebung auf diese Weise zu heben
Massives Entheta - sonst geradezu die Antithese dessen, was ein Scientologe in seiner Umgebung anstrebt
Absichtliches Enturbulieren - während Scientology sonst erklärtermaßen auf eine De-Enturbulierung der Umgebung hinarbeitet
Verschiedene Outpoints gemäß den Anleitungen zur Informationsauswertung in der Daten-Serie, wobei die Informationen in diesem Fall absichtlich verdreht werden, um größtmögliche Verwirrung zu stiften
Verwendung von Fair Game - siehe die dort beschriebenen wichtigen Grundprinzipien der Scientology, die alle durch die Anwendung von "Fair Game" verletzt werden
Alle bisher beschriebenen Punkte sind Brüche der beiden Goldenen Regeln
Black NOTs (dieser Punkt ist kaum zu verifizieren, wurde aber vereinzelt berichtet)
Obwohl die gezielte Umkehr der Hauptprinzipien von Scientology im Umgang mit Gegnern fast zwingend den Verdacht nahelegt, daß Hubbard diesbezüglich Richtlinien hinterlassen hat - die wohlweislich in den öffentlich zugänglichen Trainingsunterlagen fehlen -, zeigt die Erfahrung, daß die Anwendung von "Reverse Scientology" zunehmend seltener wird, je besser und gründlicher ein Scientologe in der roten Tech trainiert ist.
Er lernt dort zwangsläufig die Bedeutung der positiven Gesetze, die durch "Reverse Scientology" ins Negative verkehrt werden, so genau kennen, daß er im Bruch dieser Regeln angesichts der zwangsläufigen Konsequenzen keinen praktischen Wert mehr sieht.
Der Einsatz von "Reverse Scientology" läßt daher unmittelbare Schlüsse auf das Ausbildungsniveau eines Scientologen oder einer Scientology-Organisation zu. Ihre reichliche Verwendung durch die "Church" bestätigt die vielen anderen Hinweise darauf, daß die Ausbildung der Mitarbeiter in Hubbard's grundlegenden Materialien innerhalb der "Church" unter das absolut erforderliche Mindestmaß gesunken ist.
Roboter
Person, die ohne nachzudenken Anweisungen ausführt, egal ob sie konstruktiv oder destruktiv sind, von sich aus aber kaum Initiative zeigt. Dieser passiv-destruktive Zustand wird auf den ständigen negativen Einfluß von unterdrückerischen Personen zurückgeführt.
Die heutige Mannschaft der Scientology-Kirche besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Robotern, da kritikfähige und verantwortungsbewußte Mitarbeiter, die auf einer konstruktiven und richtliniengetreuen Gebarung der "Church" bestehen, seit 1982 systematisch entfernt wurden und bis heute noch werden.
Rockslam
Heftiges Zucken und Herumschlagen der Nadel auf der gesamten Skala in großen Bewegungen, die so schnell sind, daß das Auge kaum folgen kann. Zeigt extreme Ladung oder eine böse Absicht im Zusammenhang mit dem genannten Item an.
Rockslammer
Eine Person, bei der der Auditor im Zusammenhang mit Hubbard oder Scientology Rockslam gesehen hat. Der Begriff wurde später verallgemeinert und bedeutet jetzt umgangssprachlich jemanden mit bösen Absichten oder einem extrem aggressiven Charakter.
Rollercoaster
Student oder Preclear, dessen Gewinne nicht stabil sind, sondern sich scheinbar unmotiviert auf und ab bewegen ("achterbahnfahren"). Als Grund für diesen Zustand wird die Verbindung mit einer unterdrückerischen Person angenommen, die auf den Studenten oder Preclear laufend negativ einwirkt.
Ron's Org(s)
Einer der ehemals engsten Mitarbeiter von L. Ron Hubbard, Captain Bill Robertson (CBR), verließ angesichts zunehmender Aberrationen als einer der ersten die Scientology-Kirche und gründete die "Ron's Orgs", die früheste Bewegung der Freien Zone . Er war auch der Erfinder der Bezeichnung "Freie Zone". Mittlerweile umfaßt diese Bewegung kirchenunabhängiger Scientologen auch noch viele andere Organisationen, die nicht zu den Ron's Orgs gehören.
Die Ron's Orgs arbeiten im Bereich der unteren Brücke strikt nach Hubbard's Technologie, verwenden für die Handhabung von Entitäten jedoch Prozesse, die von CBR weiterentwickelt worden sind. Schlagzeilen machte vor kurzem die Ron's Org der Niederlande, deren Leiter - wie vor Jahrhunderten Martin Luther - seine "95 Thesen" an die Tür der Scientology-Kirche nagelte. In diesem Fall folgte ein großer Teil der Mitarbeiter einer AO dem Beispiel ihres Captains und verließ geschlossen die Scientology-Kirche, um sich als Ron's Org neu zu organisieren - ein innerhalb der Sea Org bis dahin noch nie dagewesenes Großereignis.
Rote Tech(nologie)
Zusammenfassender Begriff für alle Bücher, Artikel ("Technische Bulletins") und Tonbänder, die Hubbard zur Funktionsweise des menschlichen Verstandes und zur Technologie des Auditings verfaßt hat. Der Ausdruck bezieht sich auf die Tatsache, daß die meisten dieser Texte in roter Schrift auf weißem Papier gedruckt sind.
Demgegenüber steht die Grüne Technologie, die sich mit der Führung von Organisationen befaßt, und die Ethik-Technologie, die sich mit der Verbesserung von Zuständen im Leben beschäftigt.
Routine
Zusammenstellung von Auditing-Fragen oder -Anweisungen mit einem bestimmten Zweck.
Rudimente
Unter dieser Bezeichnung werden einige Prozesse zusammengefaßt, die am Anfang jeder Sitzung bei Bedarf gelaufen werden, um die Aufmerksamkeit des Preclears von den jüngsten Ereignissen im Leben zu lösen und ihn für die Themen der Sitzung zu interessieren (ARK-Brüche, Problem, Overt, Withhold, Abwertung und Bewertung) .
Sie werden Rudimente genannt, weil sie eigentlich Teilstücke (Rudimente) der Grade sind, die von dort entlehnt werden, weil sie außerhalb der Grade in der Sitzung nicht als Haupt-Prozesse, sondern als vorbereitende Schritte benötigt werden.
Rundown
Serie von Prozessen zu einem bestimmten Thema, z.B. "Reinigungs-Rundown", "Rundown fürs Glücklichsein" usw. Ein Rundown ist eine längere Kombination von thematisch verwandten Auditing-Schritten, die im Verlauf von mehreren Sitzungen hintereinander ausgeführt werden.
säubern
Das Entfernen von Ladung zu einem bestimmten Thema oder Item durch Anwendung des dafür geeigneten Prozesses im Rahmen einer Auditing-Sitzung.
saubere Nadel ("clean needle")
Langsame, ruhige Nadelbewegung, meist nach links, manchmal auch nach rechts, wobei die Nadel auf die Nennung von geladenen Items bereitwillig reagiert.
schmutzige Nadel
Unruhiges, nervöses Tanzen der Nadel auf der Skala in einem sehr kleinen bis etwas größeren Muster. Der Preclear ist abgelenkt, oft durch eine Verstimmung mit dem Auditor oder andere nicht zur Sitzung gehörige Gedanken. Die Nadel reagiert nicht oder kaum auf die Nennung von geladenen Items.
schwebende Nadel
Schwungvoll fließende Bewegung der Nadel über die Skala des E-Meters. Die schwebende Nadel zeigt entweder die soeben erfolgte Befreiung von einer Ladung an, oder daß der Student oder Preclear im Augenblick mit keiner Form von Ladung in Kontakt ist.
Scientologe
Noch vor wenigen Jahren war die offizielle Definition von Scientologe "jemand, der mit Hilfe von Scientology mehr über sich und das Leben herausfindet". Inzwischen wurde diese Definition von der "Church" so geändert, daß nur noch Mitglieder der "Church" als Scientologen bezeichnet werden können. Dies ist in sich ein Widerspruch, da das, was die "Church" heute betreibt und verkauft, mit Scientology in vielen Punkten nur noch den Namen gemeinsam hat.
Tatsächlich sind die grundsatztreuen eigentlichen Scientologen heute fast alle in der Freien Zone zu finden. Nur wenige harren nach wie vor in der "Church" aus, da sie sich immer noch Hoffnungen machen, daß das System - unter anderem auch durch ihre Initiative und mit ihrer Hilfe - von innen heraus reformiert werden kann.
Scientology
Ursprünglich eine "angewandte religiöse Philosophie", die "Wissenschaft vom Wissen" oder "Wissen, wie man weiß". Wurde von ihrem Gründer L. Ron Hubbard zur Religion erklärt, um Schwierigkeiten mit den Behörden und Steuerproblemen aus dem Weg zu gehen, rechtfertigt diese Bezeichnung aber tatsächlich durch ihre Beschäftigung mit dem Thetan (ein anderes Wort für die unsterbliche Seele).
Im Vergleich mit anderen Religionen ist die Scientology im Prinzip gnostisch, d.h. sie sieht - ähnlich wie der Buddhismus - das göttliche Prinzip im Inneren der eigenen Person und befaßt sich nicht damit, einen außerhalb des Selbst befindlichen Gott anzubeten, wie etwa das Christentum, das Judentum und der Islam. An die Stelle von Gottesdiensten, Gebeten und religiösen Festen tritt die Pflege und Förderung der durch Engramme, Irrtümer und Fehlschläge verschütteten inneren Wahrheit im Rahmen der Auditing-Sitzungen.
Prinzipiell wäre die Einstufung der Scientology als Religion zwar gerechtfertigt, da sie sich mit dem geistigen Individuum, also der unsterblichen Seele befaßt; durch die Praxis der rücksichtslosen finanziellen Ausbeutung der Mitglieder, die kaltlächelnd ihrem Schicksal überlassen werden, sobald sie sich die horrenden Beiträge für die geistige Betreuung durch die "Church" nicht mehr leisten können, entpuppt sich diese "Kirche" aber sehr schnell und sehr eindeutig als skrupelloser Geschäftsbetrieb, der eine geistig-religiöse Orientierung nur vorschiebt, um die entsprechende Zielgruppe zum Geldausgeben zu motivieren.
Es gibt heute Vermutungen, daß die "Church" durch Kreise unterwandert worden ist, denen ihre ursprüngliche Zielsetzung (die Schaffung geistig freier und unabhängig denkender Menschen) ein Dorn im Auge war, denen es zuvor nicht gelungen war, sie durch Attacken von außen zu vernichten, und die nun in einem weiteren Anlauf versuchen wollen, die Bewegung durch systematische Perversion und Korruption ihrer konstruktiven Grundprinzipien von innen her zu zerstören (siehe auch Feinde). Obwohl vieles an dieser Annahme denkbar erscheint, konnten konkrete Nachweise dafür bisher nicht erbracht werden.
Sea-Org(anization)
Der "harte Kern" von besonders ausgebildeten Mitarbeitern der "Church". Der Name leitet sich her aus der Zeit, als Hubbard mit seinen engsten Mitarbeitern auf Schiffen über die Weltmeere segelte. Damals war die Sea-Org das Team rund um Hubbard. Heute befindet sie sich zum größten Teil an Land (die "Church" betreibt nur noch ein Schiff, die "Freewinds"), und Hubbard ist seit 1986 tot, die Sea-Org hält sich aber immer noch für die Elite der Scientology.
Der von der "Church" gern gebrauchte Vergleich mit einem religiösen Orden muß herhalten, um die Tatsache zu verschleiern, daß diese Menschen von ihrer Führungsschicht gnadenlos ausgebeutet werden. Sie haben so gut wie keine Zeit, ein Privatleben zu führen, und über die unmittelbarsten Bedürfnisse hinaus - wie Essen, Bekleidung und Unterkunft - erhalten sie als Bezahlung nicht mehr als ein Taschengeld.
Die Gehaltszahlungen, die sich die "Church" durch diese Ausbeutung von Sklavenarbeit erspart, werden stattdessen verwendet, um ein Heer von Anwälten zu bezahlen und den Managern rund um David Miscavige ein Luxusleben zu finanzieren (Referenz: Aussagen des ehemaligen Zweiten in der Hierarchie der "Church", Jesse Prince, nachzulesen am Internet).
Die Sea-Org arbeitet auch nach einem System von besonderen Richtlinien, die geheimgehalten werden und den öffentlich erhältlichen Verwaltungsrichtlinien Hubbards, die für die niedrigeren Organisationen der "Church" gelten, zum Teil krass widersprechen. Soweit diese Richtlinien am Internet durchgesickert sind, legen sie die Schlußfolgerung nahe, daß die scheinbaren Richtlinien-Brüche des Managements in Wirklichkeit von Hubbard selbst in späteren Schriften angeordnet wurden. Offenbar konnte Hubbard in seinen letzten Jahren mit seiner eigenen früheren Genialität nicht mehr mithalten und hat selbst die Weichen gestellt, nach denen seine "Church" heute in den Untergang fährt.
Sec-Check
Abkürzung für "Security Check" (Sicherheits-Überprüfung). Hochnotpeinliche Überprüfung der Zuverlässigkeit von Mitarbeitern, die unter Sitzungsbedingungen am E-Meter nach Overts befragt werden. Heute unter dem freundlicheren Namen Confessional durchgeführt und auch für zahlende Mitglieder erforderlich. Bitte lesen Sie dort über die gravierenden Probleme nach, die mit dieser Prozedur verbunden sind.
Selbst-Auditing
Im Gegensatz zu Solo-Auditing, das richtig durchgeführt sehr gute Resultate liefert, bezeichnet man zielloses Herumstochern im eigenen Fall, außerhalb der Sitzung und ohne wirkliche theoretische und praktische Ausbildung, als Selbst-Auditing.
Selbst-Auditing schadet in der Regel mehr, als es nützt, da die restimulierten Items nicht wirklich komplett gesäubert werden und daher mehr und mehr Ladung angesammelt wird, die sich im Leben durch verringerte Präsenz und niedrige Stimmungsniveaus bemerkbar macht.
selbstbestimmt
siehe Selbstbestimmung.
Selbstbestimmung (Self-Determinism)
Laut Fachwörterbuch die volle Verantwortung für einen selbst, jedoch keine Verantwortung für die andere Seite des Spiels (siehe auch Allbestimmung). Eine andere Definition, enthalten in einem Text Hubbards für die Auditoren-Ausbildung, definiert "Selbstbestimmung" noch wesentlich interessanter: als die volle Verantwortung für sich selbst, wobei keinerlei äußere Einmischung toleriert wird.
Daten-Konflikt:
Diese sehr selbstbewußte und souveräne Definition steht in totalem Widerspruch zur praktischen Handhabung der Mitglieder und Organisationen durch das internationale Management der "Church", die aus nahezu pausenloser Einmischung besteht. Das geht von der unflexiblen Regelung der Kurszeiten über starre Regeln in Bezug auf sexuelles Verhalten bis zu totalitären Vorschriften darüber, mit wem man sprechen oder sonstwie Kontakt haben darf (siehe auch Abbrechen der Verbindung).
Weder hat das einzelne Mitglied die Chance, Hubbards Lehre individuell für sich auszulegen, noch erlaubt das Management einzelnen Organisationen, die Richtlinien des Gründers für sich und den lokalen ethnischen Bereich nach eigenem Verständnis zu interpretieren. Diese Art des Managements steht wiederum in eklatantem Widerspruch zu vielen Stellen in Hubbards administrativen Richtlinien, wo immer wieder die Wichtigkeit der Eigenverantwortung einzelner Mitarbeiter und einzelner Organisationen hervorgehoben wird.
Service-Faksimile
Mentale Berechnung, die dazu verwendet wird, sich selbst ins Recht und andere ins Unrecht zu setzen, bzw. um andere zu beherrschen und selbst der Beherrschung zu entgehen. Dabei werden geeignete Erinnerungsbilder (Faksimiles) eingesetzt, um dem Preclear als Beweismittel zu dienen (englisch: to serve).
Service-Faksimiles führen unter anderem zu dem verhängnisvollen Verhaltensmuster, das einen Thetan dazu veranlaßt, einen einmal begangenen Fehler immer wieder zu wiederholen, um zu beweisen, daß er im Recht ist. Das ist einer der schlimmsten Punkte im Fehlverhalten der heutigen "Church".
Die Fähigkeit, sich selbst zu korrigieren, ohne Furcht vor einem beschämenden "Gesichtsverlust", markiert den Zeitpunkt der erfolgreichen Bewältigung von Service Faksimiles.
Sicherheitsüberprüfung
siehe Sec-Check bzw. Confessional
Sitzung
Zeitraum, während dessen Auditing stattfindet. Der Auditor und sein Preclear sollten für diesen Zweck einen Raum zur Verfügung haben, in dem Störungen und auch Lärm von außen möglichst ferngehalten werden können. Außerdem sollte der Preclear ausgeruht und nicht hungrig sein und auch nicht von akuten Problemen in seinem Leben abgelenkt. Falls es Dinge gibt, um die er sich unbedingt sofort kümmern muß, ist es besser, die Sitzung auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.
Skala
Bestandteil des E-Meters. Die Skala bildet den Hintergrund, vor dem die Nadel sich bewegt. Die Größe der Anzeige der Nadel auf der Skala entspricht ungefähr dem Ausmaß an Ladung auf einem Begriff, Namen oder Thema, das vom Auditor genannt wird (Item).
Small Fall (SF)
Nadel-Anzeige am E-Meter. Die Nadel "fällt" nach rechts als Reaktion auf die Nennung eines geladenen Item. Der Small Fall ist kleiner als der Fall (F). Eine noch kleinere Nadelbewegung, der Tick, wird nicht mehr als Anzeige gewertet (in der Sitzung nicht aufgegriffen).
solo
siehe Solo-Auditing
Solo-Auditing
Auditing ohne die Gegenwart eines Auditors. Oberhalb von Clear werden einige Stufen vom Pre-OT selbst auditiert, und zwar die Stufen OT1, OT2, OT3 und OT7. Er erhält dafür eine ausführliche Ausbildung zum Solo-Auditor, den Solo-Kurs (unmittelbar im Anschluß an Clear), sowie auf OT6 die Ausbildung zum Solo-NOTs-Auditor.
Im Gegensatz zu Solo-Auditing, das richtig durchgeführt sehr gute Resultate liefert, bezeichnet man zielloses Herumstochern im eigenen Fall, außerhalb der Sitzung und ohne wirkliche theoretische und praktische Ausbildung, als Selbst-Auditing. Selbst-Auditing schadet in der Regel mehr, als es nützt, da die restimulierten Items nicht wirklich komplett gesäubert werden und daher mehr und mehr Ladung angesammelt wird, die sich im Leben durch verringerte Präsenz und niedrige Stimmungsniveaus bemerkbar macht.
OT Solo-Auditing richtet sich hauptsächlich an andere geistige Wesen in der Nähe des Pre-OT (Body-Thetan), man kann jedoch auch an sich selbst Prozesse "solo" auditieren.
Solo-Auditor
Pre-OT oder OT, der für Solo-Auditing ausgebildet wurde bzw. eine Solo-Sitzung gibt.
Somatik
Körperliche Empfindung wie Schmerz, Müdigkeit usw., die jedoch durch Restimulation eines vergangenen Erlebnisses hervorgerufen wird und nicht durch einen aktuellen Anlaß in der Gegenwart. Z.B. kann durch die Restimulation (auch durch das Auditieren) eines Feuer-Engrammes ein Hitze-Somatik entstehen, das keinen anderen Grund hat als die Aufzeichnung der Hitze im Verstand des Preclear, die durch die Restimulation wieder aktiviert wird und neuerlich auf den Körper einwirkt.
Wenn während des Auditings Somatiken eingeschaltet werden - die ziemlich echt wirken können und oft sehr unangenehm sind -, ist es besonders wichtig, die Sitzung so lange weiterzuführen, bis das Somatik wieder verschwunden ist. Der Preclear kann sonst eine Über-Restimulation erleiden und wird schwerlich bereit sein, durch weiteres Auditing dafür zu sorgen, daß die begonnene Aufräumungsarbeit in seinem reaktiven Verstand sauber zu Ende geführt wird.
SP
Abkürzung für Suppressive Person (unterdrückerische Person).
Spiel (Game)
Nach Hubbard ist für das geistige Wesen die gesamte Existenz ein Spiel, bei dem verschiedene Seiten gegeneinander agieren. Ein Spiel benötigt ein Territorium, Regeln (Freiheiten und Schranken), Teams und Ziele. Es gibt eine ganze Reihe von Spiel-Bedingungen und Nicht-Spiel-Bedingungen (Referenz: "Grundlagen des Denkens", Buch von L. Ron Hubbard).
Spur
siehe Zeitspur
Squirrel
englisch für "Eichhörnchen". Der Satz "Squirrels love nuts" (Eichhörnchen lieben Nüsse - im Englischen ein doppeldeutiges Wortspiel, da "nuts" auch "Verrückte" bedeutet) erklärt vermutlich, warum gerade dieses Wort für jene Personen herhalten mußte, die mit den Verfahren von Scientology herumexperimentieren oder sie so falsch und schlampig anwenden, daß sie nicht mehr funktionieren.
Hubbards ursprüngliche Definition von "Squirrel" hat sich also auf Störenfriede unter den Studenten bezogen, wie es sie überall gibt - Leute, die den Ernst den Unterrichts verkennen, alles ins Lächerliche ziehen, Sitzungen verpfuschen und der Sache ganz allgemein einen schlechten Dienst erweisen.
In der heutigen "Church" hat das Wort einen Bedeutungswandel erfahren. Als "Squirrels" gelten heute ohne Unterschied alle, die der "Church" den Rücken gekehrt haben, trotzdem aber weiterhin - ohne den Segen der "Church" - mit Scientology-Verfahren arbeiten. Mit anderen Worten also die Angehörigen der Freien Zone . Es wird von der "Church" starrsinnig selbst die entfernte Möglichkeit geleugnet, daß die Freie Zone Hubbard vielleicht intelligenter interpretiert und daß es dort gelungen sein könnte, seine weniger konstruktiven Texte auszusortieren, während die brauchbaren Verfahren verwendet und sogar weiterentwickelt werden.
Wenn man das Wort "Squirrel" in seiner ursprünglichen Bedeutung begreift, ist eigentlich die "Church" in ihrer heutigen Form die eigentliche "Squirrel-Gruppe", da es dem Management nicht gelungen ist, den früheren liberalen und innovativen Geist von Scientology zu erhalten, so daß das Wort "Scientology" heute schon beinahe ein Synonym für totalitäre Bevormundung, finanzielle Ausbeutung und skrupelloses Verhalten gegenüber Kritikern geworden ist. Man kann also im wahrsten Sinne davon sprechen, daß die Führungsschicht Scientology so falsch und schlampig anwendet, daß sie nicht mehr funktioniert.
Squirreling, squirreln
Hubbard-Kunstwort für das Verfälschen von Verfahren der Scientology, so daß sie nicht mehr funktionieren und unter Umständen sogar Schaden anrichten. Siehe auch Squirrel.
Standard-Technologie
siehe Technologie
Studentenhut
Kurs für das Erlernen von Studier-Technologie. Siehe auch Hut. Der Studentenhut steht am Anfang der Ausbildung zum Auditor, wird aber auch früh in der Mitarbeiter-Ausbildung verlangt.
Daten-Konflikt:
Zu den Materialien dieses Kurses gehören auch Hubbards "Vorträge über das Studieren", eine Serie von Tonbandkassetten. Ein jüngst aus der "Church" ausgetretener Ex-Mitarbeiter berichtet, daß aus diesen Vorträgen wesentliche Aussagen Hubbards entfernt worden sind, und zwar speziell jene, die die Wichtigkeit der selbständigen Auswertung gelernter Daten durch den Studenten (im Gegensatz zum kritiklosen Nachbeten) betonen. Das ist ein weiterer Schritt zum Roboter-Training in der Church, das in krassem Gegensatz zu Hubbards oft geäußerter Forderung steht, am wichtigsten sei es, daß der Student lernt, selbst "mit den Daten zu denken".
Studier-Technologie
Die Methoden, deren Beherrschung nötig ist, um richtig zu studieren. Siehe auch Hubbards Verwendung des Wortes Technologie.
TA
Abkürzung für Tonarm
Tech
Abkürzung für Technologie
Technologie
Die Gesamtheit der Methoden zum Umgang mit einem bestimmten Thema. Das Wort wird gewöhnlich zur Bezeichnung von physikalisch-wissenschaftlicher Methodik verwendet ("Laser-Technologie" o.ä.), wird von Hubbard jedoch als Sammelbegriff für die von ihm entwickelten Verfahren beim Studieren, im Auditing, in der Verwaltung und in der Ethik bzw. Gruppenjustiz benützt.
Seine Richtlinie zur Reinhaltung der Standard-Tech(nologie) ("Keeping Scientology Working" - "Scientology am Funktionieren erhalten") wird von jedem Scientologen am Beginn eines jeden Kurses neuerlich studiert, also im Lauf der Jahre -zigfach eingehämmert. Während Präzision und die Einhaltung der Regeln bei jeder Technologie, die etwas taugt, eine Selbstverständlichkeit sind, hat Hubbard nicht nur auf Genauigkeit in der Anwendung Wert gelegt, sondern auch darauf bestanden, daß nur er selbst als Quelle von spiritueller Technologie als relevant anzusehen ist.
Diese Richtlinie wurde und wird von übereifrigen Scientology-Mitarbeitern durch "ungeschriebene Gesetze" noch weiter verschärft, so daß in manchen Fällen Mitglieder, die andere Literatur lesen als die Werke von Hubbard, scheel angesehen oder sogar als Squirrel verunglimpft werden, selbst wenn es dabei gar nicht um spirituelle Themen geht, sondern z.B. um Naturheilkunde oder andere Fachgebiete.
Als Ergebnis dieser zensurähnlichen Einschränkung ihres Lesestoffs sind Scientologen oft erstaunlich ungebildet und haben einen sich immer weiter auf Hubbard als Zentrum verengenden Gesichtskreis (Hubbard selbst war äußerst belesen). Die Weiterentwicklung der Auditing-Technologie und des Geflechts an administrativen Richtlinien wird durch diese verknöcherte Haltung ebenso vereitelt wie die Anpassung an unvorhergesehene neue Situationen (etwa die heute existierende Situation am Internet). Während Hubbard im Lauf seines Lebens ständig weitergeforscht und weiterentwickelt hat, ist seine Scientology-Kirche heute zur Evolution unfähig.
Theta
Die geistige Ur-Essenz oder Lebenskraft, ein reines Potential ohne tatsächliche Position in Raum oder Zeit, ohne Masse und ohne Wellenlänge, jedoch mit der Fähigkeit, wahrzunehmen und zu postulieren. Vom griechischen Buchstaben "Theta" (=Geist).
Der Thetan ist aus Theta hervorgetreten und hat daher ebenfalls alle Eigenschaften von Theta, ist jedoch nicht mehr unbegrenzt, da er ein "Ich" ist, sich definiert hat und sich daher von allem anderen unterscheidet. Er ist vom grenzenlosen Potential zum begrenzten Individuum geworden, hat sich durch einen Willensakt sozusagen von der Möglichkeit in die Wirklichkeit katapultiert und besitzt daher jetzt die Fähigkeit, in die Spiele innerhalb des geistigen und materiellen Universums einzugreifen.
Thetan
Ein geistiges Individuum (Seele), das Ich, die "des Bewußtseins bewußte Einheit", die Person selbst - im Gegensatz zu ihrem Verstand und ihrem Körper. Ein Thetan entsteht nach Hubbards Auffassung, indem er aus dem "Main Body of Theta" hervortritt (Referenz: "Time-Track of Theta"-Vorträge auf Band). Dadurch nimmt er individuelle Züge, eine Identität und eine Position an (Individuierung, englisch Individuation).
Während seiner Existenz als geistiges Individuum verliert er durch Overts, Fehlschläge und schmerzhafte Erlebnisse (Engramme), die ihm im Verlauf seiner Spiele zustoßen, zunehmend an Energie. Seine Wahrnehmungen und die Fähigkeit, Dinge im MEST-Universum zu verursachen, werden daher im Lauf der Zeit so stark verkrüppelt, daß er auf einen Körper angewiesen ist, der ihm zur Vermittlung von Sinneseindrücken und zum Ausführen seiner Absichten dient.
OT Thetans, die nicht einmal mehr in der Lage sind, einen Körper zu kontrollieren, leben als "Trittbrettfahrer" (Body-Thetan) in oder auf den Körpern anderer Thetans oder in deren näherer Umgebung.
Dieser kontinuierliche Abbau (die "sich verjüngende Spirale", die immer schneller immer weiter abwärts führt) soll sich durch Anwendung von Verfahren rückgängig machen lassen, die die Spuren geistiger Verletzungen beseitigen und die geistigen Fähigkeiten wieder aufbauen und trainieren (Auditing). Das Ziel des Auditings ist die volle Wiederherstellung der ursprünglichen geistigen Fähigkeiten des Thetans.
Theta-Universum
Das geistige Universum, im Gegensatz zu MEST (Materie-Energie-Raum-Zeit), dem physischen Universum.
Theta-Wahrnehmung
Wahrnehmung ohne Zuhilfenahme materieller Sinne oder Hilfsmittel. Im Grunde identisch mit den unter dem Sammelbegriff "außersinnliche Wahrnehmungen" bekannten Phänomenen wie Telepathie usw. Siehe auch OT-Fähigkeiten.
Tick
sehr kleine Nadelbewegung, kleiner als ein Small Fall. Gilt nicht mehr als Anzeige, wird daher nicht vom Auditor aufgegriffen.
Ton(e)
Geistige Spannkraft (Tonus), die sich in charakteristischen Merkmalen wie Leistungsfähigkeit, Emotionsstufe, Verhalten gegenüber den Mitmenschen usw. auswirkt. Siehe auch Ton-Skala.
Tonarm
Regler am E-Meter, mit dem der am Körper des Preclears vorhandene elektrische Widerstand abgelesen wird. Die feineren Veränderungen des Widerstands, die ständig durch mentale Vorgänge stattfinden - die auch auf den Körper einwirken - , werden durch die Nadel angezeigt.
Tonarm-Abschnitt
Der Tonarm am E-Meter ist von einer kreisförmigen Skala umgeben. Ein Abschnitt auf dieser Skala ist gleichbedeutend mit einem Tonarmabschnitt.
Tonarm-Aktion
Die Bewegungen des Tonarm am E-Meter werden auch als Tonarm-Aktion bezeichnet. Bei jeder Erkenntnis in der Sitzung löst der Preclear eine Portion Ladung auf, wodurch sich der Widerstand am E-Meter vorübergehend verringert. Je mehr Ladung aufgelöst wird, desto mehr Fortschritt macht der Fall. Daher ist das Ausmaß der Tonarm-Aktion ein direktes Maß für die Wirkung und den Erfolg des Auditings.
Ton-Skala (Tone-Scale)
Aufsteigende Skala von Stufen geistiger Spannkraft (Tonus). In Hubbards Buch "Wissenschaft des Überlebens" befindet sich eine umfangreiche Tabelle, auf der die Ton-Stufen eines Thetans mit seinen voraussichtlichen Aktionen und Reaktionen in verschiedenen Lebensbereichen in einen Zusammenhang gesetzt werden.
Dabei handelt es sich um Dinge wie die sichtbare Emotion (Enthusiasmus, Zorn, Furcht, Apathie, Langeweile usw.), der Umgang mit der Wahrheit, die Einstellung zu Sexualität und Kindern, Verhalten beim Übermitteln von Kommunikation und viele andere, mit deren Hilfe zum Beispiel das voraussichtliche Verhalten eines zukünftigen Geschäfts- oder Lebenspartners mit ziemlicher Präzision vorausgesagt werden kann.
Hubbard geht davon aus, daß es möglich ist, das Verhalten eines Menschen in allen Bereichen vorherzusagen, wenn man sein Verhalten in einigen Bereichen kennt, da sich die Ton-Stufe in allen Bereichen auf etwa gleicher Höhe befinden wird. Eine weiter interessante Annahme ist, daß man sich durch alle Stufen der Ton-Skala hindurcharbeiten muß, wenn man von unten nach oben gelangen will. Dieses Wissen ist wichtig für den Auditor. Wenn er z.B. einen traurigen Preclear auditiert, muß er ihm erlauben, zornig zu werden, bevor er in eine heitere Verfassung gelangen kann, da die Stufe "Zorn" zwischen Gram und Heiterkeit liegt.
Interessant an dieser Tabelle Hubbards ist auch, daß die Scientology-Kirche als Gesamtheit, wenn man sie anhand dieser Tabelle einstuft, nur eine Ton-Stufe von ca. 1,5 bis 2,0 einnimmt. Hubbard zieht bei 2,0 eine Grenzlinie: oberhalb von 2,0 arbeitet ein Thetan auf sein Überleben hin, während er unterhalb von 2,0 unbewußt den eigenen Untergang anstrebt. Und tatsächlich lassen viele Aktionen der "Church" darauf schließen, daß sie - ohne es zu wollen - immer mehr darauf hinarbeitet, als Organisation unterzugehen.
Ton-Stufen (Tone-Levels)
Die einzelnen Emotionsniveaus auf der Ton-Skala.
Tone 40
Tone 40 ist die oberste Stufe der Ton-Skala. Es wird angenommen, daß auf dieser Stufe Ereignisse durch reine Willenskraft hervorgerufen werden können, und zwar ohne besondere Anstrengung. Tone 40 wurde daher in einer zweiten Definition als "Absicht ohne Vorbehalt und Einschränkung" beschrieben - eine so mächtige Absicht, daß sie Opposition, Protest oder andere Gegenkräfte nicht einmal einkalkuliert. Einer Tone 40-Absicht kann theoretisch nichts entgegentreten.
In der "Church", speziell in der Sea-Org, kann man oft Mitarbeiter beobachten, die ihr Tone 40 mit aggressivem Geschrei zu verstärken versuchen, um sich in irgendeiner Sache durchzusetzen. Das entspricht natürlich nicht der Idee von Tone 40, da "Absicht ohne Vorbehalt und Einschränkung" ihrer Natur nach mühelos wäre und ihre Ergebnisse ohne jeden Widerstand und ohne jede Reibung erzielen würde.
Touch-Assist
siehe Beistände
TR
Einzahl von ®TRs.
TRs
Trainings-Routinen, ursprünglich für die Ausbildung von Auditoren entwickelt, später auch für die Schulung von Studenten in Kommunikation. Die TRs befassen sich mit der Entwicklung von Fähigkeiten wie konzentrierter Präsenz und Aufmerksamkeit in der Sitzung (TR0), natürlich wirkendes Übermitteln von Fragen und Anweisungen (TR1), der Bestätigung von Antworten (TR2), dem Wiederholen von Fragen, bis eine Antwort tatsächlich erfolgt ist (TR3), sowie dem Zurückführen des Preclears zum Thema, falls er abgelenkt wurde oder selbst davon abgelenkt hat (TR4). Siehe auch TRs der höheren Schulung.
TRs der höheren Schulung (Upper Indoc TRs)
Übungen, die sich mit dem positiven Führen einer Person befassen, das manchmal notwendig ist, um einem Preclear in einer Situation zu helfen, wo er vor einer Auditing-Frage lieber flüchten möchte, weil ihm das Thema zu unangenehm, peinlich oder schmerzhaft erscheint. Da genau in diesen Fällen besonders viel Ladung vorhanden ist und dem Preclear daher besonders geholfen wird, wenn er sich dem Thema schließlich stellt und die Ladung auflöst, wird auf die Tone 40-Absicht, den Preclear in Sitzung zu halten, besonderer Wert gelegt.
Training
Ausbildung von Auditoren.
Trainings-Routine(n)
siehe TRs
Twin
Wörtlich übersetzt "Zwilling". Im Idealfall arbeiten zwei Studenten mit etwa vergleichbarer Studiergeschwindigkeit während eines gesamten Kurses ständig zusammen. Der ständiger Studierpartner eines Studenten wird "Twin" genannt.
Überfluß
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn eine momentane Einkommensspitze verzeichnet wird, die aber nicht regelmäßig erwartet werden kann. Die Schritte der Formel bestehen darin, alle offenen Rechnungen zu bezahlen und streng darauf zu achten, daß keine Verpflichtungen eingegangen werden, die in der Zukunft zu Zahlungen führen würden, die mit dem dann wieder durchschnittlichen Einkommen nicht beglichen werden könnten.
Über-Restimulation
siehe Restimulation
über-restimuliert
siehe Restimulation
Universum
Hubbard definiert drei unterschiedliche Universen: das eigene Universum jedes Thetans; das persönliche Universum jedes anderen Thetans; und das physische Universum oder MEST (Materie-Energie-Raum-Zeit oder englisch Matter-Energy-Space-Time). Im privaten Universum eines Thetans haben die Entscheidungen des Inhabers den Rang von Gesetzen; hingegen gelten im physischen Universum, das von allen Thetans gemeinsam bewohnt wird, jene Gesetze, die durch Übereinstimmung zur Realität erklärt worden sind.
Unterdrücker
siehe unterdrückerische Person
unterdrückerische Handlungen
Hubbards Buch "Einführung in die Ethik der Scientology" listet auf vielen Seiten die Dinge auf, die als unterdrückerische Handlungen eingestuft werden und demzufolge mit internen "Gerichtsverfahren" bis hin zum Ausschluß geahndet werden können (körperliche Strafen, Folter, Todesstrafe usw. kommen im Theorie-Gebäude der Scientology nicht vor, obwohl es in den ersten Jahren nach der Machtübernahme von David Miscavige einige extreme Übergriffe gegeben hat).
Die Grundlogik ist dabei, daß jede Äußerung oder Handlung, die sich gegen Scientology oder die Geschlossenheit ihres Auftretens als Gruppe richtet, unterdrückerisch ist. Leider macht die "Church" in ihrer Interpretation dieses Textes keinen Unterschied zwischen Scientology als Religion und Scientology als Organisation - die Religion wird mit der Organisation gleichgesetzt.
Das ist ein fataler Fehler, denn überall dort, wo Aussteiger oder Kritiker gegen Mißgriffe der Organisation protestieren, wird das von deren Management als Attacke gegen die Religion ausgelegt. Tatsächlich wird die Organisation aber vielfach dafür kritisiert, daß sie Scientology nicht anwendet, obwohl sich die Kritiker dessen nicht bewußt sind (so gut wie alle Kritikpunkte sind durch Brüche von Hubbards Richtlinien entstanden); derartige Attacken sind daher eigentlich "pro" Scientology als Religion, oder jedenfalls zumindest nicht ausdrücklich "kontra".
Wenn man es ganz genau betrachtet, ist die eine Organisation auf diesem Planeten, die wirklich vehement gegen Scientology als Religion arbeitet, die Scientology-Kirche selbst: Einmal, indem sie Etikettenschwindel betreibt und unter dem ehemals ehrwürdigen Namen ein buntes Gemisch an dilettantischer Möchtegern-Scientology verkauft; ein zweites Mal, indem sie Hubbard und die von ihm geschaffene Vision der Scientology extrem falsch repräsentiert (es ist kein Zufall, daß ein HCO-Policybrief über "Mißrepräsentation" von den Kursen der Church verschwunden ist), und schließlich, indem sie die eigentlich grundsatztreuen wirklichen Scientologen, die Freie Zone, in jeder nur denkbaren Weise attackiert und zu zerstören versucht.
Die von Hubbard aufgelisteten "unterdrückerischen Handlungen" werden heute von seiner eigenen "Church" täglich begangen. Sie ist es, die als unterdrückerische Gruppe gekennzeichnet und angeprangert werden müßte. In dieser Auslegung ergeben seine Richtlinien gegen unterdrückerische Personen und Gruppen plötzlich einen Sinn.
unterdrückerische Person
Englisch "Suppressive Person", daher wird meistens die Abkürzung SP verwendet. Die unterdrückerische Person hat eine spezielle Art von Fall-Problem, das darin besteht, daß sie auf eine frühere Kampfsituation oder Niederlage unbewußt so stark fixiert ist, daß sie sich überall von Feinden umgeben wähnt. Es ist so gut wie unmöglich, ihr zu helfen, da auch der hilfsbereiteste Freund für einen Feind gehalten wird.
Aus diesem Grund bekämpft sie grundsätzlich jeden um sich herum und verbündet sich höchstens mit anderen unterdrückerischen Personen, um im gemeinsamen Kampf gegen die allgegenwärtigen Feinde stärker zu sein. Dieser Kampf ist manchmal offen sichtbar (die Person wird dann als paranoid bezeichnet und endet früher oder später in einer Anstalt); viel öfter wird er aber heimlich und mit versteckten Waffen geführt, so daß der ungeschulte Beobachter davon nichts bemerkt.
Unterdrückerische Personen fühlen sich speziell von starken Persönlichkeiten bedroht, da in ihrer eingebildeten Welt voller Feinde jeder starke Mensch darauf aus ist, sie niederzumachen und zu vernichten. Es ist daher eines ihrer Hauptanliegen, jeden starken Menschen durch offene oder versteckte Maßnahmen abzuwerten, zu zermürben und zu entmutigen - so lange, bis er klein genug geworden ist, um keine Bedrohung mehr darzustellen.
Menschen, die in der Umgebung von unterdrückerischen Personen leben oder viel mit ihnen zusammen sind, leiden unter dieser ständigen Zermürbungstaktik und reagieren darauf mit Stimmungsschwankungen, Krankheits- und Unfallanfälligkeit und anderen kaum vorhersagbaren Schwierigkeiten. Sie werden deshalb als "Potentielle Schwierigkeitsquellen" bezeichnet (PTS).
Für diese Zusammenhänge gibt es in Scientology einen eigenen Kurs, den PTS-SP-Kurs. Zur exakten Bestimmung von unterdrückerischen Personen gibt es dort eine Liste von 12 Charakteristika der antisozialien Persönlichkeit, denen 12 Charakteristika der sozialen Persönlichkeit gegenüberstehen.
Hubbard legt großen Nachdruck darauf, daß nicht nur negative, sondern auch positive Eigenschaften gewissenhaft ermittelt werden, damit es nicht zu "Hexenjagden" (Zitat!) kommt. Genau diese ausgewogene Betrachtungsweise wird von der "Church" bei den meisten ihrer Ausschlüsse ("SP-Declare" oder Erklärung zur unterdrückerischen Person) nicht angewendet.
Upper Indoc TRs
siehe TRs der Höheren Schulung.
verfehlter Withhold
siehe Missed Withhold
Verrat
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn man einen Posten im Stich gelassen hat, oder wenn man sich des "Betrugs nach Vertrauen" schuldig gemacht hat.
Die heutige "Church" befindet sich ihren Mitgliedern und auch ihren Mitarbeitern gegenüber im Zustand "Verrat", da sie ihre Versprechungen auf geistige Freiheit nicht einhält und auch ihre Ankündigungen, dem Mitglied zu einem besseren Leben zu verhelfen, durch die skrupellose finanzielle Ausbeutung, die schon viele in den Ruin getrieben hat, Lügen straft.
Konsequenterweise haben viele Ex Kirchenmitglieder bei ihrem Austritt der "Church" den Zustand "Verrat" zugewiesen.
Verstand
Gedächtnis-Datenbanken des Thetans plus Maschinerie zum Auswerten von Sinneswahrnehmungen und zur Verwaltung des Körpers als ausführendes Werkzeug. Der Verstand wird grob unterteilt in den analytischen Verstand, der Aufgaben des täglichen Lebens löst, und den reaktiven Verstand, der unangenehme, schmerzvolle, schuldhafte oder anderweitig unerwünschte Erinnerungen speichert, die der Thetan nicht vor Augen haben will.
Da der reaktive Verstand durch Restimulation auf diese Erinnerungen sozusagen hinterrücks - ohne Wissen des Thetans - aber trotzdem reagiert, und zwar auf unvernünftige Weise, ist es von Vorteil, den reaktiven Verstand auszulöschen bzw. seine Erinnerungen durch vollständige Inspektion in analytische Erinnerungen umzuwandeln. Das geschieht im Rahmen von Auditing.
Verwirrung
Ethik-Zustand ("Condition"). Der tiefste auf der Skala der Ethik-Zustände. Referenz: "Einführung in die Ethik der Scientology".
Wahrheit
In der Definition von Hubbard "der genaue Ort, die genaue Zeit, die genaue Form und der genaue Ablauf". Es ist eine der grundlegenden Funktionen von Auditing, dem Preclear die vollständige Wahrheit über ein vergangenes Geschehen wieder bewußt zu machen. Alle noch etwa bestehenden negativen Auswirkungen lösen sich auf, wenn man eine Sache so betrachtet, wie sie wirklich ist (englisch "as is" - siehe auch As-is-ness).
Daten-Konflikt:
Trotz dieser Betonung auf der wahrheitsgemäßen Betrachtung von Dingen, die in der gesamten Literatur Hubbards an zahllosen Stellen gefunden werden kann, hat die heutige "Church" ein systematisches Gebäude an Lügen zurechtgezimmert, um die dunklen Stellen in ihrer eigenen Vergangenheit wie auch in der Biographie Hubbards zu kaschieren und unter den Teppich zu kehren (siehe auch Not-Is-Ness).
Obwohl die gesamte Existenz der "Church" im
Grunde der Vergangenheitsbewältigung des Preclears
gewidmet ist, versagt sie in der Bewältigung ihrer
eigenen Vergangenheit vollkommen. Die Lösung für dieses
Problem wäre die Anwendung von Auditing-Prozeduren
auf die gesamte Scientology-Kirche als Gruppe, wie
von Hubbard in seinem Artikel über das
Gruppen-Engramm
in "Notes on the Lectures" beschrieben. Bei
der gegenwärtigen Verarmung der "Church" an
technisch kompetenten Mitarbeitern, die durch den Weggang
oder Hinauswurf der Mehrzahl wirklich trainierter
Leute nach der Machtübernahme von
David Miscavige verursacht wurde, ist für einen solchen Prozeß der
historischen Aufarbeitung heute offenbar nicht mehr
genügend intellektuelles Potential vorhanden.
Warum (Why)
Hubbard geht davon aus, daß sich jede ungünstige Situation beheben läßt, wenn das richtige Warum gefunden wird. "Why-Finding" (das Finden von Warum's, oder Gründen für Schwierigkeiten) ist daher ein wichtiger Teil der Verwaltungs-Technologie. Leider ist die heutige "Church" dabei mehr als glücklos, da Hubbards wichtigste Schriften - wie etwa Anatomie des Denkens - nicht verstanden und angewendet werden.
WH, W/H
Abkürzung für Withhold
Withhold (Zurückhaltung)
Spezielle Art von Geschehnis. Es handelt sich dabei um einen Overt (schädliche Handlung oder Unterlassung), der anschließend zurückgehalten (versteckt, verborgen oder auch nur bewußt verschwiegen) wird. Eine besondere Form des Withholds, der Missed Withhold, wird als Bestandteil der Rudimente routinemäßig am Beginn jeder Sitzung überprüft und gesäubert.
Hubbard geht davon aus, daß durch den geistigen Vorgang des Nach-Innen-Haltens der Erinnerung an eine schuldhaften Handlung in einer Art Reflex Konsequenzen (Motivatoren) hereingezogen werden (siehe auch pull in). Nach seiner Theorie kann Menschen, denen ständig Dinge "zustoßen", dadurch geholfen werden, daß man ihre Withholds "zieht" - sie also dazu bewegt, ihre Verbrechen oder andere Dinge, deren sie sich schämen und die sie deshalb zurückhalten, im Auditing bekanntzugeben. Das soll den Reflex des "pull in" beheben.
Die Praxis zeigt, daß diese Logik im realen Leben oft zutrifft und durch das Bekennen von Withholds wirklich nachhaltige Erleichterung und Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden können. Das Prinzip ist ja auch in anderen Religionen in Form der Beichte viel in Verwendung.
Allerdings hat die "Church" durch den unverzeihlichen Fehler, in mehreren sehr genau dokumentierten Fällen das Beichtgeheimnis zu brechen und Daten aus solchen Beichten öffentlich zu machen (siehe Auditoren-Kodex), sich selbst und ihre Organisationen wahrscheinlich für immer disqualifiziert und als inkompetent für den Umgang mit Withholds bewiesen.
Wog
Abkürzung für "Worthy Oriental Gentleman" (ehrenwerter orientalischer Gentleman). Wird innerhalb der "Church" leider heute als verächtliche, ja sogar gehässige Bezeichnung für Nicht-Scientologen gebraucht, obwohl es ursprünglich eher ein zärtlich-spöttischer Begriff war, mit dem man zum Ausdruck bringen wollte, daß gegenüber einem gänzlichen Neuling besondere Rücksicht am Platz war, daß man ihn nicht mit Fachwörtern überhäufen sollte und beim Training auf den richtigen Gradienten achtete.
Wortklären
Definieren von unbekannten, falsch oder unvollständig verstandenen Wörtern in den Materialien eines Studenten oder Schülers, wobei eine von neun durch Hubbard entwickelten Methoden verwendet wird. Auf Scientology-Kursen ist das Wortklären so wichtig, daß in gut besetzten Organisationen ein eigener Mitarbeiter, der Wortklärer, im Kursraum damit beschäftigt ist, Studenten beim Wortklären zu unterstützen. Wortklären ist ein bedeutender Bestandteil der Studier-Technologie.
Zeitspur
Die Gesamtheit der Gedächtnis-Aufzeichnungen eines geistigen Wesens, über alle seine Inkarnationen in einem (nicht immer menschlichen) Körper hinweg, zeitlich geordnet wie die Bilder in einem Film - jedoch kann dieser Film durch den Inhalt von Engrammen verwirrt und verknotet sein. Aufzeichnungen, die durch zu viel Schmerz oder andere Ladung unterbewußt geworden sind, gehören zum reaktiven Verstand, alle anderen zum analytischen Verstand.
Durch Auditing wird die Zeitspur immer deutlicher, geordneter und bewußter wahrnehmbar, bis man theoretisch über alle seine früheren (und natürlich das jetzige) Leben in allen Einzelheiten Bescheid weiß und von früheren schmerzhaften Erlebnissen nicht mehr negativ beeinflußt wird.
Zweifel
Ethik-Zustand ("Condition"). Siehe die Skala der Ethik-Zustände. Die Formel für diesen Zustand wird angewendet, wenn man sich nicht entscheiden kann, welche Beziehung man weiterführen bzw. beginnen möchte, welcher Gruppe man angehören, beitreten oder von welcher man austreten soll usw. Diese Formel wäre daher das Werkzeug für den Scientologen, der überlegt, die "Church" eventuell zu verlassen. Referenz: "Einführung in die Ethik der Scientology", Buch von L. Ron Hubbard.
Daten-Konflikt:
Die Anwendung der "Zweifel"-Formel in ihrer originalen Form würde eine unvoreingenommene, sehr eingehende Untersuchung und einen Vergleich der in Betracht kommenden Partner oder Gruppen erfordern. Im Fall des Verlassens der Church (und einer eventuellen Arbeit mit der Freien Zone) steht das im Widerspruch zu Hubbards Schriften über Squirrels und unterdrückerische Handlungen ("Schwerverbrechen").
In der heutigen Praxis der "Church" wird es dem Mitglied nicht erlaubt, Organisationen oder unabhängige Auditoren der Freien Zone zu kontaktieren und sich über ihre Effizienz ein Bild zu machen. Die vollständige Anwendung der Zweifel-Formel, wie von Hubbard vorgesehen, wird daher tatsächlich verboten. Eine der alarmierendsten Fehlinterpretationen der heutigen "Church", die durch genaue Anwendung der Prinzipien in Anatomie des Denkens aufgelöst werden müßte.
Zwilling
siehe Twin
Scientology - Beschreibung
Scientology beschreibt sich selbst als angewandte religiöse Philosphie. Sie wurde von dem amerikanischen Schriftsteller L. Ron Hubbard gegründet. Scientology kombiniert östliches Gedankengut mit westlicher Methodik.
Viele Ideen aus verschiedenen Religionen finden sich auch in Scientology. Das christliche Konzept von der unsterblichen Seele, die einen Körper bewohnt wie ein Haus, entspricht dem scientologischen "Thetan" (Seele, Geist). Das Konzept der Wiedergeburt aus den östlichen Religionen entspricht den scientologischen "Past Lives" (frühere Leben). Die Techniken zum Umgang mit nicht-inkarnierten Geistwesen auf den "Höheren Stufen" der Scientology haben entfernte Ähnlichkeit mit den Dämonenaustreibungen, die von Jesus Christus überliefert werden, heute unter dem Begriff Exorzismus bekannt sind, und die es auch in so gut wie allen nicht-christlichen Religionen gibt.
Umstritten ist der enorme Aufwand, den die Scientology-Kirche rund um die Geheimhaltung dieser "Höheren Stufen" betreibt, während die entsprechenden Informationen in anderen Religionen allgemein bekannt sind. L. Ron Hubbard war davon überzeugt, daß es gefährlich, ja sogar tödlich sei, einen mangelhaft vorbereiteten Menschen mit diesen Dingen zu konfrontieren. Kritiker werfen der Kirche hingegen vor, durch diese Geheimhaltungspolitik unter den Mitgliedern eine Abhängigkeit zu erzeugen und ruinös hohe Beitragszahlungen zu erzwingen.
Das Monopol auf diese Informationen, das die Kirche bis zur Mitte der 90-er Jahre hatte, existiert jedenfalls seit der Veröffentlichung der Texte im Internet nicht mehr, und nach der Diskussion des Themas vor einem Fernsehpublikum von 20 Millionen in den USA wurde auch klar, daß nicht mit negativen Folgen zu rechnen ist, wenn man diese Dinge liest oder bespricht.
Wie im Buddhismus gibt es in Scientology keine Anbetung des höchsten Wesens. Die religiöse Tätigkeit besteht in der Läuterung und Kultivierung der spirituellen Komponente des einzelnen Mitglieds selbst. Der Fortschritt wird in der größeren Präzision bei der praktischen Anwendung gesehen (daher auch die Bezeichnung "Technologie" für die Auditing-Verfahren) und in der umfangreichen Sammlung von praxisorientierten Lebenshilfe-Werkzeugen, die Hubbard im Lauf der Zeit zusammengetragen hat.
Eine wesentliche Rolle beim Auditing spielt das "E-Meter", ein Gerät zum Aufspüren von negativer mentaler Energie.
Neben einem internationalen Netz von Scientology-Kirchen und Missionen existiert seit internen Umschichtungen im Jahr 1982 auch eine wachsende Bewegung kirchenunabhängiger Scientologen unter der Sammelbezeichnung "Freie Zone". Diese ehemaligen Mitglieder kritisieren ihre Mutterkirche für Abweichungen von den Hubbard'schen Prinzipien, sie verstehen sich selbst sozusagen als die "besseren Scientologen". Beobachter vergleichen diese Bewegung gern mit der Reformationsbewegung innerhalb der christlichen Kirche zur Zeit von Martin Luther.
Freie Zone - Beschreibung
Die "Freie Zone" ist eine Bewegung von kirchenunabhängigen Scientologen, die auch nach ihrem Ausscheiden aus der Scientology-Kirche weiterhin nach den Richtlinien und mit den Methoden von L. Ron Hubbard arbeiten und dafür von der Kirche zum Teil massiv angegriffen werden.
Diese Ex-Mitglieder werfen der Mutterkirche Abweichungen von der "reinen Lehre" vor und sind daher mit der Reformationsbewegung zur Zeit von Martin Luther vergleichbar. Innerhalb der "Freien Zone" gibt es wiederum eine Unterscheidung in Scientologen, die mit den unveränderten Original-Materialien von L. Ron Hubbard arbeiten, und solche, die das Gedankengebäude erweitert und die Techniken weiterentwickelt haben.
Scientology FAQ
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Ziele der Scientology?
Das erklärte Ziel der Scientology ist "eine Welt ohne Krieg, Drogen und Geisteskrankheit", also eine Welt, in der optimale Vernunft und konstruktive Zusammenarbeit herrschen. Dies soll erreicht werden, indem durch "Auditing" negative Energie aus dem Gedächnis entfernt wird, wodurch sich irrationales und destruktives Verhalten schrittweise in logisches und konstruktives Verhalten verwandelt.
Die Vision der Scientology ist eine solche Verbreitung, daß alle Menschen auf dieser Erde "Clear" sind (von sämtlichen negativen Energien befreit oder "geklärt", und daher vollkommen vernünftig und ethisch geworden). Daher auch ihr Fahnenspruch "Clear the Planet" ("Klärt den Planeten").
Wenn mit Scientology alle Menschen geklärt werden sollen, wieso sind die Kurse dann so teuer, daß nur Reiche sie sich leisten können?
Der Gründer von Scientology, L. Ron Hubbard, hat genaue Richtlinien hinterlassen, wie viel Geld die Kurse und das Auditing in Scientology kosten sollen. Seine Idee war, daß beides für jedermann zugänglich sein sollte.
Diese Richtlinien Hubbards werden von der heutigen Scientology-Kirche nicht umgesetzt, was nicht nur zu extrem schlechtem PR geführt hat (viele Menschen sehen in der Geldgier dieser Kirche den wichtigsten Grund zur Kritik) - es war auch eine der Hauptursachen für die Spaltung der Scientology-Kirche in den frühen 80-er Jahren und für die darauffolgende Gründung der "Freien Zone", einer Szene von kirchenunabhängigen Scientologen, die von sich behaupten, daß sie Hubbard's Prinzipien genauer befolgen als die "Mutterkirche".
Ist Scientology eine Jenseits-Religion?
Nein, Scientology befaßt sich mit der Verwirklichung spiritueller Prinzipien im Diesseits. Ausgehend von der Annahme, daß der Geist die Materie beherrscht und nicht umgekehrt, richtet sich die Scientology an das Potential jedes einzelnen Mitglieds, in seiner unmittelbaren Umgebung "Ursache zu werden", d.h. zunächst seine persönlichen Ziele zu verwirklichen und dann mit besonderer Vernunft und Konstruktivität auch in der näheren und weiteren Umgebung (Familie, Gesellschaft, Politik und Umwelt) für Ordnung und Frieden zu sorgen.
Der oft zitierte Fahnenspruch "Klärt den Planeten!" meint im Grunde, daß die Zielsetzung des Entfernens von negativer Energie (und damit die Verwandlung von irrationalem Verhalten in logisches Verhalten) auch im großen Maßstab verwirklicht werden sollte, so daß letztlich auch auf politischer Ebene alle zwischenmenschlichen Beziehungen irgendwann auf vollkommener Vernunft aufbauen.
Wieso ist Scientology überhaupt eine Religion und nicht eine Form der Psychotherapie?
Im Zentrum der Scientology-Religion steht der "Thetan", das ist ein anderes Wort für die unsterbliche Seele. Die Psychotherapie geht hingegen mehrheitlich immer noch davon aus, daß der Sitz der Persönlichkeit das Gehirn ist und nach dem körperlichen Tod auch die Persönlichkeit - die Seele - nicht mehr existiert.
Wenngleich viele Verfahren ("Prozesse") der Scientology auch in der Psychotherapie Verwendung finden könnten, macht das Bekenntnis zu einer unsterblichen Seele sie doch zu einer Religion, und zwar einer Religion der Selbstfindung, wie etwa der Buddhismus, im Gegensatz zu den Anbetungsreligionen wie Christentum, Judentum, Islam usw.
Ist es wahr, daß Scientologen die Anweisungen Hubbard's sklavisch befolgen müssen und kein Recht auf eine eigene Meinung haben?
Nein, im Gegenteil. Hubbard's Vision für die spirituelle Arbeit in Scientology ist das Erreichen von Selbstbestimmung - was das Abstreifen von vorgekauten oder "eingepflanzten" Gedankenmustern beinhaltet. Er fordert den Studenten immer wieder zu eigenem Denken auf. Auch bezüglich der Anwendung seiner administrativen Richtlinien weist er immer wieder darauf hin, daß diese nur als Vorgaben angesehen werden können und daß es wichtiger sei, "mit den Daten zu denken", als roboterhaft die Richtlinien zu befolgen.
Auch hier widerspricht die Praxis der Scientology-Kirche massiv den Prinzipien Hubbards. Entsprechend rückläufig sind ihre Mitgliederzahlen, während die "Freie Zone" großen Zulauf hat und sich überall auf der Welt neue Zentren formieren.
Warum werden die religiösen Praktiken der Scientology als "Technologie" bezeichnet?
In den östlichen Religionen, aus denen sich Scientology herleitet, sind die praktischen Anwendungen der theoretischen Konzepte weniger konkret definiert. Demgegenüber besitzt Scientology eine exakte und sehr detaillierte Vorgangsweise. Die spirituellen Arbeitsbereiche sind genau eingeteilt, es gibt umfangreiche Vorschriften zur Anwendung der verschiedenen von Hubbard niedergeschriebenen Verfahren für den geistigen Fortschritt ("Prozesse"), und speziell die Verwendung des E-Meters, eines Geräts zur Lokalisierung negativer mentaler Energien, rückt die scientologischen Verfahren zur Selbstfindung mehr in die Nähe einer naturwissenschaftlichen Arbeit als in die einer religiösen Praktik.
Bevor Scientology sich als Religion neu definiert hat, gab es ja auch lange die Definition als "Wissenschaft vom Wissen". Die systematische, ja technische Herangehensweise an spirituelle und mentale Phänomene wird durch die Bezeichnung "Technologie" ausgedrückt.
Welche Arten von Technologie gibt es in Scientology?
In Scientology gibt es die Auditing-Technologie, die Admin-Technologie, die Ethik-Technologie, die Studier-Technologie und die PTS/SP-Technologie (siehe nachfolgende Abschnitte).
Was ist die Auditing-Technologie?
Die Auditing-Technologie bildete den frühesten Kern der entstehenden Scientology. Sie besteht aus Verfahren zum Freisetzen negativer Energien bzw. der Übung geistiger Fähigkeiten. Weil die entsprechenden Materialien in roter Schrift auf weißem Papier gedruckt sind, bezeichnen Insider sie auch als "rote Tech".
Was ist die Admin-Technologie?
Mit der Expansion der Kirche wurde zunehmend Management-Training benötigt - das führte zum Entstehen der administrativen Technologie oder Admin-Tech. Wegen der Verwendung von grüner Schrift auf weißem Papier wird sie auch als "grüne Tech" bezeichnet.
Was ist die Ethik-Technologie?
Die wachsende Anzahl von Mitarbeitern führte zu einem Ansteigen von Unverantwortlichkeit und anderen allzumenschlichen Fehlern (auf scientologisch "Aberrationen" oder "Fall"). Obwohl diese theoretisch durch Scientology-Auditing irgendwann verschwinden, konnten die Organisationen diesen langsamen und kaum vorhersehbaren Fortschritt nicht abwarten.
"Fall auf Posten" wurde verboten und für nicht-optimales Verhalten entstand die "Ethik-Technologie", eine Ansammlung von Formeln mit Verbesserungsrichtlinien, die das Verhalten und insbesondere die Leistung innerhalb der Organisation perfektionieren sollten.
Was ist die Studier-Technologie?
Theoretisch sollten durch die intelligente Kombination von Auditing-, Admin- und Ethik-Technologie keine Wünsche mehr offenbleiben. Es stellte sich jedoch heraus, daß es immer noch Probleme gab, und Hubbard fand als Grund dafür, daß viele Mitarbeiter nicht wirklich fähig waren, sich die umfangreichen Materialien anzueignen. Daraus entstand die vierte Technologie der Scientology, die "Studier-Technologie".
Was ist die PTS/SP-Technologie?
Die "PTS/SP-Technologie" befaßt sich mit unterdrückerischen Personen ("suppressive persons", abgekürzt SP) sowie den verschiedenen Schwierigkeiten, die sich aus der Gegenwart solcher destruktiver Menschen (Soziopathen) in Partnerschaften, Familien, Firmen und anderen Organisationen ergeben.
Manche Familienmitglieder oder Kollegen reagieren auf derartigen Streß mit Problemen, sie beginnen sogar selbst Schwierigkeiten zu verursachen und werden deshalb als "mögliche Ärgernisverursacher" etikettiert (englisch "potential trouble source", abgekürzt PTS).
Obwohl sie nicht am Anfang der Entwicklung stand, muß die PTS/SP-Technologie vorrangig eingesetzt werden, da in der Gegenwart von unterdrückerischen Personen das Auditing fehlschlägt, Organisationen zusammenbrechen, Menschen ihr Studium nicht umsetzen können und die Ethik zur Schikane wird. Richtig angewendet, könnte sie sogar zum Schlüssel für die Reformierung der Scientology-Kirche selbst werden.
Wenn ihre Technologie so wirksam ist, warum hat dann die Scientology-Kirche einen so schlechten Ruf in der Öffentlichkeit?
Hubbard hat an verschiedensten Stellen immer wieder festgehalten, daß der Erfolg der Scientology-Technologie in direktem Verhältnis zur Präzision ihrer Anwendung steht. Es gibt eine wachsende Bewegung von Scientologen (die "Freie Zone"), die der Scientology-Kirche Fehler in der Anwendung von Hubbard's Technologie vorwerfen und diese anhand von Hubbard's Schriften auch nachweisen können.
Oft handelt es sich bei diesen Fehlern auch einfach um die Nicht-Anwendung von Scientology-Technologie. So wäre es zum Beispiel möglich, durch Einsatz von Hubbard's Ethik-Technologie die PR-Probleme der Scientology-Kirche komplett zu beseitigen. Die Kirche arbeitet stattdessen mit einem Heer von Anwälten - eine Vorgangsweise, die Hubbard in seinen Richtlinien energisch abgelehnt hat.
Wie schon in früheren Religionen (Hexenverbrennung im Namen von Jesus Christus...) findet hier nach dem Tod des Religionsgründers ein verhängnisvoller Wandel in der Umsetzung der ursprünglichen Konzepte statt. In der Öffentlichkeit wird aufgrund mangelnder Information die abgewandelte Version mit dem Original verwechselt.
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